Kirchenkreis unterstützt Erklärung gegen Atommüll-Transporte
Jugendbildungsstätte Nordwalde vorm Aus?

Steinfurt/Kreis borken -

Auf der Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken stehen traditionell der Bericht des Superintendenten sowie die Haushaltsplanung des Kirchenkreises im Mittelpunkt der Beratungen. Am Samstag fassten die rund 100 Mitglieder des Kirchenparlaments, die im Kreishaus in Steinfurt zusammenkamen, wichtige Beschlüsse für die inhaltliche Arbeit im Kirchenkreis.

Sonntag, 18.11.2018, 17:00 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 18.11.2018, 17:00 Uhr
Superintendent Joachim Anicker leitete die Synode. Foto: Kirchenkreis

► Schwerpunktthema bildete die Frage nach der Weiterfinanzierung der Ev. Jugendbildungsstätte Nordwalde. Bereits 2016 hatte die Synode beschlossen, dass ab 2020 keine weiteren Finanzmittel aus dem kreiskirchlichen Haushalt mehr für diese Arbeit fließen sollten. Zu dieser Zeit bestand noch die Erwartung, dass das Bildungshaus sich bis dahin weitgehend aus eigener Kraft tragen könnte. Da dieses Ziel in der gesetzten Zeit nicht erreichbar ist, stellte der Verein für Ev. Jugendpflege, in dessen Trägerschaft sich die Jubi befindet, den Antrag, diesen Beschluss zu korrigieren. Der kreiskirchliche Finanzausschuss und der Kreissynodalvorstand warnten hingegen mit Blick auf die mittelfristige Finanzplanung des Kirchenkreises vor unkalkulierbaren und langfristigen Risiken und sprachen sich für eine Beibehaltung des Beschlusses von 2016 aus

Nach einer intensiven, aber sachlichen Diskussion stimmten die Synodalen in einer geheimen Abstimmung gegen den Antrag des Vereins (46 Nein-Stimmen, 28 Ja-Stimmen, fünf Enthaltungen). Anicker kündigte an, dass der Vereinsvorstand am 29. November über das weitere Vorgehen berät.

► Der Antrag der Kirchengemeinde Ahaus auf Unterstützung der „Ahauser Erklärung“ wurde mit großer Mehrheit positiv beschieden. In Ahaus existiert seit 1990 das Atommüll-Lager. Es ist als Zwischenlager genehmigt, in dem radioaktive Abfälle befristet gelagert werden dürfen: schwach- und mittelaktive Abfälle bis 2020, hoch radioaktiver Müll bis 2036. Eine politische Richtungsänderung sieht vor, dass der hochaktive Müll noch Jahrzehnte in Ahaus verbleiben soll, der schwachaktive Müll sogar ohne zeitliche Begrenzung. Ahaus würde damit faktisch zu einem Endlager. Darüber hinaus sollen ab 2019 erneut große Mengen hoch radioaktiven Mülls nach Ahaus gebracht werden. Die Erklärung der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ fordert u.a., dass keine weiteren Atommüll-Transporte nach Ahaus stattfinden, solange nicht gesichert ist, dass dieser bis 2036 wieder abtransportiert werden kann. Zudem wird die Politik aufgefordert, sich sofort mit der Entwicklung von Konzepten für eine Langzeit-Zwischenlagerung zu beschäftigen.

► 2016 wurde ein Präventionskonzept zum Umgang mit dem Verdacht auf Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung / des sexuellen Missbrauchs von der Synode beschlossen. Alle haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden, die im Kirchenkreis in Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind, sind verpflichtet, innerhalb einer dreijährigen Frist an einer qualifizierenden Fortbildung zum Thema teilzunehmen.

► Ein überaus positives Projekt stellte Vikar Moritz Gräper aus Burgsteinfurt vor. Unter dem Titel „Ich bin da. Du auch? Gottesdienst erleben im Westmünsterland“, hatten 14 der 20 evangelischen Kirchengemeinden im Kirchenkreis am 24. Juni Menschen persönlich eingeladen, die bisher keinen oder nur wenig Kontakt zur Kirche hatten. Die positive Resonanz ermutigte die Synodalen, sich für eine Wiederholung des Projektes im September 2019 auszusprechen.

► Zwei Personalentscheidungen traf die Synode: Simone Erdweg aus Ahaus wurde zum stellvertretenden Mitglied des Kreissynodalvorstands für die Region Borken Nord gewählt. Sie löst damit Dr. Dieter Schwarze (Gronau) ab, der von diesem Amt zurückgetreten war. Der Kreissynodalvorstand leitet den Kirchenkreis im Auftrag der Kreissynode. Er besteht derzeit aus Superintendent Joachim Anicker, dessen Stellvertreter Pfarrer Hans-Peter Marker, dem Schriftführer Pfarrer Uwe Riese sowie fünf ehrenamtlichen Mitgliedern. Johannes Kitzel, ebenfalls aus Ahaus, wurde einstimmig zum Delegierten des Kirchenkreises für die Landessynode gewählt.

► Superintendent Joachim Anicker fasste bei der Vorstellung seines Berichts die wesentlichen Themen und Eckpunkte der vergangenen Monate zusammen. Angesichtes der Herausforderungen, wie der Einführung des Neuen Kirchlichen Finanzsystems, der Fusion der Verwaltungen der drei Münsterland-Kirchenkreise wie auch der Herausforderungen in den Kirchengemeinden angesichts langsam abnehmender Ressourcen machte er Mut zum Umdenken. „Wir können nicht alles mitnehmen. Was ist uns wirklich wichtig? Welche Aufgaben wollen wir beenden? Was verspricht Zukunft?“ fragte er mit Blick auf die anstehenden Zukunftsentscheidungen.

Die Synode beschloss die Haushaltspläne für das kommende Jahr, die aufgrund der insgesamt positiven Kirchensteuerentwicklung planmäßig aufgestellt werden konnten. Dem Kirchenkreis stehen Kirchensteuermittel in Höhe von 3 405 562 Euro (2018: 3 198 032 Euro) zur Verfügung. Neben der zentralen Verwaltung und Superintendentur finanziert der Kirchenkreis auf diese Weise beispielsweise das Diakonische Werk, das Schulreferat oder die kreiskirchliche Jugendarbeit. Die 20 Kirchengemeinden erhalten im kommenden Jahr eine Kirchensteuerzuweisung in Höhe von 6 662 640 Euro (2018: 6 596 277 Euro).

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