International Bayoogie Band und Sazerac Swingers
Die Atmosphäre von New Orleans

Gronau -

Ohne New Orleans gäbe es in Gronau kein Jazzfest – auch nicht irgendwo anders auf der Welt. Denn nur in jenem kulturellen Schmelztiegel mit dem Instrumentarium und den Musiktraditionen Europas, mit dem unglaublichen, aus Afrika stammenden Gefühl für Rhythmus und mit dem Blues konnten die ersten Jazzstile überhaupt entstehen. Das geschah vor rund 120 Jahren eben in der Stadt am Mississippi. Am Dienstagabend feierte das Jazzfest Gronau die Musik New Orleans‘. Mit zwei ganz unterschiedlichen Sets: Die International Bayoogie Band ließ den traditionellen Jazz wiederaufleben; die Sazerac Swingers dagegen steckten die New-Orleans-Musik in ein zeitgemäßes Jäckchen.

Mittwoch, 01.05.2019, 13:57 Uhr aktualisiert: 05.05.2019, 12:28 Uhr
Emiliy Rault und Christian Altehülshorst von den Sazerac Swingers. Rechts Überraschungsgast Glen David Andrews. Foto: Martin Borck

Die Bayoogie-Band des Pianisten Christian Christl setzte den Kessel des Boogie-Zugs unter Dampf. Mit knackigen, glasklaren, scharf konturierten Pianoperlen, stampfendem Beat und einer Bläsersektion, die sich gewaschen hatte, nahm dieser Zug Fahrt auf. Wer das hörte, bekam eine Ahnung davon, dass die Reise des Zugs über zahlreiche Weichen und Abzweigungen (auch) hin bis zum Rockabilly und Rock‘n‘Roll führen würde.

Es dauerte nicht lange, bis es den ersten Besuchern im Atrium des Cinetech-Kinos in den Beinen zuckte, kein Wunder: Sorgte die „Pepper Sauce Mama“ doch für ordentlich Würze in der Musik. Und wenn früher in den Staaten sogar in Hühnerställen getanzt wurde – warum dann nicht in einem Kino? „Chicken Shack“ fuhr denn auch in die Füße. Für ruhigere Momente sorgten Titel wie „St. James Infernal“, den Christl zum ältesten Blues erklärte, weil das Thema des schon Ende des 18. Jahrhunderts entstandenen Songs von Bluesmusikern tatsächlich immer wieder aufgegriffen wurde.

Klassiker und Ohrwürmer aus New Orleans vom „Basin Street Blues“ über „Do you know what it means . . .“ und Fats-Domino-Hits sorgten für großartige Stimmung.

berraschungsgast Glen David Andrews.

Überraschungsgast Glen David Andrews. Foto: Martin Borck

Auch die Musik der Sazerac Swingers atmet die Atmosphäre von New Orleans (Band-Gründer Max Oestersötebier hat dort mehrere Jahre studiert). Doch es ist ein New Orleans, das sich musikalisch weiterentwickelt hat. Das eine reifere Seele hat, und das moderne Lebensgefühl auch den Zuhörern von heute vermittelt. Dazu bedarf es aktueller stilistischer Mittel, die die Musiker mit einem Mix aus kreolischer Lebensfreude und einem gewaltigen Schuss Soul hinkriegten. Sängerin Emily Rault ließ ihre große Stimme ertönen. Der erste Programmteil bestand hauptsächlich aus Eigenkompositionen. Wunderbar der „Sazerac Song“. Sazerac ist übrigens ein in New Orleans gern getrunkener Cocktail – und der erwies sich auch akustisch als sehr lecker und anregend.

