Förderkreis stellt im Fachausschuss Konzept für Synagoge vor
Ein Haus der Erinnerung, des Lernens, der Kultur und der Begegnung

Epe -

„Das Ganze hat etwas Magisches“, sagt Micaela Petermann-Pagener im Gespräch mit den WN. Die Kölnerin ist Nachfahrin der aus Epe stammenden Familie Pagener. Sie engagiert sich aktiv im Förderkreis Alte Synagoge Epe, der sich für Erhalt und Nutzung des Gebäudes an der Wilhelmstraße einsetzt. In dem Zusammenhang forscht sie auch im Familienkreis nach Spuren, die vom jüdischen Leben in Epe erzählen könnten. „Es macht Freude, diese Spuren zu verfolgen. Das macht die Vergangenheit so real“, sagt sie angesichts der sakralen Gegenstände, die sie in Chicago aufgespürt hat.

Samstag, 12.01.2019, 09:00 Uhr
Der Thorazeiger Foto: Spertus-Institut

Micaelas Großvater Isaak Moses Julius Pagener (Bruder von Max) wurde 1875 in Epe geboren und betrieb hier eine Kunsthonigfabrik, bevor er seine Geschäfte nach Köln verlegte. Wegen der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland emigrierte er über die Niederlande nach Palästina, kehrte nach dem Krieg aber nach Deutschland zurück. 99-jährig kam er in Köln bei einem Unfall ums Leben.

Die Familie Pagener engagierte sich beim Bau der 1907 eröffneten Synagoge in Epe – und jetzt für deren Erhalt und Nutzung.

Am Dienstag (15. Januar) stellt der Vorstand des Förderkreises im Fachausschuss ein Nutzungskonzept für das mittlerweile unter Denkmalschutz gestellte Gebäude vor. Demnach soll es vier Funktionen erfüllen: als Haus der Erinnerung, des Lernens, der Begegnung und der Kultur.

So sollen die jüdische Kultur und das jüdische Leben in Epe und die Geschichte der Synagoge museal aufbereitet werden. In diesem Zusammenhang könnten die nun in Chicago entdeckten Exponate ein Rolle spielen – als Leihgabe für eine Sonderausstellung oder zumindest in Form von Fotos und Informationen.

In der Funktion als Haus des Lernens soll die Alte Synagoge vor allem Kinder und Jugendliche erreichen. Geschichte soll erlebbar gemacht werden, Kenntnisse über das Judentum vermittelt und über das Zusammenleben unterschiedlicher religiöser Gruppen informiert werden.

Das Gebäude soll zudem einem lebendigen Dialog und der Suche nach Antworten für soziale und gesellschaftliche Fragen der Gegenwart und Zukunft dienen. Und schließlich soll die Synagoge einen Rahmen für ein vielseitiges Kulturangebot bilden.

Bei alledem sollen zahlreiche Kooperationspartner – von Bildungseinrichtungen wie VHS und Schulen über das Kulturbüro bis zu Ministerien und Bundesstiftungen – eingebunden werden.

Zuvor müssen Arbeiten an dem Gebäude durchgeführt werden: Die nicht denkmalgeschützten Elemente wie Schuppen und Innewände müssen entfernt werden. Die Fensterfronten sollen wiederhergestellt, der Innenraum zu einem Veranstaltungsraum umgebaut werden. Die Standorte des Thoraschreins und des Vorlesepults sollen sichtbar gemacht, das freigelegte rituelle Bad präsentiert werden.

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Die Sitzung, in der Vorstandsmitglieder die Pläne vorstellen, beginnt am Dienstag um 18 Uhr im Rathaus. Zuhörer sind willkommen.

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