Sebastian Frye
Die Berufung gefunden

Eggerode -

Der Letzte in dieser Vorstellungsreihe ist Sebastian Frye selbst, der nun am Pfingstsonntag im Hohen Dom zu Münster seine Priesterweihe empfangen wird.

Samstag, 14.05.2016, 06:05 Uhr

Sebastian Frye an den Stufen vor dem Altar im Dom zu Münster: An dieser Stelle wird er neben sieben weiteren Kandidaten während der Priesterweihe auf dem Boden liegen und sich so symbolisch in die Hände Gottes begeben.
Sebastian Frye an den Stufen vor dem Altar im Dom zu Münster: An dieser Stelle wird er neben sieben weiteren Kandidaten während der Priesterweihe auf dem Boden liegen und sich so symbolisch in die Hände Gottes begeben. Foto: Matthias Frye

Geboren 1988 im Coesfelder Krankenhaus und aufgewachsen in Eggerode , ist er das jüngste von drei Kindern. Seine Eltern Thomas und Marion Frye , geborene Wolken, stammen beide gebürtig aus Appelhülsen bei Nottuln. Beruflich zog es sie beide Anfang 1977 in den Wallfahrtsort, wo er seitdem den Dienst des Küsters und Organisten ausübt und sie das Devotionaliengeschäft an der Kirche betreibt.

Nach Kindergarten und Grundschule in Eggerode besuchte Sebastian Frye die Canisiusschule in Ahaus und erlangte dort 2008 sein Abitur. Während seiner letzten Schuljahre kreuzten sich zum ersten Mal seine Wege mit denen von Marc Röbel, der damals als Subsidiar in dem Wallfahrtsort neben seiner Promotionsarbeit seinen Priesterdienst versah. In vielen intensiven Gesprächen klärte sich für Frye die Suche nach seinem zukünftigen Beruf und seiner persönlichen Berufung.

Schließlich kam er zu dem Entschluss, die Ausbildung im Priesterseminar zu beginnen. Diese sicher nicht einfache Entscheidung war für manche in seinem Umfeld zunächst nur schwer nachzuvollziehen. Doch je weiter der berufliche Werdegang voranschritt, fand er immer mehr Menschen, die ihn in seinem Vorhaben unterstützten und Mut zusprachen. Dadurch bestärkt, durchlief er Studium und Ausbildung zum Priester, wobei auch er sich immer wieder fragte und gefragt wurde, ob es noch der richtige Weg sei. Sein Studium absolvierte er an der Westfälischen Wilhelmsuniversität in Münster , davon zwei Auslandssemester 2010/11 an der Franciscan School of Theology, einer Hochschule in Berkeley, Kalifornien. Daneben standen Praktika in karitativen Einrichtungen und Kirchengemeinden sowie Schulungs- und Exerzitienfahrten ins Heilige Land auf dem Ausbildungsprogramm.

Schließlich wurde Frye im vergangenen Jahr zum Diakon geweiht und leistete nach einjährigem Praktikum in der Gemeinde St. Mauritz in Münster auch dort sein Gemeindejahr als Diakon ab. Seine pastoralen Aufgaben umfassten unter anderem den Religionsunterricht an der örtlichen Realschule, die Firmkatechese, die Messdienerarbeit und die Spendung von Krankenkommunionen.

Ständig wechselnde Einsatzorte zogen auch immer wieder Wohnungs- und Wohnortswechsel mit sich. Ein „richtiges Ankommen“ und Freundschaften aufzubauen, war unter diesen Umständen eine echte Herausforderung. Daneben mussten natürlich auch die bestehenden Bindungen gepflegt werden. „Eine nicht einfache Aufgabe, um die man sich wirklich bemühen muss, wenn einem die Freundschaft etwas wert ist“, bemerkt Frye hierzu. Doch behält er trotz der räumlichen Distanz stets schriftlichen und telefonischen Kontakt zu Freunden und Familie, kommt zu Besuch oder lädt auch schon mal zu Feierlichkeiten in die Kellerbar des Priesterseminars, der Coelibar, nach Münster ein.

Ein quasi Spiegelbild seiner „Berufungssuche“ war Fryes Ausprobieren unterschiedlicher Freizeitbeschäftigungen und Hobbys in den Jugendjahren. Chorgesang, Angelsport, Fußball und sogar Karate standen in seinem Leben für eine gewisse Zeit hoch im Kurs. Doch vieles wurde wieder verworfen, weil es letztlich doch nicht als das Richtige erschien. Geblieben und wie ein roter Faden durch sein Leben gezogen hat sich lediglich der Gesang. Angefangen im Kinderchor, über das Engagement bei Theaterauftritten in der Schule und anderen Chorprojekten, ist er bis auf den heutigen Tag begeisterter Sänger und Mitglied im Eggeroder Kirchenchor sowie im Kammerchor an der Herz-Jesu-Kirche in Münster. Ein Talent und Hobby, das sich gut mit dem Beruf des Priesters verbinden lässt, weiß der Noch-Diakon – wo auch immer sein nächster Einsatzort sein wird.

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