New Orleans beim Jazzfest Gronau 2019

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  • Die International Bayoogie Band und die Sazerac Swingers brachten am Dienstagabend New-Orleans-Atmosphäre ins Atrium des Cinetech. Die International Bayoogie Band und die Sazerac Swingers brachten am Dienstagabend New-Orleans-Atmosphäre ins Atrium des Cinetech. Foto: Martin Borck
  • Die International Bayoogie Band und die Sazerac Swingers brachten am Dienstagabend New-Orleans-Atmosphäre ins Atrium des Cinetech. Foto: Martin Borck
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  • Die International Bayoogie Band und die Sazerac Swingers brachten am Dienstagabend New-Orleans-Atmosphäre ins Atrium des Cinetech. Foto: Martin Borck
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  • Die International Bayoogie Band und die Sazerac Swingers brachten am Dienstagabend New-Orleans-Atmosphäre ins Atrium des Cinetech. Foto: Martin Borck
  • Die International Bayoogie Band und die Sazerac Swingers brachten am Dienstagabend New-Orleans-Atmosphäre ins Atrium des Cinetech. Foto: Martin Borck
  • Die International Bayoogie Band und die Sazerac Swingers brachten am Dienstagabend New-Orleans-Atmosphäre ins Atrium des Cinetech. Foto: Martin Borck
  • Die International Bayoogie Band und die Sazerac Swingers brachten am Dienstagabend New-Orleans-Atmosphäre ins Atrium des Cinetech. Foto: Martin Borck
  • Die International Bayoogie Band und die Sazerac Swingers brachten am Dienstagabend New-Orleans-Atmosphäre ins Atrium des Cinetech. Foto: Martin Borck
  • Die International Bayoogie Band und die Sazerac Swingers brachten am Dienstagabend New-Orleans-Atmosphäre ins Atrium des Cinetech. Foto: Martin Borck
  • Die International Bayoogie Band und die Sazerac Swingers brachten am Dienstagabend New-Orleans-Atmosphäre ins Atrium des Cinetech. Foto: Martin Borck
  • Die International Bayoogie Band und die Sazerac Swingers brachten am Dienstagabend New-Orleans-Atmosphäre ins Atrium des Cinetech. Foto: Martin Borck
  • Die International Bayoogie Band und die Sazerac Swingers brachten am Dienstagabend New-Orleans-Atmosphäre ins Atrium des Cinetech. Foto: Martin Borck
  • Die International Bayoogie Band und die Sazerac Swingers brachten am Dienstagabend New-Orleans-Atmosphäre ins Atrium des Cinetech. Foto: Martin Borck
  • Die International Bayoogie Band und die Sazerac Swingers brachten am Dienstagabend New-Orleans-Atmosphäre ins Atrium des Cinetech. Foto: Martin Borck
  • Die International Bayoogie Band und die Sazerac Swingers brachten am Dienstagabend New-Orleans-Atmosphäre ins Atrium des Cinetech. Foto: Martin Borck

Tiefgründig, aber geradezu genial der Titel „The Night before the Storm“ – gemeint ist der Wirbelsturm „Katrina“, den Oestersötebier 2005 erlebte. Das Stück baut eine körperlich spürbare Bedrohung auf; die Bläser – Christian Altehülshorst (Trompete), Lars Bechstein (Posaune) und Jonas Rabener (Saxofon) vermittelten in ihren Soli das Chaos, das die Stadt bis auf die Grundfesten erschütterte. Ein beeindruckendes Erlebnis, an dem auch der aus Ahaus stammende Schlagzeuger Georg Kirschner Anteil hatte.

Es dauerte etwas, bis sich wieder die fröhlich-ausgelassene Stimmung durchsetzte. Überraschungsgast Glen David Andrews aus New Orleans gelang es mit seiner Präsenz, auch die letzten Zuhörer in Bewegung zu bringen. Mit fetten Soul in Stimme und Posaune, im Duett mit Sängerin Emily Rault sowie mit einer Second Line, einer Parade durch den Saal, in Kontakt mit dem Publikum. Die Gäste bildeten – weiße Servietten schwenkend – die passende Kulisse. So wie in New Orleans. Martin Borck

 

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