Galerist und Kulturpreisträger Georg van Almsick gestorben
„Ein Botschafter unserer Stadt“

Epe -

Einen „Botschafter unserer Stadt und ihrer kulturellen Entwicklung“ – so nannte der damalige Bürgermeister Karl-Heinz Holtwisch Georg van Almsick bei der Verleihung des Gronauer Kulturpreises im Jahr 2002. Am Samstag ist der weit über seinen Heimatort bekannte Galerist gestorben. Er wurde 79 Jahre alt.

Freitag, 17.05.2019, 10:00 Uhr
Georg van Almsick † in seiner Galerie. Foto: swb

Von Jugend an begeisterte sich Georg van Almsick für die Kunst und wurde früh zum Sammler. Aus dieser Leidenschaft heraus wagte er vor über 40 Jahren, damals noch Baustoffhändler, den Schritt zum Galeriebetrieb. Zunächst präsentierte er eine Ausstellung mit Plakaten von Chagall , Miró und Picasso in einem abgetrennten Bereich seines Baumarktes. Danach waren Zahlenbilder von Egon Karl Nicolaus zu sehen. Die ersten Ausstellungen stießen auf regen Zuspruch. Daraufhin lud van Almsick zu einer Schau mit Grafiken von Marc Chagall, und zwar am 7. Juli 1977, dem 90. Geburtstag des Künstlers. Die „Galerie im Baumarkt“ drängte den Baustoffhandel zunehmend zurück. Im Rahmen der Eper Ortskernsanierung gab van Almsick den Baustoffhandel ganz auf.

„Es entspricht der Überzeugung meines Egos, alles zu zeigen, was ich für gut halte“, sagte er einmal. Die Bandbreite des „Guten“ und damit der ausgestellten Kunstwerke war gewaltig: von der naiven Malerei einer Elsbeth Tenberge über „recht schwer verdauliche“ metaphysische Werke von Sabine Hettner bis hin zu abstrakten Arbeiten Adelheid Schöpfers, die noch im vergangenen Jahr zu „seinen“ Künstlern hinzukam. Skulpturen von Klaus Dobrunz und Bernd Moenikes gehörten neben den Arbeiten zahlreicher anderer Künstler dazu. Auch Grafiken der ganz Großen des vergangenen Jahrhunderts wie Pablo Picasso, Salvador Dali, Joan Miró und Georges Braque stellte der Galerist mit großem ästhetischen Gespür aus. Kunst aus Russland und Ungarn bot Georg van Almsick schon früh Raum, zu einer Zeit, als der Eiserne Vorhang geschlossen war.

Zeitgenössischer Schmuck von Gisela Seibert-Philippen und afrikanische Skulpturen etwa von Dastani zogen ebenfalls ein großes Publikum an. Auch zu Unrecht vergessene Künstler wie Heinrich Schlief rückte er ins Licht. Zahlreiche Konzerte fanden in den Räumen der Galerie statt, unter anderem mit dem klassischen Pianisten Frederick Marvin, aber auch mit der Jazzsängerin Lillian Boutté.

Georg van Almsick war weltoffen und vielseitig interessiert. Zu vielen Künstlern baute er persönliche Beziehungen auf wie zu Horst Janssen, Éva Hajós oder Prof. Robert Hammerstiel, deren Arbeiten er immer wieder präsentierte. Der Galerist war auch Kunstvermittler und gerne Gastgeber („Es ist wichtig, dass sich meine Gäste wohl fühlen“, lautete sein Credo). Außerdem engagierte er sich als Gründungsmitglied in der Bürgerstiftung Gronau und für den Freundeskreis Alte Synagoge in Epe .

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