Prozess wegen Millionen-Coup bei K+K
Angeklagte gestehen Betrug

Gronau/Essen -

Mit ausführlichen Geständnissen ist in Essen der Prozess um einen spektakulären Millionen-Coup mit einem falschen Geldtransporter fortgesetzt worden. Dabei hat ein 25-Jähriger aus Recklinghausen zugegeben, sich wiederholt mit neuen Trickdiebstählen befasst zu haben. „Er hat viel Geld verzockt“, hieß es am Mittwoch in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung. „Er war den Umgang mit größeren Geldbeträgen nicht gewohnt.“

Mittwoch, 16.10.2019, 14:44 Uhr aktualisiert: 16.10.2019, 17:32 Uhr
Drei der Angeklagten im Prozess um einen Millionen-Diebstahl mit einem gefälschten Geldtransporter sitzen auf der Anklagebank. Angeklagt sind sechs Männer und eine Frau, denen eine Serie von Überfällen und Diebstählen vorgeworfen wird. Foto: dpa

Aus diesem Grund habe der 25-Jährige mit dem ebenfalls angeklagten Ex-Angestellten einer Sicherheitsfirma den großen Coup in Gronau geplant. Er selbst habe dabei die Rolle eines der Geldboten übernommen und im Dezember 2017 in der K+K-Zentrale in Gronau 1,8 Millionen Euro erbeutet. Man habe gezielt einen Tag ausgewählt, an dem viel Geld im Spiel war. „Es war vor allem notwendig, vor dem richtigen Geldtransporter zu erscheinen“, hieß es in der Erklärung. Die genaue Planung habe sein Komplize aus der Sicherheitsfirma übernommen, der allerdings nicht mit vor Ort gewesen sei.

Die ebenfalls angeklagte Freundin des 25-Jährigen gab zu, zuvor aus den Straftaten angeschafftes Gold verkauft und ein Schließfach angemietet zu haben, um eine Kölner Sparkassen-Filiale auszuspionieren. Das habe sie jedoch aus Liebe und Dankbarkeit getan, weil ihr Freund sie aus den Fängen eines Escort-Service befreit habe. „Er war für mich kein Monster“, sagte sie den Richtern am Essener Landgericht: „Er hat mir in der schwierigsten Phase meines Lebens geholfen.“ Trotzdem bereue sie ihr materielles Denken.

Den insgesamt sieben Angeklagten wird eine Serie von Diebstahls- und Raubtaten vorgeworfen. Die Gesamtbeute soll sich auf knapp drei Millionen Euro belaufen.

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