Verein präsentiert Neuerungen
NSKKV verbannt Mega-Trecker

Schöppingen -

Beim nächsten Karnevalsumzug in Schöppingen können die Jecken eine Stunde länger im Hellen feiern. Und das sind nicht die einzigen Änderungen.

Freitag, 22.12.2017, 06:12 Uhr

Auf möglichst viele fröhliche Jecken, die schön kostümiert sind, freut sich der NSKKV auch beim nächsten Karnevalsumzug am 11. Februar.
Auf möglichst viele fröhliche Jecken, die schön kostümiert sind, freut sich der NSKKV auch beim nächsten Karnevalsumzug am 11. Februar. Foto: Rupert Joemann

Der NSKKV startet den Zug am 11. Februar bereits um 13.11 Uhr, eine Stunde früher als sonst. Das ist nur eine Neuerung, die der NSKKV im kommenden Jahr vornimmt.

„Wir wollen, dass das Straßenkarnevals-Gefühl länger erhalten bleibt“, begründet Umzugspräsident Martin Steiner den früheren Beginn. So können die Narren länger auf den Straßen feiern.

Der Spaß am Karneval steht für Martin Steiner und Elferratsmitglied Thomas Saar an oberster Stelle. Jedoch betonen die beiden, dass die Teilnehmer die Regeln einhalten müssen.

So wird die PS-Zahl der Trecker auf 180 begrenzt. „Wir wollen keine Trecker-Show“, sagt Thomas Saar. Ebenfalls nicht mehr zugelassen sind kommerzielle Wagen. Bei solchen Wagen organisiert ein Anbieter sowohl den Wagen als auch die Musik und die Getränke für die Gäste. Und das alles zu einem All-Inklusive-Preis.

Steiner und Saar freuen sich auch im kommenden Jahr über möglichst viele Gruppen, die einfach Spaß am Karneval haben. Sie wollen niemanden ausschließen. „Letztlich geht es ums Benehmen“, sagt Steiner.

Und kein gutes Benehmen ist für die beiden, wenn die Umzugsteilnehmer die Musikboxen nach außen drehen, trotz gegensätzlicher Aufforderung durch den NSKKV. Dabei geht es den Schöppingern nicht um die kleinen Boxen vieler Gruppen, sondern um die extrem lauten Anlagen. „Wir sind keine Loveparade“, sagt Thomas Saar. Wer sich nicht an die Regeln halte, werde aus dem Zug genommen, so Steiner. „Wir werden das konsequent durchziehen“, kündigt Thomas Saar an.

Auch im direkten Umfeld des Umzugs gibt es einige Veränderungen. So löst das Technische Hilfswerk (THW), das mit Kräften aus Ahaus und Gronau vertreten ist, die Feuerwehr Schöppingen in der Umzugsleitung ab.

Erstmals gibt es auch eine Einsatzzentrale, in der alle beteiligten Organisationen (z. B. Feuerwehr, Malteser, Polizei) vertreten sind. Diese wird im Feuerwehrgerätehaus eingerichtet. Dadurch sollen Entscheidungsprozesse vereinfacht und beschleunigt werden.

Neu ist auch, dass die Wagen nach dem Auflösen des Umzugs von der Hauptstraße weggefahren werden müssen. Zudem dürfen die Fahrer keine Gäste auf dem Wagen außerhalb des Zuges befördern. „Das ist zu gefährlich und widerspricht der Straßenverkehrsordnung“, sagt Thomas Saar. Der NSKKV werde alle Fahrer darauf hinweisen, so Umzugspräsident Steiner. Trecker-Fahrer, die sich nicht daran halten, müssten mit hohen Strafen rechnen, so Saar. Die Polizei werde das kontrollieren, so die beiden Elferratsmitglieder. Durch das konsequente Wegfahren der Wagen sollen Rückstaus verhindert und so die Auflösung erleichtert werden.

Kommenater: Karneval im Vordergrund

Der Schöppinger Karnevalsumzug hat eine riesige Fangemeinde in der Region. Über 25 000 Menschen schauen sich Jahr für Jahr den vom NSKKV organisierten Umzug an. Eine Veranstaltung mit über 80 Zugnummern reibungslos auf die Beine zu stellen, erfordert viel Arbeit.

Bei einer solchen Veranstaltungsgröße gibt es immer Dinge, die optimiert werden können. Der NSKKV hat schon in den vergangenen Jahren regelmäßig bestimmte Entwicklungen in den Blick genommen und versucht, im Gespräch mit den Teilnehmern an Stellschrauben zu drehen, um Verbesserungen zu erreichen. Das Problem dabei ist: Nicht jede Gruppe nimmt sich dieser Hinweise und Bitten an.

Deshalb ist es richtig, dass die Verantwortlichen jetzt die Regeln, die allen bekannt sind, auch konsequent durchsetzen.

Sollte der eine oder andere Wagen nicht mehr dabei sein, wäre das kein karnevalistischer Verlust. Es wäre auch nicht tragisch, wenn der Zug etwas kleiner wäre.

Der NSKKV hat mit den jetzt getroffenen Maßnahmen ein deutliches Zeichen gesetzt, dass der Karneval im Vordergrund steht – nicht nur das Feiern einer riesigen Party. Und das ist gut so. -Rupert Joemann-

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Steiner und Saar kündigen zudem an, dass die Polizei bei schamlos Handelnden (z.B. Wildpinkeln) eingreifen werde. „Überall da, wo eine rote Linie überschritten ist“, sagt Thomas Saar. Dabei gehe es nicht darum, den Jecken die Freude zu nehmen, sondern Auswüchse zu verhindern.

Neu sind auch Müllcontainer an den Eingangsstraßen und ein zusätzlicher Toilettenwagen bei der Aufstellung im Gewerbegebiet Nord, der später noch an die Umzugsstrecke gestellt wird.

Auf ein diskutiertes Glasverbot verzichtet der NSKKV. „Das ist so nicht zu stemmen“, sagt Martin Steiner. „Wir wissen nicht, wie wir das durchsetzen könnten“, so Saar. Dafür fehle dem Verein das Personal.

Der NSKKV veranstaltet am 7. Februar um 18 Uhr im Rathaus für alle Gruppen einen Infoabend.

Anmeldungen für den Umzug sind bereits jetzt auf der Internetseite des NSKKV möglich. 

Zum Thema

Interessenten, die beim Umzug als Wagenbegleiter mitgehen möchten, erhalten eine Aufwandsentschädigung von 30 Euro. Die Wagenbegleiter müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Interessenten können sich bei Thomas Saar, ' 0170 3897370, melden.

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