Uwe van de Loo ist neuer Küster, Kirchenmusiker und Wallfahrtsassistent in Eggerode
Näher an den Menschen sein

Eggerode -

Die Entscheidung, nach Eggerode zu gehen, haben Uwe und Marie-Theres van de Loo ganz bewusst getroffen. Der neue Küster, Kirchenmusiker und Wallfahrtsassistent möchte „wieder näher an den Menschen dran sein“, wie der 49-Jährige betont. Am 1. Januar hat er die Aufgaben von dem in den Ruhestand getretenen Thomas Frye übernommen, der die Positionen 40 Jahre bekleidet hatte. Marie-Theres van de Loo übernimmt parallel den Devotionalienladen von Marion Frye.

Dienstag, 02.01.2018, 08:01 Uhr

Als Ehepaar wollen sich Marie-Theres und Uwe van de Loo gemeinsam einbringen. Während er bei der Kirchengemeinde angestellt ist, übernimmt sie den Devotionalienladen.
Als Ehepaar wollen sich Marie-Theres und Uwe van de Loo gemeinsam einbringen. Während er bei der Kirchengemeinde angestellt ist, übernimmt sie den Devotionalienladen. Foto: Rupert Joemann

Zuletzt arbeitete van de Loo als Küster im Wallfahrtsort Kevelaer. Dort fanden bis zu 50, 60 Gottesdienste statt, die von sechs Küstern organisiert wurden. „Da gab es einen strammen Dienstplan“, sagt der 49-Jährige. Aber kaum Kontakt zur Gemeinde und den Menschen.

Es sei eine spannende Zeit gewesen. „Nie habe ich Kirche in einer solchen Überregionalität kennengelernt“, erzählt van de Loo. Kardinäle, der Bundespräsident und selbst der Nuntius aus Rom besuchten den bekannten Wallfahrtsort. Kevelaer war die vierte Küsterstelle des gelernten Gartenbautechnikers.

Uwe van de Loo, der früher im Pfarreirat und der Messdienerleiterrunde seiner Heimatgemeinde in Lübeck aktiv war, kam über Umwege zum Küsteramt. Eine Freundin seiner Mutter machte ihn und seinen Bruder auf eine Organistenstelle in Ratzeburg aufmerksam. Während sein Bruder wenigstens Klavier spielen konnte, fing Uwe van de Loo erst mit 22 Jahren mit der Musik an.

Im Laufe der Zeit merkte er, dass diese Arbeit stärker seinen persönlichen Interessen entgegenkam als sein ursprünglicher Beruf. Er bildete sich ein Jahr lang zum Küster fort und übernahm am 1. September 1996 in Herne seine erste Küster-Stelle. Zudem legte er das C-Examen für die Kirchenmusik ab.

Nach fünf Jahren im Ruhrgebiet folgte der Wechsel auf die beschauliche Insel Sylt. Während Uwe van de Loo neben seinen kirchlichen Diensten auch noch als Hausmeister für einige Ferienwohnungen der Kirchengemeinde fungierte, arbeitete seine Frau als Gemeindereferentin. Marie-Theres van de Loo hatte Religionspädagogik in Paderborn studiert. Beide lernten sich in Ratzeburg kennen, wo die heute 49-Jährige in der Gemeinde arbeitete.

Als jedoch absehbar war, dass es auf der Insel zu Umstrukturierungen der Gemeinden kommt, zog das Paar zunächst nach Marienheide im Oberbergischen und dann nach Kevelaer.

Der Wechsel nach Eggerode lag aus Sicht der beiden nahe, da sie sich „als Ehepaar mit unseren Fähigkeiten einbringen“ möchten. Mittlerweile hat auch Marie-Theres van de Loo die C-Kirchenmusiker-Ausbildung absolviert.

Eggerode habe sie sofort fasziniert. „Diese Ruhe, die dieser Ort ausstrahlt“, sagt Marie-Theres van de Loo. „Das erste, was wir gehört haben, als wir ausgestiegen sind, war Vogelgezwitscher“, ergänzt Uwe van de Loo.

Zunächst einmal wollen die beiden herausfinden, „was speziell an Eggerode ist“, wie sie betonen. Einen ersten Eindruck haben sie bereits bei ihrem Umzug erhalten. Der Kirchenchor hat sie mit einem Ständchen sowie Brot und Salz empfangen, und die Ordensschwestern hat für die beiden in der Umzugsphase gekocht. Zudem luden Marion und Thomas Frye ihre Nachfolger ein. „Die Gastfreundlichkeit und Offenheit hat mich überrascht“, zeigt sich Uwe van de Loo beeindruckt. Damit hätten sie nicht gerechnet.

Der 49-Jährige ist gerne wieder in einem Wallfahrtsort tätig: „Wallfahrtsorte sind immer wieder ganz wichtige Orte, zu denen Menschen sich aufmachen.“ Die Menschen suchten Trost und Stärkung. „Wie können wir dazu beitragen?“ Das ist für den neuen Wallfahrtsassistenten eine wichtige Frage.

Außerdem ist es ihm ein Anliegen, die Identität des Ortes Eggerode zu wahren. Es sei ganz wichtig, sich bewusst zu machen, wo man herkomme. Dabei dürfe aber nicht vergessen werden, dass man eine Gemeinde mit Schöppingen und Gemen bilde.

In den drei Wochen, in denen die beiden in Eggerode wohnen, haben sie schon gemerkt, dass es viele Menschen gebe, die mit anpacken. „Da wird nicht lange gefackelt“, sagt Uwe van de Loo.

Der 49-Jährige ist davon überzeugt, dass es überall Leute mit guten Ideen gebe. Die gelte es zusammenzuführen. Die Menschen müssten sagen, wie sie in 20 Jahren leben wollen, so der neue Küster.

Die Menschen sollen ihren Ort bewusst gestalten, so bewusst, wie der Wechsel von Marie-Theres und Uwe van de Loo nach Eggerode.

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