Verein für katholische Arbeiterkolonien in Westfalen stellt Wohn-Mobil-Projekt vor
Wohnungslose vor Ort unbürokratisch unterstützen

Kreis Borken -

Für die Bekämpfung und Prävention von Wohnungslosigkeit gibt es seit September ein dezentrales mobiles Beratungsangebot im Kreis Borken – das Wohn-Mobil. Dadurch sollen Menschen erreicht werden, die bisher nicht von einem adäquaten Unterstützungsangebot profitiert haben. Eine leichte Erreichbarkeit und kurze Wege sollen wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen im Kreis Borken helfen.

Mittwoch, 16.10.2019, 12:00 Uhr
Mit dem Projekt Wohn-Mobil stellen (v.l.) Ingo Hoppe, Lena Stippel und Beate Jussen ein dezentrales Beratungsangebot zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit vor. Foto: privat

Der Ambulante Dienst (siehe Infokasten) stelle seit mehreren Jahren eine zunehmende Unterversorgung mit adäquatem Wohnraum fest. Eine Entspannung des Wohnungsmarktes sei nicht absehbar. Zusammen mit Lena Stippel (Leiterin der Ambulanten Dienste) und Ingo Hoppe (hauptamtlich Beschäftigter aus dem Sozialdienst) stellte Beate Jussen (Vorstand des Vereins für katholische Arbeiterkolonien in Westfalen) jetzt das Wohn-Mobil-Projekt vor. Das vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen geförderte Projekt ist vorerst bis Ende 2020 geplant.

Beim Wohn-Mobil handelt es sich um ein voll ausgestattetes Büro auf vier Rädern. Ziel ist es, in den jeweiligen Kommunen des Kreises feste Präsenzzeiten anzubieten. „Mit einigen sind wir bereits im Gespräch. Bis Mitte November möchten wir das erledigt haben“, sagt Lena Stippel. Ob diese dann pro Ort wöchentlich oder monatlich oder überhaupt stattfinden, ist Gegenstand der Verhandlungen mit den jeweiligen kommunalen Verwaltungen.

Ambulante Dienst

Der Ambulante Dienst ist eine Einrichtung in Trägerschaft des Vereins für katholische Arbeiterkolonien in Westfalen. Dieser umfasst einerseits das ambulant betreute Wohnen und andererseits die Beratung in den kommunalen Notunterkünften in Borken, Ahaus und Vreden. Neben dem Ambulanten Dienst unterhält der Verein zwei stationäre Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe in Vreden und Reken. Den Bewohnern wird nicht nur ein Dach über dem Kopf geboten, sondern auch eine Beschäftigung in Werk- und Arbeitsstätten sowie eine Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft.  

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Die Beratung findet entweder in den von der Kommune zur Verfügung gestellten Räumen, im Wohn-Mobil oder bei den Hilfe suchenden Menschen zu Hause statt. Das Projekt verfolgt konkrete Ziele. Hierzu zählen unter anderem die Existenzsicherung zu wahren, Stärkung der Selbsthilfekraft, Erlangen und Sichern von angemessenem Wohnraum sowie Eröffnung des Zugangs zu weiteren Hilfen wie zum Beispiel Schuldner- oder Suchtberatung.

Dafür werden verschiedene Netzwerke aufgebaut. „Durch unsere Präsenz in den sozialen Medien, bei den Menschen vor Ort und durch Mund-zu-Mund-Propaganda erhoffen wir uns eine schnelle Verbreitung und Bekanntheit unseres Angebotes,“ so Ingo Hoppe.

Lena Stippel fügt diesbezüglich hinzu: „Ziel ist es, die neuen Medien einzubetten. Über unsere Facebook-Seite wollen wir regelmäßig die Orte bekannt geben, an denen wir sind.“ Dementsprechend flexibel will das Programm arbeiten, sodass schnell reagiert werden kann und innerhalb einiger Tage eine entsprechende erste Hilfeleistung bei den Menschen vor Ort gewährleistet wird.

Um den ersten Kontakt zu erleichtern, ist das Wohn-Mobil per Handy, SMS, Whats-App, ✆0151 56329963, oder E-Mail (wohn-mobil@va-ambulante-dienste.de) zu erreichen. Es fährt durch 14 Städte und Gemeinden im Kreis Borken. Ein großes Anliegen des Vereins ist es, jedem ins Bewusstsein zu rufen, dass das Angebot des Wohn-Mobils Ansprechpartner für Menschen in allen Notlagen hinsichtlich eines bedrohten Wohnverlustes bietet. Als Beispiel nannte Beate Jussen „auch die alleinerziehende Mutter, die sich gerne an uns wenden kann, wenn der Wohnungsverlust droht.“

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