Vorzugskorridor für Stromautobahn
Geplante Trasse könnte durch Epe, Heek und Ahaus führen

Heek/Ahaus/Epe -

Die Stromautobahn von Emden bis Osterrath wird wahrscheinlich durchs westliche Kreisgebiet verlaufen. Damit würde die unterirdische Gleichstromverbindung auch durch Eper, Heeker und Ahauser Gebiet führen. Am stärksten betroffen sein wird vermutlich Ahaus.

Donnerstag, 11.01.2018, 18:01 Uhr

Die Strom-Erdkabel sind in Raesfeld bereits von Amprion verlegt worden. Nun hat der Netzbetreiber auch einen Vorzugskorridor für die Gleichstromverbindung A-Nord vorgestellt.
Die Strom-Erdkabel sind in Raesfeld bereits von Amprion verlegt worden. Nun hat der Netzbetreiber auch einen Vorzugskorridor für die Gleichstromverbindung A-Nord vorgestellt. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Eine entsprechende Vorzugsvariante hat der Netzbetreiber Amprion am Donnerstag vorgestellt. Davor gab es einen Bürgerdialog über mehrere Monate, bei dem sich kommunale Vertreter wie private Bürger an der Trassenfindung beteiligten.

Für die Gemeinde Heek sieht der nun vorgeschlagene Verlauf auf den ersten Blick gut aus. Von den zuvor diskutierten Korridoren ist die nun favorisierte Variante jene, die Heek am wenigsten berührt. Sie würde unter anderem durch die Bauerschaft Wichum führen, dann jedoch abzweigen in Richtung Graes und Wessum. „Die B-Variante würde Heek deutlich mehr tangieren“, sagt Herbert Gausling, Bauamtsleider der Gemeindeverwaltung.

Diese wurde als mögliche Ausweichvariante vorgestellt und würde weiter durch Ahle bis nach Ahaus verlaufen. Eine dritte Möglichkeit, die wohl nicht mehr verfolgt wird, nähme ihren Weg unter anderem durch die Bauerschaften Callenbeck und Averbeck.

Allerdings macht Gausling deutlich, dass der genaue Trassenverlauf noch nicht absehbar ist. „Wir reden über sehr große Planungsräume von bis zu einem Kilometer.“ Das bedeutet, dass die Erdkabel am Ende irgendwo innerhalb dieses Kilometers verlegt werden. Laut Amprion ist die Baufläche dann 35 Meter breit, inklusive der zwei Kabelgräben, der Baustraße in der Mitte und dem Aushub.

Wie die Bürger im Einzelfall von der Stromautobahn betroffen seien, könne damit noch nicht gesagt werden, so Gausling. Mittlerweile rege sich auch vermehrt Widerstand, insbesondere bei einzelnen Grundstückseigentümern. Von den Landwirten werde unter anderem bemängelt, dass für die Trasse – obwohl sie dem Umweltschutz diene – erneut Ausgleichsflächen geschaffen werden müssten.

Die Gemeinde Heek hatte zuvor mehrfach dargelegt, dass die Gewerbegebiete und das Bauland vor Ort durch die Trasse nicht beeinträchtigt werden sollen. „Das wird mit der nun vorgestellten Variante auch eingehalten“, so Gausling.

In Epe betrifft der Vorzugskorridor den Süd-Osten der Stadt „marginal“, sagt Joachim Krafzik, Leiter des Fachdienstes Stadtplanung in Gronau. Auch die Ausweichvariante würde diesen Verlauf nehmen. Dieses Gebiet sei nicht ganz uninteressant für städtische Belange, so Krafzik. „Es gibt Überlegungen, dort gewerblich-industrielle Flächen auszuweisen.“ Allerdings müsse auch hier erst abgewartet werden, wo die Leitungen am Ende wirklich liegen sollen. Der Rand des Planungskorridors etwa führt gar nicht mehr durch Eper Gebiet.

Stärker betroffen sein wird vermutlich Ahaus. Die Vorzugsvariante führt an Graes vorbei über Wessumer Gebiet nach Wüllen. Alstätte ist weder in der Vorzugs- noch in den Ausweichvarianten betroffen. In einer Stellungnahme verweist Bürgermeisterin Karola Voß auf ein Positionspapier des Kreises, das mit 17 Kommunen erstellt wurde und in dem sich der Kreis Borken schon zuvor kritisch zum Leitungsbauvorhaben geäußert hatte. Zum weiteren Vorgehen sagt Voß: „Sobald weitere Informationen und der konkrete Streckenverlauf vorliegen, werden wir uns mit den Auswirkungen für die Stadt Ahaus intensiv beschäftigen.“

Zeitplan

► Die hiesigen Behörden werden am Donnerstag (18. Januar) offiziell von Amprion informiert. Danach geht das Thema weiter in die jeweiligen Ausschüsse. In Gronau etwa findet der nächste Ausschuss für Planen, Bauen und Denkmalpflege am 6. Februar (Dienstag) statt, ebenso in Ahaus. In Heek ist der nächste Bauausschuss für den 14. Februar (Mittwoch) vorgesehen.

► Privatpersonen lädt Amprion zu mehreren Bürgerinfomärkten ein. In Gronau findet ein solcher Infomarkt am 24. Januar (Mittwoch) von 12 bis 14 Uhr im Gasthof Driland statt, in Legden am 5. Februar (Montag) von 10 bis 12 Uhr im Rathaus.

► Amprion reicht den Vorzugskorridor im März bei der Bundesnetzagentur ein, die final über die Trassenführung entscheidet. In den Antragsunterlagen zeigt Amprion daher nicht nur den Vorzugskorridor, sondern auch alle in Frage kommenden Alternativen auf. Zu der Planung können Träger öffentlicher Belange ebenso wie Privatpersonen Stellung nehmen.

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