Vortrag von Dr. Carl Naughton
Neugier: Wie man Lust auf Neues und Veränderung schafft

Gronau/Ahaus -

„Neugierige Menschen sind die kreativeren. Sie haben mehr und ungewöhnlichere Ideen. Der Neugierquotient eines Unternehmens entscheidet über den ökonomischen Erfolg.“ Diese Aussagen von Dr. Carl Naughton machten die Volksbank-Vertreter ihrerseits neugierig: Wie würde der Referent seine Behauptungen begründen? Wie kann man selbst von Neugier profitieren? Wie wird man selbst neugieriger?

Donnerstag, 23.05.2019, 08:00 Uhr
Dr. Carl Naughton Foto: Martin Borck

Naughton – Linguist und Dozent für pädagogische Psychologie – stützte seine Aussagen unter anderem auf Ergebnisse der Hirnforschung. Die Aneignung von neuem Wissen führt zu positiven Emotionen. „Neugier ist in unserem Hirn fest verdrahtet. Sie gehört zur Grundausstattung.“

Neugier lasse sich gezielt erzeugen. Vier Dimensionen seien dabei bedeutsam: Die Freude am Entdecken, der Antrieb durch Wissenslücken, die Offenheit für Andere und die sogenannte Anspannungstoleranz. „Gute Nachricht: Sie alle verfügen über diese Dimensionen“, so Naughton.

Wie kann man die Neugier steigern, die Lust macht auf Neues und Veränderung? „Wir müssen das Fragestellen professionell lernen“, riet Naughton. Denn offenbar lässt die Neugier nach, je älter man wird: Kinder stellten bis zu 65 Wie- und Warum-Fragen täglich – Erwachsene dagegen scheinen schon alles zu wissen. „Wir nehmen uns zugunsten schneller Antworten zu selten Zeit, die Frage gut zu entwickeln.“ Nicht Antworten von seinem Team zu erwarten, sondern bewusst so viele Fragen zu sammeln wie möglich, sei eine Möglichkeit, Entdeckerfreude zu generieren „25 bis 30 Fragen zu einem Thema zu finden, ist noch nicht schwierig. Die Fragen 35 bis 37 – die führen zu Innovationen.“

Hat man keine Lust auf Entdeckungen, ist es oft der Frust über Wissenslücken, die einen zur Neugierde antreiben. „Es wurmt und quält einen, wenn der Nachbar etwas weiß, dass ich nicht kenne.“

Andere Menschen haben auch Ideen – aber eben andere: „Das ist für unser Hirn hart. Denn es denkt: Meine Ideen sind super. Was wir lernen müssen, ist, die Ideen von anderen ebenso wertzuschätzen wie die eigenen.“ Sich diese kognitive Flexibilität anzueignen, mehr Handlungsalternativen zu sehen, sei oft nicht einfach. Eine Methode sei zu fragen: „Was würden wir eigentlich nie tun?“ Im Geschäftsleben sei es normal, etwas zu verkaufen, um Gewinn zu machen. „Aber warum nicht mal nichts verkaufen und Gewinn machen?“ Absurd? Mitnichten, wie Naughton bewies: Eine australische Firma hatte einen Verkaufserfolg mit dem „Unsichtbaren Jim“, einer Superhelden-Figur, der eben unsichtbar ist: De facto enthält die Verpackung keinen Inhalt. Hat funktioniert.

Neues erzeuge häufig Unsicherheit – daher brauche man Anspannungstoleranz. „Wenn wir nur sehen, was wir erwarten, hören wir auf, die Dinge auch aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.“ Das sei fatal. Im beruflichen Alltag sei es wichtig, die psychologische Flexibilität zu erhöhen. Positive Kräfte (auch im Team) könnten gestärkt werden, indem die Frage beantwortet werde, wieso wir tun, was wir tun.

Für seinen unterhaltsamen und inspirierenden Vortrag erhielt der Referent starken Applaus.

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