Prozess am Landgericht
Firma in den Bankrott geführt

Ascheberg/Münster -

Obwohl es seiner Werbefirma wirtschaftlich schlecht gegangen sei, soll ein Geschäftsmann aus Ascheberg viel Geld aus der Kasse für private Zwecke verwendet haben.

Donnerstag, 06.06.2019, 16:00 Uhr
  Foto: dpa

Obwohl es seiner Werbefirma wirtschaftlich schlecht gegangen sei, soll ein Geschäftsmann aus Ascheberg viel Geld aus der Kasse für private Zwecke verwendet haben. Wegen Untreue, Betrugs und Bankrotts sind der 68-Jährige und dessen Sohn (38) aus Münster am Landgericht angeklagt.

Mehr als 100 Taten führte die Staatsanwältin beim Prozessauftakt am Mittwoch an. Unter anderem habe der Ascheberger das Geld aus der Kasse genommen, obwohl sich der Betrieb mit Sitz in Drensteinfurt „längst in einer Krise befunden hat und überschuldet war“.

Der 68-Jährige soll etwa frühere Bundeswehr-Kumpels in ein Vier-Sterne-Hotel in Iserlohn für drei Tage eingeladen haben – samt Programm mit gebuchter Moderatorin für insgesamt über 5000 Euro. Bezahlt habe er erst, als das Hotel eine Inkassofirma eingeschaltet habe. „Er wollte vor seinen Kollegen als erfolgreicher Geschäftsmann dastehen“, sagte die Staatsanwältin.

Ähnlich sei es privat gelaufen, weil der Mann „Frauen beeindrucken“ wollte, hieß es weiter. Er habe wohl gemeint, dass das „mit Geld“ besser gehe. Zum Beispiel sei ein Zeltaufbau für den Garten gekauft worden, zudem sollen diverse Umbauten am Privathaus gemacht worden sein, obwohl die Firmenkasse das nicht mehr zugelassen habe. Dann wiederum habe der 68-Jährige – zu der Zeit Vorstandsmitglied eines Ahlener Hundevereins – einen Hundeanhänger für über 3000 Euro angeschafft.

Der Sohn schwieg zu den Vorwürfen gegen seinen Vater und damit auch gegen ihn selbst. Er war zeitweilig Geschäftsführer und habe das Verhalten des Vaters gebilligt, heißt es in der Anklage. Insgesamt sei durch die Taten „ein Schaden von rund 150 000 Euro entstanden“.

Zu den Vorwürfen gehört ferner, dass teilweise Sozialversicherungsbeiträge für Mitarbeiter nicht gezahlt und Vermögenswerte dem Insolvenzverwalter vorenthalten worden sein sollen.

Angeklagt ist noch ein dritter Mann (65), aus Rumänien stammend und Inhaber eines deutschen Passes. Der Ascheberger soll zu Gunsten seines Bekannten einen fingierten Arbeitsvertrag ausgestellt haben. Erst habe sich der Mann in Deutschland behandeln lassen und dann von Rumänien aus Krankengeld von der Kasse und Unterstützung vom Arbeitsamt in Deutschland bezogen. Der Ascheberger habe einen Teil des Geldes bekommen.

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