Christian Terhaar ist Deutscher Meister
Viele Details ebnen Weg zum Erfolg

Nienborg -

Fünf Eier liegen im Eierkarton. Auf allen steht 4.1. – der Tag, an dem sie gelegt wurden. Drei Wochen lang kann Christian Terhaar die Eier lagern und von einer Brutmaschine im Keller ausbrüten lassen. Den Zeitpunkt des Schlüpfens nach 21 Tagen bestimmt somit der Züchter.

Samstag, 06.01.2018, 06:01 Uhr

Während sich Dana Terhaar (11) um die Ohiki kümmert, konzentriert sich ihr Vater Christian überwiegend auf die Zucht der weißen Zwerg-Wyandotten.
Während sich Dana Terhaar (11) um die Ohiki kümmert, konzentriert sich ihr Vater Christian überwiegend auf die Zucht der weißen Zwerg-Wyandotten. Foto: Rupert Joemann

Der richtige Zeitpunkt ist mitentscheidend für die Erfolge. Der Nienborger scheint im vergangenen Jahr alles richtig gemacht zu haben. Der 50-Jährige holte mit seinen weißen Zwerg-Wyandotten alle wichtigen Titel. Höhepunkt war die Deutsche Meisterschaft in Hannover, außerdem der Sieg bei der Ausstellung des Sondervereins für weiße Zwerg-Wyandotten und die Westfalenmeisterschaft. Seine elfjährige Tochter Dana freute sich über die Norddeutsche Meisterschaft mit Antwerpener Bartzwergen gelbschwarz-columbia.

„Man muss eine Menge Details beachten“, sagt Christian Terhaar . Es fängt mit dem Alter an, in dem er seine Zwerghühner am liebsten mit auf die Ausstellungen nimmt. „Optimal ist zwischen der 23. und 27. Woche“, sagt der Ingenieur. Dann ist der Körperbau am besten ausgeprägt. Doch auch dabei gibt es je nach Geschlecht Unterschiede. Die Hähne nimmt er gerne mit 30 Wochen und die Hennen mit 24 Wochen mit.

Um in einer Saison bei sieben Ausstellungen jeweils rund zehn weiße Zwerg-Wyandotten präsentieren zu können, benötigt Terhaar 30 bis 40 ausstellungsfähige Tiere. Denn jede Zwerg-Wyandotte will er höchstens zwei Mal den Preisrichtern vorstellen. Der Grund: Die weißen Zwerghühner müssen eine Woche vor der Ausstellung gewaschen werden. Und zu häufig will er das nicht machen, „weil das Gefieder davon beansprucht wird“. Das möchte er den Zwerghühnern nicht antun.

Schon jetzt steht sein Ausstellungsplan für dieses Jahr. Entsprechend richtet der Nienborger seine Zucht aus. Es ist wie beim Training von Ausdauersportlern, die ihr Trainingsprogramm auf den Saisonhöhepunkt ausrichten. Die Tiere müssen im passenden Alter sein, um den hohen Zuchtstandards gerecht zu werden und die gewünschten Erbeigenschaften mitbringen. All das muss berücksichtigt werden. 2017 erhielten seine Tiere 13 Mal die Höchstwertung vorzüglich.

Zu den weißen Zwerg-Wyandotten ist Christian Terhaar, der seit seinem zehn Lebensjahr züchtet, aus Verbundenheit zu seinem Vater gekommen. Eigentlich züchtete er andere Tiere, sein Vater jedoch die weißen Zwerg-Wyandotten. Um seinen Vater einen Gefallen zu tun, wechselte er die Rasse – und blieb bis heute dabei.

Besonders fasziniert den Nienborger, „was aus der Verpaarung wird“. Bei jedem Ei notiert er akribisch von welchem Hahn und welcher Henne es abstammt. „Man sieht, wer vererbt was“, sagt der Familienvater.

Er legt dabei wert auf mehrere Zuchtlinien. So verwendet er drei Hähne mit jeweils drei bis vier Hennen. Durch das genaue Protokollieren der Abstammungen und variieren der Paare verhindert er Inzestpaarungen.

„Hähne nehme ich bis fünf Jahre in die Zucht“, erklärt er. Bei den Hennen aber nur Jungtiere. Die Tiere, die Terhaar selbst nicht für die Zucht nutzt, verschenkt er an andere Züchter oder verkauft sie für „kleines Futtergeld“. Sie selbst zu essen, „das ist nicht mein Ding“. Das sieht bei den Eiern anders aus. „Die sind lecker“, sagt der Geschäftsführer der Gewa Hallenheizungen GmbH in Mönchengladbach, schmunzelnd.

Die Zwerg-Wyandotten haben bis zu 600 Dotter in ihren Eierstöcken. Wie viele Eier sie pro Jahr legen, hängt auch von den Lichtverhältnissen ab. Bei täglich mindestens 13 Stunden Licht wird die Produktion am meisten angeregt. Auch dadurch kann der Züchter die Legeleistung beeinflussen. Es sind halt viele Details, die Christian Terhaar beachten muss.

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