David Sanborn Acoustic Band beim Jazzfest
Zurück zu den Kernaussagen

Gronau -

David Sanborns Saxofonmusik stand einstmals für das Gefällige und (zu) Geschmeidige. Damit schmeichelte er sich in die Herzen vieler Soul-, Pop- und Rockfans, deren Idole (von David Bowie über Stevie Wonder und James Brown bis zu den Rolling Stones) er auf seinem Saxofon begleitete. Jazz-Puristen dagegen konnte er mit diesem Stil nicht so recht überzeugen. Der schien ihnen einfach zu teflonhaft. Wobei auch die Jazzfans seine Ausdruckskraft und seinen klaren Altsaxofon-Ton zu schätzen wussten, den er schon vor 45 Jahren im Orchester von Gil Evans erklingen ließ.

Donnerstag, 02.05.2019, 18:00 Uhr
Geoffrey Keezer (Piano/Keyboards), David Sanborn (Saxofon), Dieter Ilg (Bass), Michael Dease (Posaune) und Billy Kilson (Schlagzeug). Foto: Hartmut Springer

Seit einigen Jahren wendet sich Sanborn wieder stärker den Kernaussagen des Jazz zu. Mit seiner Acoustic Band – Michael Dease­ (Posaune), Billy Kilson (Schlagzeug), Geoffrey Keezer (Piano/Keyboards) und Dieter Ilg (Bass) – gastierte der Musiker am Mittwoch in der Bürgerhalle. Und der zerbrechlich wirkende Saxofonist zeigte, dass Musikmachen zwar Kraft kostet – aber auch Kraft verleiht.

Schon dem ersten Titel, „Tumbleweed“ von Michael Brecker, versetzte die Band ordentlichen Drive, ausgehend von Kilson, der hier alles andere als zurückhaltend agierte. Das schöne Thema war Basis für Improvisationen, die Keezer immer weiter spann. „Half Moon Lane“, ein weiterer Titel von Brecker, gab Michael Dease Gelegenheit, seine Posaune in nervösen Läufen über die Grundrhythmen zucken zu lassen.

„Maputo“, eine Komposition von Marcus Miller, atmete die überschäumende, tänzerische Musik des südlichen Afrikas. Keezer zauberte Marimbaphon-Klänge aus seinen Keyboards.

Dieter Ilg – der zum Besten gehört, was der deutsche Jazz zu bieten hat – setzte sich bei „Spanish Joint“ ein weiteres Denkmal: Seine Finger schubberten bei seinem grandiosen Solo nur so über den Steg. Er nahm sich alle musikalische Freiheit – trotzdem drang der iberisch-südamerikanisch geprägte Charakter des Stücks aus jeder Note, die er spielte. Großartig!

Elegisch die Trio-Ballade „It’s all in the Game“, die neue Farben in das Spiel der Band brachte.

Mit „The Dream“ – dargeboten im Duo mit Geoffrey Keezer – verabschiedete sich Sanborn, der noch einmal sein Saxofon etwas schief an die Lippen setzte und seinen klaren Ton mit dem hohen Wiedererkennungswert blies. Ein lyrischer Traum, aus dem das Publikum nur ungern erwachte, um den Musikern den verdienten Beifall zu zollen.

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