Nachfolger fehlt
Geschäft sucht Chef

ASCHEBERG -

Ohne Nachfolger kein Geschäft – Martin Rödder versucht das Ende von Radio Schilling in Ascheberg zu verhindern. Der Glaube ans Gelingen schwindet.

Sonntag, 31.12.2017, 09:12 Uhr

Martin Rödder,  Geschäftsführer von Euronics Schilling, und sein Mitarbeiter Tobias Kok (r.) suchen nicht nur Fachpersonal. Chef Martin Rödder plagt überdies die Nachfolgerfrage.
Martin Rödder,  Geschäftsführer von Euronics Schilling, und sein Mitarbeiter Tobias Kok (r.) suchen nicht nur Fachpersonal. Chef Martin Rödder plagt überdies die Nachfolgerfrage.

Martin Rödder ist traurig. Denn seine Lage ist derzeit nicht einfach. 30 Jahre ist der Inhaber von Euronics Schilling nun in Ascheberg tätig. Am 1. September 1988 ist er dort gestartet, seinerzeit noch unter Horst Schilling, 2001 hat er dann das Ruder übernommen. Aber irgendwie haben sich die Zeiten geändert. Um nicht zu sagen, „sie sind paradox“, sagt der Inhaber des Fachbetriebes für Radio- und Fernsehtechnik, Smart Home und Weiße Ware.

Wieso das so ist? Die Auftragsbücher sind voll. 60 Stunden-Wochen keine Seltenheit. Was jedoch fehlt ist Fachpersonal. „Und da wird es dann hart, wenn man seinen guten Service aufrechterhalten will.“ Vor allem dann, wenn man eine Sparte in der Gemeinde bedient, wo man weitestgehend alleine ist. „Denn in unserer Gemeinde, sind wir derzeit noch das einzige Fachgeschäft auf unserem Sektor, nachdem der Kollege Wernsmann in Herbern auch geschlossen hat“. Für Rödder bedeutet das weiteren Kundenzulauf. Eine Tatsache, die ihn normalerweise freudig stimmen würde. Wäre da nicht diese Personalfrage. Eine Frage, die ihm derzeit in doppelter Hinsicht Kopfzerbrechen bereitet.

Denn den 60-jährigen plagt überdies die Nachfolgerfrage. Ein Aspekt, den er eigentlich schon abgehakt haben könnte. Denn mit Michael Hagenkamp stand hier ein potenzieller Nachfolger in den Startlöchern. Doch der hat ohne große Erklärung einen Rückzieher gemacht. „Persönliche Gründe“, sagt Rödder nur. Dass ihn das in doppelter Hinsicht trifft, darüber mag der Geschäftsmann gar nicht groß nachdenken. „Denn zwischen dem potenziellen Nachfolger und meinem langjährigen Meister stimmte die Chemie nicht, so dass mein Mitarbeiter zu einem anderen Unternehmen gewechselt ist.“

Trotz aller Bemühungen hat er noch immer keinen neuen Nachfolger für sein gut gehendes Geschäft gefunden. Seine eigenen Kinder sind beruflich auf ganz anderen Wegen unterwegs. Die Handwerkskammer, mit der er in dauernder Verbindung steht, teilte ihm mit, dass mögliche Nachfolger nicht gerade Schlange stehen. „Nun habe ich die Hoffnung, wenn das hier jemand liest, dass sich unser Problem dann über diesen Weg in Wohlgefallen auflöst“, sagt Rödder leise. Es ist seine letzte Hoffnung, denn ansonsten bleibt ihm nur eine Lösung: „Dann müssen wir wohl schließen“. Und dabei mag sich Martin Rödder nicht ausmalen, was das für die Gemeinde Ascheberg bedeutet. Denn wie gesagt, die Auftragsbücher sind voll. Die Zeiten jedoch irgendwie paradox.

Wenn sich niemand meldet, müssen wir wohl schließen.

Martin Rödder
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