Auf der Tenne im Epping‘schen Hof
Schlöffkenfest in Heek: Immer ein Fuß in der Rinne

Heek -

Mit einem zweieinhalbfachen „Hurra, Hurra, Hu“ stoßen die Heeker Schützenfrauen an, als der erste Ansturm am Tresen bewältigt ist. Sie trinken die rote Variante des „Münsterländer Tequilas“ – mit Kirschling statt Korn. Die Scheibe Mettwurst gehört natürlich dazu beim Schlöffkenfest auf der Tenne im Epping‘schen Hof.

Montag, 08.01.2018, 17:01 Uhr

Der Holzschuh darf nicht fehlen, ebenso wie das rot-weiße Halstuch, die Schiebermütze und die Tischlerjacke: Erst dann gilt der Heeker als waschechter Schlöffken.
Der Holzschuh darf nicht fehlen, ebenso wie das rot-weiße Halstuch, die Schiebermütze und die Tischlerjacke: Erst dann gilt der Heeker als waschechter Schlöffken. Foto: Falko Bastos

Dort ist die Stimmung schon vormittags ausgelassen. Die Tanzkapelle Happy-Music spielt, Bier und Schnaps fließen. Viele Heeker sind gekommen, um zu klönen und zu feiern – oder um in gemütlicher Runde Doppelkopf zu spielen. „Sowohl am Sonntag als auch am Montagmorgen war das Fest richtig gut besucht“, zeigt sich Ralf Münstermann , Präsident des ausrichtenden Heimat- und Schützenvereins St. Ludgerus, zufrieden.

Um 17 Uhr haben die Frauen Feierabend. „Dann müssen wir nach Hause gehen“, sagt Mechthild Böckers. Denn dann ziehen die Männer nach altem Brauch von Kneipe zu Kneipe – immer ein Fuß in der Rinne. Doch die Kneipenlandschaft in Heek ist kleiner geworden. „Jetzt sind es noch drei, früher waren es mehr als zehn“, erinnert sich Werner Terwolbeck , der seit mehr als 20 Jahren dabei ist.

Er trägt seinen Holzschuh von einem Schuhmacher aus Legden. „Ein echtes Unikat“, sagt er. Einen Schlöffken-Kerl hat er selbst eingraviert. Ein Unikat ist auch Hermann Sundermann, der seit über 50 Jahren zum Schlöffkenfest geht. „Ich gehöre zur alten Garde“, so Sundermann. Seit 17 Jahren verkauft er zum Fest handgeschnitzte Stöcke, die Schnesen und Mettwürste.

„Für uns ist es aber auch wichtig, dass junge Leute nachkommen, um diese Tradition weiterzutragen“, betont Münstermann. Und das scheint zu klappen: Viele junge Leute feiern an diesem Montag mit. Natürlich in traditioneller Schlöffken-Kluft, die Neulinge werden direkt eingekleidet. „Der Nachwuchs zieht mit“, freut sich Münstermann.

Zum Beispiel Aaron Klein. Für ihn ist es das erste Schlöffkenfest. Er wurde von seinen Kumpels mitgenommen. „Eigentlich wollte ich schon im letzten Jahr dabei sein, aber da musste ich zur Schule“, verrät er. Im Berufsleben angekommen, ist er jetzt flexibler. „Diesmal habe ich mir extra Urlaub genommen“. Und vorsorglich für den Dienstag gleich mit. Denn trotz des frühen Beginns – das erste Bier gab es um neun – will natürlich keiner schlappmachen. „Da ist Kondition gefragt“, sagt Werner Terwolbeck. Und Kondition, die haben sie in Heek.

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