Auf musikalischer Zeitreise mit Caro Emerald
Fruchtig klingende Exotik

Gronau -

Caro Emerald und ihre geniale Produzenten und Ko-Komponisten tasten sich zeitlich immer weiter Richtung Gegenwart voran. In ihrem phänomenale Debütalbum huldigten sie musikalisch dem Hollywood-Filmsound der 40er- und 50er-Jahre. Beim zweiten ließen sie sich von der mondänen Atmosphäre inspirieren, die Paris in den 50ern ausstrahlte. Die dritte Produktion – eine EP mit sechs Stücken – greift einen Stil auf, der Exotika genannt wird. Er erlebte an der Schwelle zwischen den 50er und 60er-Jahren einen Höhepunkt. Einen relativen Höhepunkt. Denn Caro Emerald ist es zuzutrauen, ein Revival dieses verträumten Musikstils einzuleiten und zu neuen Gipfeln zu führen.

Samstag, 05.05.2018, 18:05 Uhr

Caro Emerald nahm die Zuhörer mit auf eine Zeitreise. Foto: Martin Borck

Exotica, das klingt nach Südsee, süßem Nichtstun zu fruchtigen Cocktails, nach sanft dahinplätschernder, einlullender Musik. Tatsächlich hat sie etwas von diesem „Easy Listening“-Stil, der durchaus was Langweiliges haben kann. Doch Caro Emerald und ihrer Mitstreiter bringen Spannung hinein. Neugierde, auf das, was kommt.

Waren es beim ersten Album Electrobeats und Scratches, die die Titel aufpeppten, greifen die Musiker bei „Emerald Island“ tief in die Kiste mit exotischen Perkussionsinstrumenten und Geräuschemachern. Akustisch erzeugen sie (wie etwa bei „Tahitian Sky“) eine tropische, geisterhafte Schwüle, und bringen eine gewisse Laszivität in die Musik.

Den Großteil des Auftritts in der Bürgerhalle machten aber die großen Hits aus, mit denen Caro Emerald vor neun Jahren die Welt im Sauseschritt eroberte. Eine großartige Stimme – und authentisch wirkend dazu. Sie passt einfach zu dem, was sie singt. Mal etwas verrucht, mal schwärmerisch, mal sehnsuchtsvoll-romantisch – aber meistens singt Caro frisch von der Leber weg. Ansteckend! Eine wunderschöne Mischung aus Pop, Swing, Jazz mit den intelligent eingesetzten Electrobeats und anderen Gimmicks, mal mit Tango- oder Reggaeeinflüssen. Abwechslungsreich, eingängig, aber stets mit einem frischen, unverbrauchten Touch, der das Publikum für Caro und ihre Band sofort und anhaltend einnimmt.

Zwischendurch gibt es ein paar instrumentale Intermezzi, in denen Duke Ellington, Count Basie und dem Exotica-Pionier Martin Denny Reverenz erwiesen wird. Und dann geht die Party weiter, in der alle große Hits auftauchen wie „That Man“, mit „Just one Dance“, mit „Dr. Wanna Do“, „Back it Up“, „Absolutely me“ und als Finale „A Night like this“.

Eine musikalische Zeitreise, von der man möchte, sie würde noch länger dauern. Aber nach gut eineinhalb Stunden ist Schluss mit dem Konzert – das neugierig auf das macht, was Caro Emerald und ihrem Umfeld als nächstes einfallen wird.

Martin Borck

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