John McLaughlin und Biréli Lagrène
Gitarristen aus unterschiedlichen Ecken des Jazz

Gronau -

Zwei Gitarristen, die aus unterschiedlichen Ecken des Jazz kommen, geben sich beim Jazzfest am Sonntag (28. April) die Ehre: Biréli Lagrène, einstiges Wunderkind des Sinti-Jazz aus dem Elsass, und der Grandseigneur des Jazzrock und musikalische Tausendsassa John McLaughlin.

Samstag, 09.03.2019, 18:00 Uhr
John McLaughlin war bereits beim Jazzfest im Jahr 2010 zu Gast in der Bürgerhalle. Foto: Hartmut Springer

Der Brite kommt zum dritten Mal nach Gronau – nach 1991 – damals noch in der Jazzfabrik – und 2010 in der Bürgerhalle. Mittlerweile ist er 77 Jahre alt, knüpft mit seinem aktuellen Projekt 4th Dimension an die musikalische Entwicklung an, die er maßgeblich mitgeprägt hat: den Jazzrock.

Mit Miles Davis spielte McLaughlin das legendäre Album „Bitches Brew“ ein. Anfang der 70er-Jahre galt sein Mahavishnu Orchestra als bahnbrechend: laut, schnell, in neue Dimensionen vorstoßend. Andere Schwerpunkte setzte das Projekt Shakti, in der indische Rhythmen und Klänge mit westlichen Einflüssen verschmolzen wurden. Immer hatte die Musik McLaughlins eine spirituelle Dimension, immer befand er sich auf der Suche nach dem Sinn.

Die Wurzeln des Musikers liegen in Yorkshire, wo er in einer musikalischen Familie aufwuchs; die Mutter war Geigerin und sein erstes Instrument war das Klavier. Anfang der 50er-Jahre entdeckte er den Blues für sich, ohne die Jazzgitarristen Tad Farlow und Wes Montgomery zu vernachlässigen. Er war fasziniert von indischer Musik und vom Flamenco.

Mit 17 Jahren wurde Miles Davis‘ Album „Kind of Blue“ zu einer Art Offenbarung. Von solch unterschiedlichen Strömungen erfüllt, brach der junge John Anfang der 60er-Jahre ins Swinging London auf und begann seine Laufbahn als professioneller Musiker. Sein aktuelles Bandprojekt „John McLaughlin & The 4th Dimension“ gründete er im Jahre 2009. Damit knüpft er an die Musik der 70er-Jahre mit dem Mahavishnu Orchestra an – es dürfte also ziemlich elektrisierend werden am 28. April. Zu der Formation gehören Gary Husband (Keyboards und Schlagzeug), Ranjit Barot (Schlagzeug) und Étienne M’Bappé (Bass).

Der Sinto Biréli Lagrène hat von früher Jugend an mit seinem Vater und seinem Bruder Musik gemacht. Seine erste Schallplatte nahm er mit zwölf Jahren auf. Schlüsselerlebnis seiner Karriere war sicherlich das Zusammenspiel mit dem amerikanischen Bassisten Jaco Pastorius. Lagrène interpretiert im Verlauf seiner Karriere u.a. Django Reinhardt, dem er auch in Kreativität und Phrasierung ähnelt. Biréli unternimmt bisweilen auch Ausflüge in andere Spielarten des Jazz oder in die lateinamerikanische Musik und beherrscht in der Tradition der Sintimusiker auch andere Instrumente wie Bass, Geige oder Klavier. Er hat u.a. mit Al DiMeola, Larry Coryell, John McLaughlin, Herbie Hancock und Elvin Jones musiziert und ist auf der akustischen Gitarre ebenso zu Hause wie auf der E-Gitarre. Im Laufe der Zeit hat sich sein Stil gewandelt. Heute befindet sich Lagrène mit einem von Rock und Blues beeinflussten Fusion Jazz am Höhepunkt dieser Entwicklung. Biréli Lagrène kommt mit seinem Electric-Quartett nach Gronau, wo er zum ersten Mal beim Jazzfest zu hören sein wird.

Das Doppelkonzert beginnt am 28. April (Sonntag) bereits um 17 Uhr in der Bürgerhalle. Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf für 49 Euro (Sitzplatz), bzw. 34 Euro im Vorverkauf (Stehplatz) jeweils plus Gebühr.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6479746?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F685752%2F
Wettkampf für das Ego
Doping spielt auch im Breitensport eine Rolle.
Nachrichten-Ticker