Junge Muslime setzen Zeichen für bürgeschaftliches Engagement
Saubermänner unterwegs

Gronau -

Am Morgen des Neujahrstages in der Gronauer Innenstadt: Dort, wo normalerweise die hässlichen Überreste abgefeuerter Raketen und Böller liegen, ist es gestern auffallend sauber. Die Neustraße ist wie leer gefegt. Kein Wunder: Knapp 30 junge Männer und Jugendliche sind schon seit dem frühen Morgen mit Besen, Zangen und Säcken unterwegs, um Straßen und Plätze in der Innenstadt zu säubern. Die tatkräftigen „Saubermänner“ sind allesamt Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Jugendorganisation.

Dienstag, 02.01.2018, 09:01 Uhr

Ein Teil der Gruppe, die sich am frühen Neujahrsmorgen aufmachte, um Straßen und Plätze der Gronauer Innenstadt von den Resten des Silvesterfeuerwerks
Ein Teil der Gruppe, die sich am frühen Neujahrsmorgen aufmachte, um Straßen und Plätze der Gronauer Innenstadt von den Resten des Silvesterfeuerwerks Foto: Martin Borck

„Wir sehen uns als Teil Deutschlands an“, sagt Faisal Malik . „Wir wollen mit dieser Aktion zeigen, dass wir Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen.“ Der Leitsatz der Aktion stammt aus dem Koran, dem heiligen Buch der Muslime: „Der Islam gebietet Gerechtigkeit und uneigennützig Gutes zu tun.“

Die Aktion fand gestern erstmals in Gronau statt, hat aber deutschlandweit eine lange Tradition: Seit über 20 Jahren leisten Jugendliche ihren persönlichen Beitrag für die Gesellschaft. Sie wollen ein Zeichen für bürgerschaftliches Engagement und für ihre Verbundenheit zum Heimatort setzen. Bundesweit wird die Neujahrs-Aktion in 240 lokalen Gemeinden mit rund 6500 ehrenamtlichen Helfern der Jugendorganisation durchgeführt, informiert die Ahmadiyya-Gemeinde.

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) ist eine Reformgemeinde im Islam. Sie wurde 1889 in Indien gegründet. „Seither setzt sie sich für Frieden, Toleranz, die Wahrung der Menschenrechte und eine Trennung von Politik von Religion ein“, heißt es in der Selbstbeschreibung der AMJ. In Deutschland gehört die AMJ zu der ältesten und mit nach eigenen Angaben fast 45 000 Mitgliedern zu den größten islamischen Organisationen. Sie hat als erste islamische Gemeinde den Status als Körperschaf des öffentlichen Rechts erlangt. In Gronau stammt der Großteil der Mitglieder aus Pakistan. Ihr Gebetsraum befindet sich an der Ochtruper Straße.

„Wir stehen für Religionsfreiheit“, betonten Malik und der Vorsitzende der Gronauer Gemeinde, Fateh Khan.

Die Ahmadiyya Muslim Jugendorganisation in Deutschland initiiert aus dem Selbstverständnis, Teil der deutschen Zivilgesellschaft zu sein, im Rahmen ihrer Jugendarbeit Dialog- und Aufklärungsinitiativen, Benefizläufe zugunsten von Hilfsorganisationen, Blutspende-Aktionen und die Aktion zum Neujahr .

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