Deutsche Erstaufführung von Bella Donna
Tagebuchtexte von Anne Frank vertont

Gronau -

Anne Frank würde in diesem Jahre 90 Jahre alt, das jüdische Mädchen, das 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen umgebracht wurde. Das Tagebuch, das sie in ihrem Versteck in Amsterdam schrieb, wurde weltberühmt. Es inspirierte die amerikanische Komponistin Linda Tutas Haugen zu einer Vertonung von Textpassagen aus dem Tagebuch unter dem Titel „Anne Frank: A living Voice“. Der Gronauer Frauenchor Bella Donna studiert dieses Werk derzeit ein. Im November soll es in Gronau, Enschede und Münster präsentiert werden. Dabei handelt es sich um deutsche und niederländische Erstaufführungen.

Freitag, 19.04.2019, 17:33 Uhr aktualisiert: 19.04.2019, 17:40 Uhr
Alois Diekmann und Chorleiterin Marion Röber bereiten die Aufführung der Komposition „Anne Frank: A Living Voice“ vor. Foto: Martin Borck

„Ich bin zufällig auf das Stück gestoßen“, sagt Alois Diekmann. Der früherer Leiter der Gronauer Anne-Frank-Schule sammelt alles, was mit Anne Frank zu tun hat. Bei seinen Recherchen stieß er auf das Werk der Amerikanerin. „Ich habe Kontakt zu ihr aufgenommen, weil ich einen Klavierauszug bestellen wollte.“ Diese Noten gab er an die Leiterin von „ Bella Donna “, Marion Röber, weiter. Allmählich kristallisierte sich die Idee heraus, das Stück während der Woche der Erinnerung im November dieses Jahres vorzustellen.

„Wir haben Vertrauen, dass das auch gelingen wird“, sagt Marion Röber im Gespräch mit den WN. Das Werk ist für Frauenchor und Streichquartett geschrieben. „Es ist zeitgenössische Musik, aber doch recht eingängig“, sagt Marion Röber. Der Komponistin sei es sehr gut gelungen, die Worte in Musik umzusetzen.

Das Projekt soll grenzüberschreitend durchgeführt werden. Bella Donna ist durch seine in Enschede lebende deutsche Leiterin prädestiniert dafür. Sängerinnen ihrer Gesangsklasse aus Enschede wurden zur Mitarbeit eingeladen. Auch die Instrumentalbegleitung erfolgt durch niederländische Künstler.

Bella Donna hat sich der Mitarbeit des Voirin Quartetts versichert. Die Gründung des Quartetts geht zurück auf die Initiative der Geigerin Cordula Kocian, Mitbegründerin des bekannten Faust-Quartetts, und der tschechischen Cellistin Lucie Stepanova. Gemeinsam mit der Bratschistin Mara Smith traten sie bereits als Trio auf, bevor Karl Sousa als erster Geiger dazustieß.

Die Aufführungen im November sollen in der Ev. Stadtkirche Gronau und in den Synagogen in Enschede und Münster stattfinden. Neben dem Chorwerk wird das Streichquartett Nr. 13 in a-Moll von Franz Schubert erklingen. Das Programm wird auch den Vortrag der deutschen bzw. niederländischen Tagebuchtexte durch Schülerinnen und Schüler sowie in der Pause eine Präsentation der Anne-Frank-Sammlung von Alois Diekmann beinhalten.

Die Realisierung des Projekts kostet Geld – voraussichtlich mehr, als durch Eintrittsgelder wieder hereingeholt werden kann. Daher gehört zu den Vorbereitungen auch das Akquirieren von Sponsorengeldern. „Die Bürgerstiftung Gronau hat schon einen Betrag zugesagt“, freut sich Alois Diekmann über die Wertschätzung. Weitere Sponsoren können sich gerne bei ihm melden. „Doch so oder so werden wir das Projekt verwirklichen.“

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