Züchter informieren am Tag der Brieftaube
Gefiederte Rennpferde

Gronau -

„Hier geht es ja zu wie im Taubenschlag“ – diese Floskel erhielt am Wochenende eine ganz andere Bedeutung. Am Sonntag feierte der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter bundesweit den „Tag der Brieftaube“. Auch in Gronau öffneten einige Züchter ihre Türen.

Montag, 16.04.2018, 12:04 Uhr

Andrea Steputat präsentiert die Tauben ihres Schlages. Fast 50 Brieftauben haben im Garten der Gronauerin an der Vereinsstraße ein Zuhause Foto: Angelika Hoof

Auch in Gronau und Epe öffneten einige Brieftaubenzüchter von 12 bis 16 Uhr ihre Schläge, um Interessierten mehr Informationen über Brieftauben zu geben, die im Volksmund oft als „Rennpferde des kleinen Mannes“ beschrieben werden.

Gab es vor rund 70 Jahren noch mehr als einhunderttausend aktive Züchter in Deutschland, so gehören dem Verband Deutscher Brieftaubenzüchter heute nur noch rund 35 000 Mitglieder an. Der Grund dafür ist leicht zu erklären, da Brieftauben einst hauptsächlich dazu verwendet wurden, um per Flugpost Nachrichten zu übermitteln. Heutzutage hingegen werden die Vögel fast ausschließlich dazu gehalten, um an sportlichen Wettbewerben teilzunehmen.

Auch im Taubenschlag der Ersten Vorsitzenden von „Kehre wieder“, Andrea Steputat, wird es an den nächsten Wochenenden wieder heiß hergehen, wenn die Reisesaison am 22. April mit dem ersten Preisflug in Lüdenscheid startet. Knapp 50 Brieftauben haben im Garten der Gronauerin an der Vereinsstraße ein Zuhause. Am Tag der Brieftaube gab sie interessierten Besuchern Informationen zur Haltung der Tiere und erzählte von ihrem Sport, den sie seit dem achten Lebensjahr betreibt.

„Um an den Flügen teilnehmen zu dürfen, bekommen die Brieftauben einen Transponderring am Bein angelegt. Die Daten des Rings werden vor jedem Flug elektronisch erfasst. Unmittelbar darauf bekommt die Taube einen Platz in der Box des speziellen Transportwagens. In diesen Spezialfahrzeugen werden die Vögel zu einem Auflass­ort gebracht, wo der gemeinsame Start erfolgt. An diesem Wochenende war dies Hamm.

Die Daten aller teilnehmenden Brieftauben werden zusammengetragen, ausgewertet und in der sogenannten Preisliste veröffentlicht. Sieger des Flugs ist die Taube, die die höchste Fluggeschwindigkeit erzielt hat“, so die Dinkelstädterin.

Sie selbst ist über ihren Vater Klaus und ihren Onkel Heinz Steputat zu dieser zeitintensiven Sportart gekommen. „Es ist nicht alleine damit getan, die Vögel täglich mit frischem Wasser und Futter zu versorgen. Man muss sich mehrfach am Tag mit den Tieren beschäftigen, um ihr Zutrauen zu gewinnen. Je wohler sie sich nämlich in ihrem Schlag fühlen, desto schneller fliegen sie wieder nach Hause“, so Andrea Steputat.

Nach all diesen Informationen konnten die Besucher sich auch selbst ein Bild machen und Steputats Taubenschlag betreten. Während sich einige Tauben bereits laut gurrend direkt am Maschendraht platziert hatten und auf ihren ersten Rundflug des Tages warteten, waren andere Artgenossen eifrig damit beschäftigt, den Nachwuchs auszubrüten. Selbst durch leichte Streicheleinheiten ließen sie sich nicht beirren.

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