Zirkusprojekt an der Johannesschule
Arbeiten auf Augenhöhevon Artist zu Artist

Gronau -

Wer in der Zirkusmanege überzeugen will, muss vor allem eins: Strahlen. Und da macht ihnen so schnell keiner etwas vor: Die Akteure beim Zirkusprojekt an der Johannesschule sind offenkundig mit Herzblut dabei.

Freitag, 20.09.2019, 07:01 Uhr aktualisiert: 20.09.2019, 07:10 Uhr
Echte Artisten Foto: Christiane Nitsche

Wer in der Zirkusmanege überzeugen will, muss vor allem eins: Strahlen. Und da macht ihnen so schnell keiner etwas vor: Die Akteure beim Zirkusprojekt an der Johannesschule sind offenkundig mit Herzblut dabei. Ob als Fakire, Bauchtänzer, Zauberer, Akrobaten, die Schüler und Schülerinnen strahlen mit ihren Trainern und Trainerinnen vom „Circus Jonny Casselly Junior“ um die Wette.

Dabei wird erst geprobt. Der große Auftritt am Freitagabend steht noch bevor, doch schon jetzt ist voller Einsatz gefragt. Beim Feuerspucken zum Beispiel oder beim Stehen und Liegen auf dem Nagelbrett. Oder beim Tanzen auf Scherben. Die Kinder trauen sich etwas. Behutsam und aufmerksam angeleitet von Jonny Casselly und seinem Team geben sie alles.

Mit der brennenden Fackel auf die eigene Hand tippen? Mit einem Lächeln. Barfuß aufs Nagelbrett? Mit stolzgeschwellter Brust. Jedes Kind täte das – vorausgesetzt, es traut sich.

Selbst Jonny Casselly junior ist angetan von seinen neuen Kollegen. „Für uns sind die ja ab dem ersten Tag Artisten“, erklärt er. Artisten begegnen einander auf Augenhöhe, das ist Tradition. Seit über 30 Jahren arbeitet seine Familie mit Schulkindern und seit mehreren Jahren auch mit Kindern, die mehr Aufmerksamkeit und Betreuung brauchen.

„Alles ist anders hier“, sagt er. „Die ganzen Artisten sind alle besonders.“ Er liebe es, zu beobachten, wie die Kinder aus sich herausgehen. „Wir versuchen, das Möglichste herauszuholen“, erklärt er, „auch bei den motorischen Sachen.“ Leider sei der Trapezmotor ausgefallen, weshalb eine Trapeznummer nicht möglich sei. „Aber wir haben eine tolle Akrobatik-Gruppe.“

Durch ein Ferienprogramm sei die Familie auf diese Art von Angebot gekommen. „Vorher waren wir natürlich ein klassischer Zirkus“, erzählt er. Auch heute noch richten Cassellys jeden Winter einen Weihnachtszirkus in Xanten aus. „Aus Stolz und Leidenschaft sind wir auch selbst noch Artisten“, gesteht er lachend ein.

Genau wie seine neuen Kollegen. „Die haben so viel Spaß“, begeistert sich der Zirkusdirektor. „Das gibt uns auch sehr viel Freude zurück.“ Die Stimmung überträgt sich nicht nur auf Betreuer und die Artistenfamilie. Im Zuschauerraum wird schon jetzt mitgefiebert. Isem zum Beispiel, die von ihrem Rollstuhl aus die verschiedenen Programmteile verfolgt, ist begeistert.

Spätestens, als zum Einmarsch der Fakir- und Feuerspuckergruppe „Highway to Hell“ aus den Lautsprechern tönt, strahlt auch die 20-Jährige. „Sie liebt diesen Song“, erklärt ihre Mutter. Auch sie lässt sich von der Begeisterung allenthalben anstecken. „Die sind alle so dabei, so begeistert“, findet sie. „Ich würde am liebsten mitmachen!“

Einer, dessen Part schon geklärt ist, schaut ebenfalls zu: Jörg Hunschede kommt ebenfalls aus dem Strahlen kaum heraus. Bei der großen Gala-Vorstellung wird er den Zylinder aufsetzen und für einen Abend Jonny Casselly den Part des Zirkusdirektors streitig machen. Probiert habe er den Zylinder schon, bestätigt er lachend. „Das ist wirklich ein super Projekt“, sagt er.

Die Erwartung des Schulleiters hat sich voll erfüllt. „Das würden wir auf jeden Fall nochmal machen“, sagt er. Dann ruft ihn Jonny Casselly hinter den Vorhang. „Können wir eben das Programm besprechen?“ Hunschede eilt stehenden Fußes los. „Natürlich!“ Er strahlt.

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