Wertvoller Schädlingsbekämpfer ist nicht aggressiv
Hornissen – kein Grund zur Panik

Gronau -

Nachdem die Kohlmeisen aus dem Brutkasten ausgeflogen waren, kamen in diesem Sommer neue geflügelte Gäste immer wieder zu Besuch und nahmen den Nistkasten schließlich in Beschlag: Hornissen.

Dienstag, 16.10.2018, 12:35 Uhr aktualisiert: 16.10.2018, 17:46 Uhr
Hornissen bearbeiten einen Brutkasten im Garten. Immer häufiger kommen sie in die Nähe des Menschen, weil ihr natürlicher Lebensraum schrumpft. Foto: Sammlung Hans-Peter Kolb

Diese größte staatenbildende Wespenart (sie erreichen eine Körperlänge von drei bis vier Zentimetern, ein Staat umfasst 300 bis 500 Hornissen) unserer heimischen Tierwelt hat mit besonders hartnäckigen Vorurteilen zu leben: „Sieben Hornissenstiche töten ein Pferd, drei einen Menschen“. Diesen Spruch habe ich oft gehört in meiner Kindheit und er erzeugte bei mir immer Angst. Zum Glück habe ich damals kaum einmal eine Hornisse zu Gesicht bekommen. Mittlerweile weiß jeder, der sich ein wenig für Umwelt und Natur interessiert, dass diese Redensart Unfug ist und in den Bereich des Aberglaubens gehört. Auch die Behauptung, dass Hornissen aggressiv seien, ist wissenschaftlich widerlegt.

Der natürliche Lebensraum dieser streng geschützten Wespenart sind Laubmischwälder und Streuobstwiesen, wo Hornissen ihre Nester in Baumhöhlen anlegen. Da diese in unserer Kulturlandschaft jedoch immer seltener werden, gehen Wespen und Hornissen dazu über, auch in menschliche Behausungen vorzudringen. Sie finden geeignete Orte auf Dachböden oder in Rolladenkästen. Oder eben auch in Nistkästen von Singvögeln.

Es beginnt damit, dass eine begattete Jungkönigin vom letzten Jahr den Kasten als geeigneten Platz aussucht und dort die ersten Brutzellen anlegt und diese mit jeweils einem Ei belegt. Diese verwandeln sich in Larven, aus denen bald die neuen Hornissen schlüpfen. Diese beginnen mit dem Weiterbau der Waben. Für den Nestbau nutzen die Hornissen morsches Holz, das sie mit Speichel zu einem Brei zerkauen und das nach dem Trocknen eine papierartige Konsistenz erhält. An Nistkästen nehmen die Tiere oft noch Vergrößerungen und „Anbauten“ vor.

Hornissen sind als Insektenjäger besonders wertvoll. Sie jagen Fliegen, Mücken, andere Wespen und Raupen, die sie zu Brei zerkauen und damit ihre Larven füttern. Sie sind daher wichtige Schädlingsvertilger. Königinnen und Arbeiterinnen ernähren sich aber darüber hinaus auch von Pflanzensäften und Ost. Die Arbeiterinnen leben nur einige Wochen, während die Königinnen überwintern und erst im Folgejahr sterben, nachdem sie bereits für gesicherten Nachwuchs an Jungköniginnen und begattungsfähigen Männchen gesorgt haben. Wer etwas für diese stark gefährdete Art tun möchte, kann einen speziellen Hornissennistkasten im Garten aufhängen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6125116?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Die Bären sagen Bye-bye
Ein Bär badet in einem Teich. Drei Braun- und zwei Kragenbären üben im Bärenwald Isselburg für einen der wohl ungewöhnlichsten Umzüge: Spätestens im September sollen sie Nordrhein-Westfalen verlassen und nach Schleswig-Holstein ins Tierschutzzentrum Weidefeld ziehen.
Nachrichten-Ticker