Erster Infoabend zum Glasfaser-Ausbau in den Außenbereichen
„Das ist ein riesengroßes Geschenk“

Gronau -

Eine Handvoll Zahlen belegt, wie anspruchsvoll dieses Projekt ist: 301 Haushalte im Außenbereich von Gronau sollen in den kommenden 22 Monaten mit einem Glasfaser-Anschluss versorgt werden. Das Investitionsvolumen ist gewaltig: 5,3 Millionen Euro (darin enthalten 4,8 Millionen Euro Fördermittel des Europäischen Landwirtschaftsfonds, die über das Land NRW nach Gronau fließen).

Mittwoch, 09.01.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 09.01.2019, 13:26 Uhr
Die Referenten (v.l.): Daniela Lölver, Dr. Wilhelm Drepper, Bürgermeisterin Sonja Jürgens, André Homölle, Moderator Stefan Busch, Daniel Kollbach und Bernd Herwing. Foto: Klaus Wiedau

Gewaltig ist aber auch der logistische Aufwand hinter dem Vorhaben. Die Stadtwerke – die im Rahmen einer Ausschreibung den Auftrag erhalten haben – warben am Montag im Rahmen eines ersten Informationsabends im Hotel Driland für das Projekt.

Wichtig vorab: Nur die genannten 301 Haushalte im Außenbereich, verteilt auf sieben Gebiete („Lose“), können von der Fördermaßnahme profitieren. Sie wurden im Auftrag der Stadt durch ein Gutachter-Büro ermittelt. Kriterium war ein vorhandener Breitbandanschluss mit einer Leistung von weniger als 30 Mbit.

Dass es um mehr geht als um den Anschluss einiger Wohneinheiten, machte Bürgermeisterin Sonja Jürgens in ihrer Begrüßung deutlich. Sie verwies auf die Landwirtschaft im Außenbereich: „Da gibt es hoch technisierte Betriebe – da sollte ein Breitbandanschluss selbstverständlich sein.“ Vor diesem Hintergrund freue sie sich auf die Umsetzung des Projektes, selbst in dem Wissen darum, dass nach der Anbindung der Außenbereiche in Sachen Breitbandausbau „noch den einen oder anderen weißen Fleck auf der Gronauer Karte geben wird“.

Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Drepper sprach angesichts des Fünf-Millionen-Förderpakets „von einem riesengroßen Geschenk“. Ein Geschenk für die betroffenen Bürger, die endlich einen schnellen Internet-Zugang erhalten, ein Geschenk für die Stadt, weil es sich um ein kommunales Netz handle und ein Geschenk auch für die Stadtwerke, „weil damit der Ausbau des Glasfasernetzes forciert wird“. „Warum können die Stadtwerke Glasfaser?“ Auf diese selbst gestellte Frage gab Drepper direkt die Antwort: „Weil wir es seit 20 Jahren üben!“ Das Unternehmen habe schon früh begonnen, Leerrohre für den Glasfaserausbau zu verlegen und Leitungen zu bauen – zunächst für das eigene Unternehmen. Inzwischen seien aber auch das Rathaus, die Schulen und die Industriegebiete angeschlossen.

Bernd Herwing, IT-Teamleiter der Stadtwerke, stellte dann Details des Projektes vor, das in insgesamt sieben Losen (räumliche Gebiete) realisiert werden soll. Begonnen wird 2019 mit den Losen 1 bis 4 (Stadtosten und Epe Süd); 2020 sollen die Lose 5 bis 7 (Stadtwesten und weitere Eper Flächen) folgen. Für den Anschluss der ermittelten 301 Häuser (362 Wohneinheiten) müssen in den kommenden zwei Jahren 76 Kilometer Gräben ausgehoben werden. Daneben können 35 Kilometer vorhandene Rohrleitung für die Verlegung von insgesamt 295 Kilometer Glasfaserkabel genutzt werden. Die Verteilung der Anschlüsse erfolgt von vier Anschlusspunkten („Pop-Schränken“) aus, die über eine Ringleitung verbunden sind, um eine Ausfallsicherheit zu garantieren. Jeder Anschluss wird dabei direkt bis ins Haus des Kunden gelegt. Bei Vertragsabschluss bis 28. Februar kostet das einmalig 99 Euro (später 1099 Euro).

Daniel Kollbach, Bereichsleiter Asset-Service, präsentierte im Anschluss ein Video, das anschaulich die Abwicklung der Tiefbauarbeiten (verschiedene Verfahren mit und ohne offene Gräben) und die technischen Anschlussdetails zeigte. Für den Anschluss seien drei Termine vor Ort erforderlich: Neben Tiefbauarbeiten und Bohrung ins Haus ein weiterer Termin für das Einblasen der Glasfaserleitung und ein dritter für das Spleißen der Leitung. Kollbach ging auch auf die für die Verlegung der Leitungen erforderlichen Nutzungsverträge und die Eintragung von Dienstbarkeiten (bei Durchquerung anderer Grundstücke) ein. Im Detail erläuterte er dabei über sich möglicherweise ergebende Szenarien und die dafür vorgesehenen Lösungen. So werden etwa entstehende Notargebühren und Grundbucheintragungsgebühren von den Stadtwerken getragen. Zudem gibt es für die Dienstbarkeiten eine einmalige Aufwandspauschale von 75 Euro. Diese Details würden aber im jeweiligen Einzelfall mit den Betroffenen geklärt.

Die möglichen Leistungen (von Telefon-Flatrates über Kündigung bestehender Verträge und Rufnummern-Portierung bis zu Internet vorab bei noch laufenden Vorverträgen) stellte danach Daniela Lölver (Teamleiterin Kundenservice) vor. Sie ging auch auf die verschiedenen Tarife (ab 39,90 Euro für 100 Mbit Download/Upload) sowie die zur Verfügung stehende Hardware ein und beantwortete - wie alle Referenten – Fragen.

Weitere Infoveranstaltungen – nur für den betroffenen Personenkreis – gibt es heute (Mittwoch) im Restaurant Verst und am Donnerstag (7. Februar) im Haus der Stadtwerke. Beginn ist jeweils um 19 Uhr.

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