Gronauer Firma liefert Vliesstoff für Christos Floating Piers
Der Stoff, aus dem Kunst wurde

Gronau -

Das jüngste Kunstprojekt Christos – die Floating Piers – ist ein großer Erfolg geworden und hat rund 1,2 Millionen Besucher angezogen. Ein großer Erfolg ist das Projekt auch für die Firma Altex Gronauer Filz. Die hat für die Kunst-Installation eine quasi unsichtbare, aber dennoch wichtige Komponente geliefert.

Mittwoch, 06.07.2016, 07:00 Uhr aktualisiert: 06.07.2016, 17:41 Uhr
Kunstinteressierte spazierten massenweise über die Floating Piers. Dabei liefen sie auch über den Vliesstoff aus Gronau, der für den weichen Tritt und den charakteristischen Faltenwurf des Oberstoffs sorgt. Sogar die Fußabdrücke der Besucher bleiben Dank des Vlieses eine Zeit lang im Stoff sichtbar. Foto: Altex

Auf den schwimmenden Stegen des bulgarischen Künstlers Christo, den „Floating Piers“, sind Schätzungen zufolge mehr als 1,2 Million Menschen über das Wasser des italienischen Iseo-Sees gegangen. „Menschen kommen von überall her, um nirgendwo hin zu gehen“, freute sich der 81-jährige Christo über den Erfolg seiner Installation. Ein toller Erfolg aber auch für eine Gronauer Firma, deren Produkt von den 1,2 Millionen Besuchern mit Füßen getreten, aber kaum wahrgenommen wurde, da es quasi unsichtbar ist.

Die Firma Altex Gronauer Filz GmbH & Co. KG. hat zu dem Kunstprojekt rund 70 000 Quadratmeter eines über 1350 g/m² schweren und nicht brennbaren Vliesstoffes beigesteuert, ausgestattet mit einer speziellen Beschichtung. Die funktioniert ähnlich wie bei einem selbstklebenden Notizzettel. So sorgt der Vliesstoff nicht nur für den Trittkomfort auf dem Schwimmkörper, sondern auch für den Faltenwurf des dahliengelben Oberstoffs, der darüberliegt.

Der Vliesstoff wird auf den Piers verlegt.

Der Vliesstoff wird auf den Piers verlegt. Foto: Wolfgang Volz

Den gelben Oberstoff, der bei der Firma Setex-Textil-GmbH (ehemals Cramer) in Greven gewebt wurde , hat jeder vor Augen, der sich für das Kunstprojekt interessiert. Der Vliesstoff aus Gronau ist dagegen ein Held, der im Verborgenen wirkt. „Unsere Produkte sind oft nicht sichtbar verarbeitet – tragen jedoch mit ihren technischen Eigenschaften wesentlich zur Umsetzbarkeit der enormen Anforderungen bei“, erklärt Dirk Tunney (Geschäftsführer Altex Gronauer Filz GmbH & Co. KG.). Der Fließstoff macht die Oberfläche der Piers so weich, dass sogar die Fußabdrücke einen Moment sichtbar bleiben. Ein haptischer Eindruck, den Christo durchaus gewollt hat: Besucher sollten „sich so fühlen, als ob sie auf dem Wasser gehen – oder vielleicht über einen Walrücken“, sagte Christo auf der Webseite des Projekts. Die Gronauer Produzenten ermöglichten die Umsetzung der künstlerischen Intention mit ihrem Vliesstoff, den sie im April und Mai nach Italien lieferten.

Kunstprojekt Floating Piers

Die Installation Floating Piers besteht aus einer schwimmenden, drei Kilometer langen und 16 Meter breiten, gelb-orangen Struktur, die die Inseln Monte Isola und San Paolo in dem See östlich von Mailand mit dem Ufer verbindet. Besucher sollten „sich so fühlen, als ob sie auf dem Wasser gehen“.Die Stege bestehen aus 100 000 Quadratmetern „schimmernden gelben Stoffes, der von einem modularen, schwimmenden Docksystem aus 220 000 Polyäthylenwürfeln hoher Dichte getragen wird“, erklärte der Künstler.Die Floating Piers sind das erste Großprojekt von Christo seit dem Tod seiner Frau Jeanne-Claude vor sieben Jahren. Die beiden wurden in Deutschland vor allem mit ihrer Verhüllung des Reichstages 1995 bekannt.

...

Dass Christo den Gronauer Vliesstoffhersteller Altex als Partner für sein Projekt wählte, hängt auch damit zusammen, dass der sich bereits durch sein Recyclingkonzept für das Gewebe, das zur Verhüllung des Reichstages eingesetzt wurde, als leistungsfähiger und verlässlicher Partner etablierte. Der Vlies- und der gewebte Stoff aus Greven kehren jetzt, nach Abschluss des Kunstprojekts, nach Gronau zurück. Bei der Firma Altex Textil-Recycling GmbH & Co. KG in Epe werden sie recycelt – aber das ist schon wieder eine andere Geschichte . . .

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