Frauen-Schützenverein St. Elfi
Aus Spaß wird ernst

Heek -

Anna Nacke und Marion Okon haben derzeit alle Hände voll zu tun. Es gibt viel zu organisieren für die Schützinnen von St. Elfi. Gerade ist der erste Heeker Frauen-Schützenverein ins Vereinsregister eingetragen worden. Notarbesuche, Gründungsversammlung, Vereinssatzung – aus Spaß wird Ernst.

Mittwoch, 12.06.2019, 17:54 Uhr aktualisiert: 14.06.2019, 15:03 Uhr
Der Heeker Frauen-Schützenverein St. Elfi bereitet sich auf sein erstes öffentliches Schützenfest vor. Foto: privat

Denn eigentlich sei die Idee zu einem Frauenschützenfest „aus Jux heraus entstanden“, wie Vorstandsmitglied Anna Nacke verrät. Beim Frühschoppen auf dem Schützenfest der Junggesellen. „Ein Frauenschützenfest fehlte noch in Heek“, sagt ihre Vorstand-Kollegin Marion Okon .

Das erste Schützenfest vor zwei Jahren sei so gut angekommen, dass alle die Schützinnen zum Weitermachen animiert hätten. „Jetzt mussten wir ein Verein werden“, erklärt sie. „Sonst könnten wir das nicht mehr bewerkstelligen.“

Vieles habe sich seitdem verselbstständigt. Etwa der Dresscode: „Pink musste sein“, erklärt Okon. „Und schwarz passt einfach am besten dazu.“ Irgendwann seien dann die pinken Regenschirme als Markenzeichen dazugekommen.

Halstücher aus der Caritaswerkstatt

Anfangs hatten die Schützinnen ihre Halstücher noch selbst genäht. Dies ist inzwischen zu aufwendig geworden. 550 Tücher gaben die Schützinnen bei den Caritas-Werkstätten Langenhorst, in der Näherei der Zweigstelle Steinfurt, in Auftrag, wo Menschen mit Behinderung ins Arbeitsleben eingegliedert werden. „Das ist uns ein wichtiges Anliegen“, sagt Anna Nacke.

Am 14. September gibt es nun die Schützenfest-Neuauflage. Und die fällt einige Nummern größer aus als das erste Schützenfest. Im Festzelt auf dem Marktplatz. Das hatte der Verein beantragt, führte aber wegen nächtlicher Lärmbelästigung bei ähnlichen Veranstaltungen zu Diskussionen. Am Ende entschied der Rat: Gleiches Recht für alle. Entsprechend steigt der Planungsaufwand: Zelt und Bewirtung müssen organisiert und Genehmigungen eingeholt werden.

Amtierende Königin ist Andrea Brüggemann, die vor zwei Jahren in einer damals noch als privat deklarierten Veranstaltung den Vogel abschoss.

Amtierende Königin ist Andrea Brüggemann, die vor zwei Jahren in einer damals noch als privat deklarierten Veranstaltung den Vogel abschoss. Foto: Marina Münstermann

Das erste Schützenfest hatten die Heeker Frauen noch in der Gaststätte Kaiser gefeiert. „Beim ersten Mal war es noch eine Privatveranstaltung, jetzt ist es öffentlich“, erklärt Anna Nacke. Statt geladener Gäste aus Heek sind nun alle Party-Gäste willkommen. Und zwar zur Flatrate: Für 49,90 Euro gibt es personalisierte Eintrittskarten. Die Getränke sind inklusive.

Die Karten sind nur an drei Vorverkaufstagen erhältlich, eine Abendkasse gibt es nicht. „Damit wir besser planen können“, so Nacke. Bedenken, das Zelt vollzukriegen habe sie nicht: „Beim letzten Mal wurden uns die Karten aus den Händen gerissen.“ Auch der Vorverkauf in Nienborg sei bereits vielversprechend gelaufen.

In zwei Jahren soll das Schützenfest dann in Nienborg steigen, immer im Wechsel mit dem Nachbarortsteil. „Wir sind ein Verein für Heek, Nienborg und Ahle“, betont Anna Nacke. In Ahle steigt die jährliche Altweiber-Party.​

Beim ersten Mal war es noch eine Privatveranstaltung, jetzt ist es öffentlich.

Anna Nacke

„Schießen dürfen aber nur Mitglieder“, so Marion Okon. Und das heißt klipp und klar: Nur Frauen aus Heek kämpfen um die Krone. Der Vorteil gegenüber den Männern: „Es gibt keine Verpflichtungen, man muss nichts bezahlen“, sagt Okon. „Nur eine Pflicht hat unsere erste Königin eingeführt“, ergänzt Nacke. Eine Kiste Bier muss die Königin spendieren.

Noch ist der Kandidatenkreis für die Nachfolge von Königin Andrea Brüggemann überschaubar. Denn bei den Mitgliedern ist noch Luft nach oben. Gerade hat der Verein das erste Neu-Mitglied neben den 19 Gründerinnen aufgenommen. Mitgliedsanträge liegen in den Banken der Gemeinde und bei den Vorverkaufsstellen aus.

Von den anderen Vereinen werde „St. Elfi“ voll akzeptiert, so Anna Nacke. „Die laden uns ein und unterstützen uns bei den Planungen.“ Doch nicht alles wollen die Frauen von den Männern übernehmen. So verzichten sie auf viele Rituale wie den Krönungsball. „Wir wollen einfach nur feiern“, sagt Anna Nacke. Es ist eben doch nicht alles ernst.

Kartenvorverkauf

Karten für das Schützenfest gibt es noch an zwei Verkaufstagen (der Verkauf in Nienborg ist bereits abgeschlossen): am 16. Juni (Sonntag) von 11 bis 17 Uhr bei Hovestadt in Ahle; am 18. Juni (Dienstag) von 17 bis 21 Uhr auf dem Parkplatz der Bäckerei Münstermann in Heek.

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