Biréli-Lagrène-Quartett
Swing, Blues, Balladen und Bop

Gronau -

Die Band swingt los wie der Teufel: Der fette Sound der Hammondorgel von Jean-Yves Jung, der Rhythmus von Johann Schmidts Schlagzeug, Biréli Lagrènes Gitarrenriffs und der runde Ton des von Franck Wolf gespielten Saxofons – als ob die vier Musiker gemeinsam abheben wollen.

Dienstag, 30.04.2019, 07:49 Uhr
Biréli Lagrène. Foto: Hartmut Springer

Die Band swingt los wie der Teufel: Der fette Sound der Hammondorgel von Jean-Yves Jung, der Rhythmus von Johann Schmidts Schlagzeug, Biréli Lagrènes Gitarrenriffs und der runde Ton des von Franck Wolf gespielten Saxofons – als ob die vier Musiker gemeinsam abheben wollen. Das Quartett von Lagrène elektrisiert. Doch dieser swingende Auftakt stellt am Sonntag nur eine Facette des breiten musikalischen Spektrums dar, über das die Band verfügt. Dieser Auftakt ist eine Verneigung vor der musikalischen Herkunft des Bandleaders. Lagrène zeigt, dass er auch andere Stile verinnerlicht hat. Blues, Balladen, Bop – mit seiner großartigen Combo durchstreift er während knapp 70 Minuten einen weiten musikalischen Kosmos. Virtuos, aber bei den Balladen auch impressionistisch zart, zupft Biréli Lagrène die Saiten seiner E-Gitarre. Hier setzt das Saxofon sanft ein, und auch das Schlagzeug wird mehr gestreichelt als geschlagen, während die Orgel einen sacht an- und abschwellenden Klangteppich webt. Die Improvisation Lagrènes schöpft hier Kraft aus melancholischen Gedankengängen. Dabei baut sich eine Spannung auf, die sich in wohlklingenden Harmonien auflöst.

Standards gehören genauso zum Programm wie Eigenkompositionen. Dem Klassiker „Mercy, mercy, mercy“ aus der Feder von Joe Zawinul verpassen die Musiker einen frischen Anstrich, ebenso Sonny Rollins‘ „Oleo“.

Bluesig-rockig kann die Band ebenfalls: Lagrène lässt seine E-Gitarre heulen, Schmidt klopft auf die Felle, Franck lässt sein Saxofon quietschen. Und immer wieder der Sound dieser P3-Orgel, der der Musik einen wunderbaren Drive verleiht.

In seinem Schlagzeug-Solo darf sich Schmidt produzieren – noch mehr musikalisches Feuer geht aber von den quirligen Unisono-Passagen von Biréli Lagrène und Franck Wolf (am Sopransax) aus. Phänomenal!

Das Publikum feiert die vier Musiker zurecht.

Martin Borck

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