Vermüllte Containerstandorte
Kontrolle, Bußgelder, Standort-Analyse

Gronau -

Das Problem wird zur Chefsache: Bürgermeisterin Sonja Jürgens antwortet auf die – fast flächendeckende – Vermüllung der Container-Standorte mit einem Bündel von Maßnahmen. Dazu zählen eine kritische Betrachtung aller Standorte, intensivere Kontrollen und eine noch konsequentere Ahndung von Verstößen. Zugleich verbindet sie damit aber auch den Appell an die Gronauer: „Wir brauchen auch die offenen Augen der Bevölkerung, die Stadt allein kann das nicht leisten.“

Samstag, 12.01.2019, 09:00 Uhr
So sollte es immer aussehen: Ein (fast) sauberer Container-Standort am Doetkottenweg. Foto: Martin Borck

Die Wurzel des Übels sieht auch Jürgens in einem gesellschaftlichen Wandel: „Offenbar fühlt sich nicht mehr jeder für seinen Müll verantwortlich.“ Die Folge sei die Verwandlung der Container-Stellplätze in wilde Müllkippen, die mit großem Aufwand – der zu Lasten der Allgemeinheit geht – wieder beseitigt werden müssen. „Diese Tendenz widerspricht dem eigentlichen Gedanken der aufgestellten Container, deren vorgesehene Nutzung ja eigentlich durchaus funktioniert“, so Jürgens.

Trotz aller Anstrengungen (Abfallkalender mit Angabe aller Entsorgungsmöglichkeiten, Beschriftungen der Container-Standorte und Verwendung von eindeutigen Piktogrammen) gelinge es nicht, die Müllverursacher auf den „rechten Pfad“ zurückzuführen. Auch viele gut gemeinte Vorschläge, die die Bürgermeisterin persönlich in den letzten Wochen erreichten, bieten nach ihrer Meinung keine echten Lösungsansätze: Eine Videoüberwachung etwa sei aus Datenschutzgründen unzulässig. Eine Ausleuchtung der Standorte begünstige einen Verdrängungseffekt. „Und auch unterirdische Container würden das Problem nicht lösen“, ist sich die Bürgermeisterin sicher. Sie setzt daher auf andere Maßnahmen:

► Durch die aktuell vorgenommene Besetzung von zwei Außendienst-Stellen im Ordnungsamt soll künftig auch ein intensiverer Blick auf die Container-Standorte möglich sein.

► Gemeinsam mit allen beteiligten Stellen (Stadt, Entsorger, Beschäftigungsgesellschaft Chance u.a.) sollen alle Container-Standorte kurzfristig kritisch unter die Lupe genommen und optimiert beziehungsweise im Bedarfsfall auch verlegt werden.

► Mit den Betreibern von Supermärkten und Discountern soll über die Anlegung von Container-Standorten in Markt-Nähe verhandelt werden.

► Die Stadt wird laut Jürgens Darstellung künftig noch intensiver und konsequenter Bußgelder gegen Müllsünder verhängen. Die Rahmenbedingungen dafür liegen mit der Abfallbeseitigungssatzung vor, die Bußgelder bis zu 50 000 Euro vorsieht. Jürgens betont indes, dass die Verwaltung auch bisher schon allen Hinweisen nachgegangen und der Bereitschaftsdienst des Ordnungsamtes auch über Weihnachten und den Jahreswechsel in Sachen Müll im Einsatz gewesen sei.

► Die Verwaltung nimmt die aktuelle Situation außerdem zum Anlass, mit Vertretern der in der Stadt präsenten Wohnungsgesellschaften in Kontakt zu treten. Im Gespräch soll es dabei um die teilweise auch deutlich verbesserungswürdige Gestaltung des Wohnumfeldes in den jeweiligen Wohnquartieren gehen.

► Auf den Prüfstand kommen soll auch die Ausstattung der Gronauer Haushalte (und der Wohneinheiten von Wohnungsgesellschaften) mit Müllgefäßen.

► Auch mit dem Tierschutzverein will sich Jürgens an den Tisch setzen, um detailliert das Katzenproblem an einzelnen Standorten zu besprechen. Hier gehe es auch um die Frage von getöteten Katzen im Umfeld der Container. Jürgens: „Es ist völlig inakzeptabel, dass Tiere gequält werden.“

Das Fazit von Bürgermeisterin Jürgens: „Das Thema Müll hat gesamtgesellschaftliche Auswirkungen. Wir müssen dahin kommen, den Verursachern der Müllberge wieder klarzumachen, dass sich das schlichtweg nicht gehört.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6313076?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Sturm und Käfer: Förster bilanzieren 2018
Wo einst Fichten wuchsen, steht jetzt nichts mehr: Förster Jan-Dirk Hubbert in seinem Steinfurter Revier.
Nachrichten-Ticker