Pfarreirat im Bibelmuseum
Die Spur des Neuen Testaments

Schöppingen -

Seine Mai-Tour unternahm der Pfarreirat von St. Brictius jetzt nach Münster, um das Bibelmuseum in der Pferdegasse zu besuchen. In Münster empfing Johannes Schulze Wasserkönig die Schöppinger am Buddenturm. Er führte die Gruppe anschließend sachkundig durch das Bibelmuseum.

Montag, 12.05.2014, 08:00 Uhr aktualisiert: 12.05.2014, 15:42 Uhr

Johannes ist Theologiestudent im achten Semester und gleichzeitig als wissenschaftliche Hilfskraft im Museum tätig. Zurzeit ist er mit Schriften des Matthäus-Evangeliums beschäftigt, und untersucht sie nach Fehlern und sinnentstellenden, falschen Übersetzungen. „Für eine Handschrift – sie ist in altgriechischer Sprache verfasst – brauche ich ungefähr drei Monate“, erklärt er. Täglich könne er aber nur vier Stunden daran arbeiten, da sonst die Konzentrationsfähigkeit seine Arbeit gefährde.

Das Bibelmuseum ist dem Institut für neutestamentliche Textforschung (INTF) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster unter der Leitung von Professor Dr. Holger Strutwolf angeschlossen. Das INTF ist das internationale Zentrum für die Arbeit am Text des griechischen Neuen Testaments. Es besitzt eine einzigartige Mikrofilmsammlung von über 90 Prozent aller weltweit bekannten rund 5500 griechischen Handschriften des Neuen Testaments, aber auch eine stattliche Anzahl von Originalhandschriften. Einen Teil dieser griechischen Handschriften des Neuen Testaments konnten die Mitglieder des Pfarreirats im Bibelmuseum sehen.

Seine Führung begann Johannes Schulze Wasserkönig mit der Vorstellung der Beschreibstoffe wie Papyrus und Pergament, das vornehmlich aus der Haut von Schafen und Ziegen hergestellt wird. Er stellte dann zwei vorbiblische Textquellen vor, eine sumerische Tontafel mit Keilschrift, die den Schöpfungsbericht enthält, und eine Steintafel des Nebukadnezar aus Mesopotamien, die einen Baubericht beinhaltet, vergleichbar dem Turmbau zu Babel.

Über den Hinweis auf alttestamentliche Quellen wie den Kodex Aleppo aus dem 10. Jahrhundert, den Kodex Leningradensis und die 1947 in Qumran gefundenen 800 Schriften leitete er zu den Schriften des Neuen Testamentes über.

Erasmus von Rotterdam hatte eine kritische Edition des griechischen Neuen Testaments erstellt. Erasmus’ Neues Testament war der erste erhältliche vollständige gedruckte griechische Text des Neuen Testaments. Mit ihm konkurrierte der spanischen Kardinal Francisco Ximenes, der ebenfalls eine vollständige Übersetzung des Neuen Testamentes in lateinischer Sprache verfasst hatte. „Die Lutherbibel war allerdings nicht die erste Übersetzung in deutscher Sprache. Vor ihr gab es bereits 18 Übersetzungen, die allerdings eher regional bestimmt waren und teilweise Mundarten zugerechnet werden müssen“, stellte Johannes Schulze Wasserkönig fest. Seit der Erfindung des Buchdrucks 1452 durch Johannes Gutenberg gab es eine Fülle von Bibeldrucken, die als Faksimiles im Museum zu sehen sind.

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