Thomas Eltner gewinnt Architekturpreis
Visionen für den Marktplatz der Zukunft

Heek -

Ein Geschenk hat Thomas Eltner aus Heek schon vor Weihnachten bekommen: 1200 Euro. Wichtiger ist dem jungen Planer allerdings, wofür es das Geld gab. Für einen Architekturpreis auf Landesebene.

Samstag, 30.12.2017, 06:12 Uhr

Der Heeker Thomas Eltner hat viele Ideen, wie seine Stadt – oder auch sein Dorf – der Zukunft aussehen sollte.
Der Heeker Thomas Eltner hat viele Ideen, wie seine Stadt – oder auch sein Dorf – der Zukunft aussehen sollte. Foto: privat

Thomas Eltner , aufgewachsen in Heek, hatte bereits während seiner Schulzeit am Alexander-Hegius-Gymnasium in Ahaus sein Interesse an Architektur und Stadtplanung gespürt. Unterstützt auch dadurch, dass seine Mutter als Bauzeichnerin die fachliche Nähe mitbrachte. Nach dem Abitur aber ging es zuerst in die USA – zu einem „Mix aus Ferien und Freiwilligendienst“, wie er erzählt. Sein berufliches Ziel verfolgte er dann als Studierender der Fakultät Architektur und Bauwesen der TU Dortmund . Eltner: „Ein sehr anspruchsvoller Studiengang.“ Und immer mehr spürte er, „dass das nicht wirklich mein Ding war“.

Spät, erst nach dem vierten Semester, entschloss er sich zum Wechsel an die Fakultät Raumplanung (Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung). „Nur ein Gebäude weiter.“ Und genau dort fühlte er sich richtig, sah bereits bei den ersten Projekten die Nähe zu seinen Vorstellungen von einer nachhaltigen Stadt- und Raumplanung. Wie in San Diego etwa, als die Wasserversorgung zum Hauptthema der Dortmunder Studenten wurde.

In seiner Bachelorarbeit, die sich dem Entwurf für das „Bahnhofsquartier am Lokschuppen“ in Wuppertal-Vohwinkel widmet, lässt der 27-Jährige seinen Visionen von einer nachhaltigen Stadtplanung freien Lauf. Mobilität ist nicht nur für dieses Quartier, sondern ganz allgemein ein zentrales Anliegen des Stadtplaners Eltner. Das allerdings unter geänderten Vorzeichen.

„Das Auto darf nicht das Mittel der ersten Wahl sein“, sagt er. Seine Prioritätenliste sieht so aus: Ganz oben stehen die Fußgänger, dann die Radfahrer, gefolgt vom ÖPNV. Schlusslicht sind die Autos. Car-, aber sogar Park-Sharing sind wichtige Schlüsselworte in seiner Ideenwerkstatt. Eltners Ideen fand eine Jury der NRW-Bank so überzeugend, dass sie seine Wuppertaler Pläne mit dem ersten Preis beim studentischen Ideenwettbewerb „Wachstum in Kooperation – Neue Wohnraumangebote in der Region“ auszeichnete.

Thomas Eltner, heute Masterstudent im neunten Semester, ist stets auf der Suche nach „intelligenten Lösungen“ für die Stadt der Zukunft, wie er betont. „Wenn nicht als Student, wann denn sonst kann man solche Zukunftsvorstellungen entwickeln?“

Da liegt es sozusagen auf seinem Weg, dass er sich die auch für seinen Heimatort wünscht. Seine Vorstellungen von einem „neuen“ Marktplatz für Heek hat er auch der Gemeinde an die Hand gegeben. Das war Anfang 2016. Seitdem hat es zwar im Sommer 2016 mal ein Treffen mit Bürgermeister und Vertretern des zuständigen Planungsbüros Hoff gegeben, gehört hat er aber bislang nichts. „Eltners Entwurf liegt dem Planungsbüro Hoff vor, und das, obgleich er nicht Wettbewerbsteilnehmer war“, sagt Sabine Nöldemann vom Bauamt.

Wie berichtet erstellt das Büro Hoff gerade einen Gesamtentwurf für die Umgestaltung des Marktplatzes. Und das auf der Basis der sechs Entwürfe von Wettbewerbsteilnehmern (Studenten aus Osnabrück), von Bürgeranregungen und eben auch von Thomas Eltner. Das bestätigt Projektleiterin Nina Stirnberg vom Landschaftsbüro Hoff aus Essen: „Wir haben alle Entwürfe, auch den nachgereichten von Herrn Eltner, auf ihre Umsetzbarkeit geprüft.“ Mittlerweile habe man auch nachgearbeitet, um dem Wunsch der Gemeinde zu entsprechen, die Umsetzung in „Bausteinen“ zu realisieren. Das alles sei erfolgt und im Fachausschuss vorgestellt worden.

Inhaltlich hat Eltner bei den bislang bekannten Plänen durchaus Schnittmengen mit seinen eigenen Akzenten festgestellt. Auch beim Heeker Marktplatz kommt es ihm darauf an, dass das Auto nicht die Nummer eins sein darf. „Marktplätze, ja der öffentliche Raum überhaupt, sind häufig zu Parkplätzen geworden.“ Natürlich will Eltner den Parkraum nicht komplett streichen, aber er will auch mehr Qualität für die anderen Verkehrsteilnehmer, und überhaupt mehr Raum für Aufenthaltsqualität schaffen.

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