Das Herbert-Pixner-Projekt beim 31. Jazzfest Gronau
Musik mit hochalpinem Charakter

Gronau -

Schon der Saxofonist Joshua Redman hatte am Mittwoch beim Jazzfest gesagt: „Sie (gemeint: das Publikum, Red.) sind fast genauso wichtig wie wir Musiker.“ Am Sonntag bildeten die vier virtuosen Instrumentalisten des Herbert-Pixner-Projekts und das Auditorium eine perfekte Symbiose: Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so aufmerksam, fast schon andächtig lauschten die Zuhörer der Musik des Quartetts.

Montag, 06.05.2019, 17:33 Uhr aktualisiert: 06.05.2019, 18:10 Uhr
Heidi Pixner, Manuel Randi, Herbert Pixner und Werner Unterlercher bilden das Pixner-Projekt. Foto: Martin Borck

Die vier beschworen mit ihrer Musik Ehrfurcht herauf. Sie erzeugten Klangbilder, die von überwältigenden Naturerlebnissen inspiriert sind, in deren Genuss man als Flachlandtiroler nicht so ohne weiteres kommt – als Südtiroler aber schon: wenn man frühmorgens (Pixner: „Im Finschter“) auf den nächstgelegenen Berggipfel steigt, sich um einen herum das Morgenrot entfaltet und die Sonne aufgeht. Bei der synästhetischen Vermittlung derartiger Sinneseindrücke droht schnell die Gefahr, in Klischees abzurutschen – und die Gefahr ist angesichts des hochalpinen Charakters der Musik und der daraus resultierenden Fallhöhe umso größer. Pixner schwelgt zwar in Harmonien; doch durchbricht er in seinen Kompositionen angesichts der schroffen Berggrate gelegentlich die epische Weite mit einigen Tupfern rauer Sounds, die ihn wieder zur Erde bringen.

Herbert Pixner Projekt beim 31. Jazzfest Gronau

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  • Das Projekt mit Multiinstrumentalist Herbert Pixner, Manuel Randi (Gitarren), Heidi Pixner (Harfe) und Werner Unterlercher (Kontrabass) zog am Sonntag die Besucherinnen und Besucher in der Bürgerhalle in den bann. Foto: Martin Borck
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Das Instrumentarium des Quartetts ist ungewöhnlich: Komponist Herbert Pixner spielt Diatonische Harmonika, Klarinette, Saxofon, Trompete, Tuba, einmal sogar den Bass, Manuel Randi verschiedene Gitarren, Heidi Pixner Harfe und Werner Unterlercher Kontrabass, E-Bass und Gitarre.

Eine der musikalischen Wurzeln liegt eindeutig in der volkstümlichen Musik ihrer Herkunftsregion (die sie mit Schmackes und unbändiger Lust vortrugen). Doch die alpine Volksmusik ist nur eine von zahlreichen Quellen für das hochemotionalisierende Klanggewebe. Sanft verbreiten Stücke wie „Lost Elysion“ mit ihrem mystischen Flair eine extreme Ruhe; im Kontrast dazu bewegen sich zum Beispiel tango-angehauchte Stücke, bei denen der famose Randi seine Qualitäten als Flamenco-Gitarrist beweist. Titel „Könige der Nacht“ oder „Notturno“ sprechen für sich. Übrigens: Von wegen, sie spielen keinen Jazz: Zeitweise swingte es gehörig, und die bei Föhn in Salzburg entstandene Komposition hatte durchaus bluesig-erdige Anklänge austro-italienischer Prägung.

Die Harfe bringt eine zusätzliche Klangfarbe ins Spiel. Heidi Pixner vermag durch Glissandi – indem sie einfach über die Saiten streicht – Effekte zu erzeugen, die in dieser Natürlichkeit sonst kaum zu erreichen sind.

Walzer, brasilianische Bossa und bayrischen Zwiefacher (umwerfend: „Dirty Kathy“) – das Pixner-Projekt nimmt sich die Freiheit, gegensätzlich scheinende musikalische Pole zusammenzubringen – und siehe da: Es passt.

Das beseelte, teils regelrecht ergriffene Publikum lauschte gebannt und spendete schon zur Pause stehende Ovationen. Die Musikerin und die Musiker auf der Bühne waren ihrerseits von der Hingabe, mit der das Auditorium bei der Sache war, mehr als angetan. So darf man davon ausgehen (und hoffen), dass das nicht der letzte Auftritt des Projekts in Gronau war. Martin Borck

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