Gebäude an der Waagestraße 5-7
Abbruch oder Sanierung ?

Gronau -

In dem Gebäude an der Waagestraße 7 war einst Gronaus erstes Kaufhaus untergebracht. „Es ist ein baugeschichtliches Zeitzeugnis der Stadt“, heißt es in einer Vorlage für die Ratssitzung am nächsten Mittwoch. Doch der Bau befindet sich in einem schlechten Zustand. Der Rat wird sich mit der Frage beschäftigen, was mit der Immobilie geschehen soll.

Samstag, 26.01.2019, 08:00 Uhr
Den ehemaligen Glanz sieht man dem Gebäude Waagestraße 7 durchaus noch an. Doch müsste es grundlegend saniert werden, sollte es weiter genutzt werden. Als Flüchtlingsunterkunft soll es nicht wieder dienen. Foto: Martin Borck

Bis vor einem Jahr waren in den Gebäuden Flüchtlinge untergebracht. Doch den aktuellen bau- und brandschutztechnischen Vorgaben und den Wohnraumstandards genügt das Gebäude nicht mehr. Wegen baulicher und hygienischer Mängel beschloss der Sozialausschuss, die Flüchtlinge anderweitig unterzubringen. Seitdem stehen die Räume leer.

Die Verwaltung könnte sich vorstellen, dass das repräsentative Hauptgebäude saniert wird. Dadurch könnte das gesamte Viertel aufgewertet werden. Allerdings: Eine Sanierung würde die technische Gebäudeausstattung, sämtliche Fassaden (unter Hervorhebung der architektonischen Besonderheiten) sowie die komplette Innenausstattung betreffen. Will sagen: Es kostet. Eine Überlegung ist, den Anbau (Waagestraße 5) abzureißen und das Hauptgebäude und das durch den Abriss freigewordene Grundstück zu vermarkten.

Wie hoch der Aufwand für eine Sanierung wäre, müsste ermittelt werden. Dazu müsse die komplette Gebäudesubstanz begutachtet werden, heißt es in der Vorlage zur Ratssitzung.

So oder so: Als Flüchtlingsunterkunft soll das Haus nicht mehr genutzt werden, ist die Auffassung der Verwaltung. Derzeit verfügt die Stadt über 395 Plätze für Flüchtlinge, davon sind 275 in städtischem Eigentum (ohne die 50, die bisher in der Waagestraße vorgehalten wurden). 120 weitere Plätze stehen in angemieteten dezentralen Wohnungen zur Verfügung. Derzeit sind 261 Flüchtlinge untergebracht, sodass der Kommune noch 134 Plätze zur Verfügung stehen. Davon sind 108 Plätze in städtischem Eigentum und 26 Plätze angemietet.

Die Stadt hat Flüchtlinge bislang möglichst flexibel und dezentral untergebracht. Dies gelingt mit den angemieteten Wohneinheiten sehr gut, da diese, nach Anerkennung der Flüchtlinge, nach Möglichkeit direkt an diese vermietet bzw. gekündigt werden können.

Derzeit besteht für die Stadt Gronau ein Aufnahmesoll von elf Personen. Somit beträgt die aktuell vorzuhaltende Anzahl an Flüchtlingsplätzen 272. Die vorhandene Gesamtkapazität kann somit deutlich reduziert werden.

Die Verwaltung schlägt vor, die unterschiedlichen Varianten zur weiteren Nutzung bzw. Vermarktung für das Gebäude Waagestraße 5-7­ zu prüfen, um die wirtschaftlich sinnvollste Lösung zu erhalten.

Das Gebäude Waagestraße 5

Das Gebäude Waagestraße 5 Foto: Martin Borck

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