Myles Sanko feiert die neuen guten Zeiten des Soul
Ein Botschafter der Liebe

Gronau -

„Seid nicht schüchtern!“ Schon bei den ersten Tönen von „My Inspiration“ beginnt die Myles-Sanko-Mission. Und die heißt schlicht: Liebe. Dabei beginnt es eher verhalten, mit dieser Ballade über Abschied und die Kraft der Liebe über lange Trennungen hinweg. Doch das Thema ist gesetzt – Myles Sankos musikalisches Lebensthema. „Ich werde euch Liebe geben!“, verspricht er. Liebe in Noten.

Sonntag, 06.05.2018, 18:05 Uhr

Myles Sanko begeisterte sein Publikum mit einer großartigen Vorstellung – authentisch, warm, tanzbar und voller Liebe. Foto: Christiane Nitsche

Er verspricht nicht zu viel. Es ist Song Nummer fünf, „Come on Home“, als sich im Publikum Jung und Alt, Bekannte und Unbekannte, Freunde und Liebende in den Armen liegen und beseelt mitschwingen bei dieser souligen Ode an die Freundschaft.

„Is there love in the house?“, ruft Myles Sanko ein ums andere Mal. Genauso oft, wie er die Hand aufs Herz legt. Das scheint so voll zu sein, dass er gar nicht anders kann, als diese Liebe in Töne zu fassen – mit einer warmen, souligen Stimme, die mitunter an Bill Withers erinnert („Just being Me“) oder Otis Redding („This Ain‘t Living“).

Schwer vorzustellen, dass der Mann im passgenauen Anzug mit der Gentleman-Attitüde, der sich so lässig-elegant bewegt, in früher Jugend mal als Rapper angefangen hat. Doch vielleicht ist es die breite musikalische Erfahrung, sicher auch inspiriert von seinen ghanaischen Wurzeln, die Myles Sanko so authentisch macht.

Sogar Curtis Mayfields „Move on Up“ bekommt dank seiner Stimmtiefe eine eigene Dynamik. Getragen und vorangetrieben von Rick Hudson an den Drums, der neben Tom O‘Grady (Piano, Keys) mit an der CD „Just being Me“ mitgewirkt hat. Gareth Lumbers (Sax, Querflöte) und Sam Ewens liefern die passende Dosis Blech zu funky Songs wie „Forever Dreaming“.

Der Titelsong der ersten CD stammt wie die meisten aus Myles Sankos eigener Feder. Die zweite, wesentliche Qualität des 37-Jährigen, die aus ihm eben mehr macht als einen Sänger, der die guten alten Zeiten des Swing and Soul aufleben lässt – Myles Sanko lebt dafür, dass es neue gute Zeiten werden, selbst in Songs wie „Promises“, wo es ums Hadern mit Gott angesichts von Not und Verlust geht.

„I believe in you“, so die erste Zeile im Refrain von „Forever Dreaming“, einer Uptempo-Nummer im Stil von Tom Jones, der sich kein nur ansatzweise tanzfähiges Bein entziehen kann. „So I keep on dreaming“, geht es weiter. Dann ist das Publikum dran. Und weiter geht‘s: „I believe in me, so I keep on dreaming.“ Immer und immer wieder singt Myles Sanko diese Zeilen im Wechsel mit seinem Publikum. Bis eben alle dran glauben.

„Ich habe eine Botschaft für euch“, ruft er zum Abschied. „Nehmt euch Zeit für eure Träume, denn ohne Träume sind wir nichts.“ Und weil das allein vielleicht nicht reicht: „Aber denkt dran, wenn ihr rausgeht in diese große, böse Welt – und diese Welt ist groß und böse.“ Alles lacht. „Denkt dran: Ihr macht es gut.“

Die Frage zum Schluss ist fast überflüssig: „Is there love in the house?“ Mit der Zugabe beantwortet Myles Sanko sie selbst: „High on You“ – frei übersetzt etwa: „Besoffen von dir“. Liebestrunken. So wie die vielen Hundert Gäste in der Bürgerhalle, die sich in den Armen liegen.  

Christiane Nitsche

 

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5715387?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Aktivisten fordern zivilen Ungehorsam
Die „Fridays for Future“-Proteste – hier im Mai 2019 – sind auch in Münster längst zu einem Massenphänomen geworden. Nun gründet sich eine weitere Klimaschutz-Bewegung: „Extinction-Rebellion“.
Nachrichten-Ticker