Abbruch der ehemaligen Hülsta-Gebäude
Erschließung früher als geplant

Heek -

Mehr als zehn Jahre ist es her, dass Heek mit Hülsta seinen größten Arbeitgeber verlor. Doch bis zuletzt prägten die ehemaligen Fertigungshallen des Möbelherstellers mit Sitz in Stadtlohn das Ortsbild an der B 70. Seit einem halben Jahr laufen die Abrissarbeiten auf dem Gelände. Doch von außen deutlich sichtbar ist der Abbruch erst seit Anfang Juni. Inzwischen steht kaum noch ein Stein auf dem anderen.

Montag, 17.06.2019, 18:29 Uhr
Gut voran gehen die Abbrucharbeiten an den ehemaligen Hülsta-Gebäuden an der B 70. Mit Asbest und Mineralwolle belastetes Material muss gesondert entsorgt werden. Foto: Falko Bastos

Bauleiter Bernd Eink von der Firma Lukassen und Sabine Nöldemann vom Bauamt der Gemeinde erklären beim Ortstermin auf der Baustelle, welche Arbeiten im Vorfeld nötig waren. „Die Schadstoffsanierung war das zeitaufwendigste“, sagt Eink. Denn große Mengen „gefährlichen Abfalls“, vor allem Asbest und Mineralwolle, galt es zu entsorgen.

„Das waren bestimmt 5000 bis 7000 Meter Leitungen, die in Mineralwolle eingepackt waren“, so Eink. „Und die Dachplatten mussten händisch abgeschraubt werden, weil es sonst stauben würde“, erklärt Nöldemann.

Rund 800 Tonnen Asbestmaterial und 150 Tonnen Mineralwolle kamen zusammen. „Das sind aber eher Standard-Sachen und nichts Gravierendes“, fügt sie hinzu. Auf größere Probleme wie etwa eine Belastung des Bodens sei man bei den Arbeiten nicht gestoßen.

Ganz einfach ist es dennoch nicht, die Schadstoffe loszuwerden, denn sie können nur schrittweise entsorgt werden. „Die Deponie nimmt nur wöchentlich begrenzte Kontingente an“, sagt der Bauleiter. Beim Asbest seien es zwei bis drei Lkw-Züge pro Woche gewesen.​

Anders als die Schadstoffe werden Materialien wie Stahl und Schutt wiederverwertet. Der Schutt wird in einer Brecheranlage zu Schotter zerkleinert. „Das ist ein gefragtes Produkt“, sagt Nöldemann. Denn während die Nachfrage nach Baumaterialien ungebrochen sei, würde Natursteinschotter langsam knapp.

Es sind gigantische Mengen, die sich auf dem acht Hektar großen Gelände auftürmen. Und erst wenn das meiste der Schuttberge abtransportiert ist, kann die Bodenplatte abgetragen werden, die direkt vor Ort aufbereitet wird. Mit 20 000 bis 25 000 Tonnen Schutt rechnet Bernd Eink.

Trotz des Ausmaßes ist der Job für ihn Routine. „Da gibt es viel schwierigere Fälle“, sagt er. „Wenn man mitten in der Innenstadt fünf- bis sechsstöckige Gebäude direkt an der Hauptstraße abreißen muss, ist das schon kritischer.“​

Die Arbeiten liegen vor dem Zeitplan, ursprünglich hatte die Gemeinde bis zum Jahresende mit dem vollständigen Abbruch gerechnet. „Wir gehen von Ende August aus“, ist Eink optimistisch.

Demnach können die Erschließungsarbeiten wohl in diesem Jahr beginnen. „Die Planungen laufen schon“, sagt Sabine Nöldemann. Rund ein Dreivierteljahr Bauzeit erwartet sie für die Erschließung. Spätestens 2021 soll das neue Gewerbegebiet fertig sein.

Auch die Vermarktung läuft schon länger. So stehen die ersten neuen Nutzer mit einem Baumarkt sowie Handels-, Handwerks- und Baubetrieben schon fest. Rund 20 Firmen sollen auf dem Gelände ihren Platz finden.

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