EU-Projektwoche in Gronau
„Wirkliches Leben ist Begegnung“

Gronau -

Wenn das kein Einsatz ist! Sogar ihre Geburtstagsfeier hat Sabine Damaske ausfallen lassen – für Europa und für die Stadt. Stundenlang hat sie an einem Tag Ende Februar stattdessen versucht, einen 51 Seiten starken Förderantrag auf einen Server der EU in Brüssel hochzuladen.

Freitag, 11.08.2017, 06:08 Uhr

Freuen sich trotz jeder Menge Arbeit auf die Woche der Begegnung (v.r.): Daniel Alfert, Sabine Damaske und Raimund Weber. Es fehlt Gabi Könemann.
Freuen sich trotz jeder Menge Arbeit auf die Woche der Begegnung (v.r.): Daniel Alfert, Sabine Damaske und Raimund Weber. Es fehlt Gabi Könemann. Foto: Klaus Wiedau

Wenn das kein Einsatz ist! Sogar ihre Geburtstagsfeier hat Sabine Damaske ausfallen lassen – für Europa und für die Stadt. Stundenlang hat sie an einem Tag Ende Februar stattdessen versucht, einen 51 Seiten starken Förderantrag auf einen Server der EU in Brüssel hochzuladen. Ein Einsatz, der sich vermutlich aber auszahlen wird: Bis zu 25 000 Euro kann die Stadt als Fördermittel der EU für eine europäische Projektwoche bekommen, die vom 22. bis 27. August in Gronau stattfindet.

Die Idee für diese internationale Begegnung entwickelte sich aus Plänen, die der Posaunenchor der Erlöserkirche und die Feuerwehr im Jahr 2016 bei einer Begegnung in Mezöberény schmiedeten. Da wurde für 2017 ein Treffen in Gronau vereinbart. Als es dann um eine Förderung dieser Begegnung ging, reifte der Gedanke, Mittel der EU zu beantragen und das Projekt auf eine breitere Basis zu stellen. Inzwischen sind daraus sechs Tage voller Programm für Menschen aus verschiedenen Nationen geworden: Gronauer Bürger sind eingeladen, gemeinsam mit Vertretern der Gronauer Partnerstädte (und teilweise deren Partnerstädte) ein Informations- und Kulturprogramm zu erleben, das ganz nebenbei noch ein anderes Ziel verfolgt: Menschen aus verschiedenen Ländern einander näherzubringen, um den jeweils anderen (noch) besser zu verstehen.

„Gemeinschaftlich in Europa leben und zusammen Europa gestalten“ steht als – etwas sperrig klingender – Leitgedanke über mehr als einem Dutzend Veranstaltungen (siehe Infokasten). Beteiligt sind nach dem derzeitigen Stand die Gronauer Partnerstädte Epe (Niederlande), Bromsgrove (GB) und Mezöberény (Ungarn) sowie möglicherweise Csantavér in Serbien.

Das komplizierte Hochladen des Antrags auf den EU-Server war in der Vorbereitung nur eine Hürde, die die Projektgruppe ( Daniel Alfert , Sabine Damaske und Gabi Könemann) zeitweise ins Schwitzen brachte. Das Ausfüllen der 51 Seiten Formulare (plus Anhänge) „in feinstem Verwaltungs- und Vetragsenglisch“ (Alfert) „war schon sehr aufwendig und kompliziert“, sagt Sabine Damaske.

Vor allem: Niemand wusste, ob sich der Aufwand am Ende lohnen würde, denn der Gronauer Antrag stand in Konkurrenz zu 481 anderen Förderanträgen. Monate später erst zeigte sich: Das Gronauer Konzept lag im europäischen Ranking auf Platz 28 und bei den 13 Projekten aus Deutschland auf Platz drei. „Erst am 22. Juni war sicher, dass es was wird“, sagt Alfert. Davor hatte die EU den Antrag zwar angenommen, rief aber für ein komplexes Prüfverfahren immer wieder weitere Unterlagen ab. „Das ging von Angaben zu Finanzierung über die Einhaltung ethischer Werte bis zur eidesstattlichen Erklärung der Bürgermeisterin über die Richtigkeit der Angaben“, so Alfert und Damaske. Auch für die Programmplanung hatten die EU-Verantwortlichen eigene Vorstellungen. „Es soll ein möglichst breiter Querschnitt durch alle Bevölkerungsschichten beteiligt werden“, sagt Damaske: „Wenn schon Begegnung, dann soll Europa so viele Menschen wie möglich faszinieren.“

Das Projektteam und eine Arbeitsgruppe – Otto Lohle (Kulturbüro), Ulla Sander-Stief (Posaunenchor Erlöserkirche), Günter Setzpfand und Günter Meyer (Feuerwehr) sowie Thomas Nacke (Gebäudemanagement) – hatten seit der Annahme des Gronauer Antrags im Frühjahr zwar an der Ausgestaltung der Projektwoche gearbeitete, vieles stand aber unter dem Vorbehalt einer EU-Förderung. „Wir mussten lange Zeit die Füße stillhalten“, so Alfert.

Jetzt aber ist die abschließende Vorbereitungsphase in vollem Gange: „Wir haben inzwischen Hunderte von Einladungen zu einzelnen Veranstaltungen an potenzielle interessierte Gruppen und Personen verschickt, dazu Einladungen an Rats- und Ausschussmitglieder.“ Die Programmmacher müssen dabei viele unterschiedliche Terminkalender im Kopf haben und bedienen – neben den öffentlichen Veranstaltungen auch das Besuchsprogramm für die auswärtigen Gäste und die Veranstaltungen mit repräsentativem Charakter. „Wir sind guter Dinge“, beschreibt Daniel Alfert den aktuellen Stand der Planung und Organisation.

Auch Bürgermeisterin Sonja Jürgens freut sich auf die Tage der Begegnung: „Das Zusammenwachsen Europas spiegelt sich nicht zuletzt in unseren Städtepartnerschaften wider. Partnerschaft wird konkret, wenn sich Bürgerinnen und Bürger tatsächlich begegnen, wenn sie das Gespräch suchen, Kontakte pflegen und zusammen feiern. Alles wirkliche Leben ist Begegnung, Als Grenzstadt im Herzen Europas spüren wir das besonders.“

Die Bürgermeisterin lädt alle Gronauer zur Teilnahme an den Veranstaltungen ein – und lobt das Engagement der Beteiligten: „Ich weiß, wie viele Vereine und Verbände aus der Stadt sich schon seit geraumer Zeit für diese Wochen engagieren und wie viel Herzblut sie in die Vorbereitung stecken. Dafür sage ich jetzt schon meinen herzlichen Dank.“

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