Verkehrsspiegel sollen „toten Winkel“ überwinden helfen
Testbetrieb an erster Ampel läuft

Gronau -

Gut Ding will Weile haben: Fast ein Jahr hat es gedauert, bis die Idee von Andre Mönsters (Vorwärts Gronau) und Monika Klümper (Schwimmverein Gronau) in die Tat umgesetzt wurde. Mittlerweile ist an der Ampelanlage im Bereich der Kreuzung Eper Straße/Konrad-Adenauer-Straße/Moltke­straße der erste Verkehrsspiegel montiert.

Dienstag, 17.09.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 17.09.2019, 19:50 Uhr
Der erste Verkehrsspiegel (oben am Ampelmast) ist im Testbetrieb. Darüber freuen sich (v.l.): Stefan Nadicks­bernd (Sparkasse Westmünsterland), Monika Klümper (Schwimmverein Gronau), Andre Mönsters, Sportverein Vorwärts Gronau) und Andre Homölle (Fachdienst Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün der Stadt Gronau). Foto: Klaus Wiedau

Er soll dazu beitragen, den „toten Winkel“ zwischen Radfahrern und Lastwagen/Bussen beim Abbiegevorgang zu überwinden. „Schön, das wir endlich Bewegung reinkriegen“, freute sich Andre Mönsters am Montagabend bei einem „Ortstermin“ an der Kreuzung, an dem neben Monika Klümper auch Andre Homölle (Leiter Fachdienst Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün der Stadt Gronau) sowie Filialdirektor Stefan Nadicksbernd (Sparkasse Westmünsterland) teilnahmen.

Vor einem Jahr hatten Mönsters und Klümper in der Bürgermeister-Sprechstunde ihre Idee vorgestellt. Sie präsentierten und überreichten dem damaligen Bürgermeister-Stellvertreter Rainer Doetkotte bei diesem Termin nicht nur die ersten Spiegel, sondern hatten mit der Sparkasse auch gleich einen Sponsor für die Aktion im Gepäck.

Doetkotte fand damals lobende Worte: „Sie sprechen nicht nur ein echtes Verkehrsproblem an, sondern Sie es packen es an.“ Und das Problem ergibt sich an Ampelkreuzungen täglich: Wenn rechtsabbiegende Lkw und Radfahrer aufeinander treffen, entstehen häufig gefährliche Situationen. Ein wirksames Mittel dagegen sind – das zeigen auch Erfahrungen in anderen Kommunen – die konvexen Verkehrsspiegel, die an den Ampelmasten angebracht werden. Sie ermöglichen es den unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern, sich gegenseitig wahrzunehmen.

Auch wenn nie zu messen sein wird, wie vielen Kindern und Erwachsenen die Verkehrsspiegel in Gronau künftig möglicherweise das Leben retten, ist für alle an der Aktion beteiligten klar: „Wenn nur ein einziges Verkehrsopfer auf diese Weise vermieden wird, haben sich die Anstrengungen gelohnt.“

Dass die Umsetzung der guten Idee auf sich warten ließ, ist der Tatsache geschuldet, dass die Stadt nicht allein über die Anbringung der Spiegel entscheiden kann, sondern dafür das „Okay“ des Landesbetriebes Straßen braucht. Denn: „Alle Ampelanlagen in der Stadt – bis auf die Fußgängerampel an der Gronauer Straße in Epe – stehen nicht an kommunalen Straßen. Folglich gehören auch die Ampelanlagen nicht der Stadt und es bedarf der Genehmigung, daran etwas zu montieren“, so Andre Homölle. Im Kreuzungsbereich Eper Straße/Konrad-Adenauer-Straße/Moltke­straße soll jetzt in einer Pilotphase der Betrieb der Verkehrsspiegel getestet werden. Geht alles gut, sollen weitere Spiegel montiert werden. Und zwar an folgenden Stellen: Ochtruper Straße/Maybachstraße (neue Kreuzung bei Bergesbuer), Ochtruper Straße/Düppelstraße/Eßseite, Ochtruper Straße/Heerweg, Ochtruper Straße/Vereinsstraße sowie Eper Straße/Hermann-Ehlers-Straße. Zudem werden nach Homölles Angaben Verkehrsspiegel im Bereich der Unterführung am Bahnhof installiert. Auch weitere Kreuzungen seien mit Blick auf die Installation von Spiegeln untersucht worden. Aber, so Andre Homölle: „An den Kreuzungen, an denen der Radweg nicht direkt neben der Straße verläuft, sondern im Kreuzungsbereich verschwenkt, machen die Spiegel keinen Sinn.“

Dass andere Kommunen gute Erfahrungen mit den Verkehrsspiegeln gemacht haben, bestätigen Andre Mönsters die Gespräche, die er geführt hat. So seien etwa in Münster durch die Anbringung der Spiegel die Unfallzahlen an den damit ausgestatteten Kreuzungen deutlich zurückgegangen. Auf diesen Effekt hoffen Mönsters und Klümper und alle anderen Beteiligten auch für Gronau. Sie setzen darauf, dass allein der Anblick des Spiegels an Ampelmasten die Verkehrsteilnehmer immer wieder daran erinnert, dass sie an einem gefährlichen Punkt im Verkehr aufmerksam und rücksichtsvoll miteinander umgehen müssen.

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