Gesamtschule
Drei Standorte – eine Schule?

Gronau -

Einen „Blanko-Scheck“ gab es verständlicherweise nicht, wohl aber ein grundsätzliches „Ok“: Vertreter der Bezirksregierung haben in diesen Tagen mit Vertretern der Stadtverwaltung die Machbarkeit einer Gesamtschule im Stadtteil Gronau unter Einbeziehung von drei Standorten (Anne-Frank-Schule, Fridtjof-Nansen-Realschule, Hermann-Gmeiner-Schule) erörtert. Erste Beigeordnete Sandra Cichon berichtete im Rat über das Treffen.

Montag, 22.04.2013, 11:04 Uhr

Auf in den Unterricht: In Gronau sollen Kinder und Jugendliche künftig eine Gesamtschule besuchen können. Stadtverwaltung und Bezirksregierung erörtern die Machbarkeit.
Auf in den Unterricht: In Gronau sollen Kinder und Jugendliche künftig eine Gesamtschule besuchen können. Stadtverwaltung und Bezirksregierung erörtern die Machbarkeit. Foto: dpa

Nach ersten Überlegungen könnten demnach die fünften und sechsten Jahrgänge in der Anne-Frank-Schule, die Jahrgänge sieben bis zehn in der Fridtjof-Nansen-Realschule und die Oberstufe in der Gmeiner-Schule unterrichtet werden. „Wir wären damit die ersten, die für eine Gesamtschule mit drei Standorten eine Genehmigung erhalten würden“, so Sandra Cichon gegenüber den WN. Von den Fachleuten der Bezirksregierung sei die Fridtjof-Nansen-Realschule als etwas beengt für das Konzept wahrgenommen worden. Aber: „Wir arbeiten da schon an kreativen Lösungen“, so die Beigeordnete.

Ohnehin muss die Stadt für das Genehmigungsverfahren ein Detailkonzept vorlegen, das aufzeigt, welche Klasse mit welcher Differenzierung in welcher Immobilie untergebracht werden soll. Bei der Betrachtung der Standorte spielt, wie Sandra Cichon weiter gegenüber den WN deutlich machte, auch die Frage der Entfernungen eine entscheidende Rolle. Denn: Die Lehrer sollen zwischen den Standorten pendeln, allerdings: Zusätzliche Lehrerstellen wird es aufgrund dieser besonderen Situation nicht geben.

Noch vor den Sommerferien soll eine Informationsveranstaltung für Eltern durchgeführt werden, in der das Modell der Gesamtschule vorgestellt wird. Offen ist derzeit noch, ob die vorgeschriebene Elternbefragung vor oder erst nach den Ferien durchgeführt wird.

Dezidiert wird in einem (erweiterbaren) Musterfragebogen des Ministeriums vieles abgefragt: vom Geschlecht des Kindes über die Schule und die Klasse (eins bis vier der Grundschule), die es jetzt besucht. Wichtig dann die Frage, in welcher Schule die Eltern ihr Kind anmelden würden, wenn es die Schule des „längeren gemeinsamen Lernens“ nicht geben würde. Hier können Haupt-, Realschule und Gymnasium vor Ort, aber – ergänzend – auch auswärtige Schulen angekreuzt werden. Es folgt die Frage, ob Eltern – sollte es eine Gesamtschule geben – ihr Kind dort anmelden würden. Die Antwort ist unterteilt in Kategorien von „ganz bestimmt“ bis „weiß nicht“.

Egal, ob die Befragung vor oder nach den Ferien durchgeführt wird: Für das Genehmigungsverfahren bleibe in jedem Fall ausreichend Zeit, so die Einschätzung der Bezirksregierung und der Stadt. Sichergestellt sei in jedem Fall, dass die neue Schulform zum Schuljahresbeginn 2014/15 an den Start gehen kann.

Mit Blick darauf, dass die Eltern im Fragebogen explizit nach einer Einschulung ihrer Kinder an einer Realschule gefragt werden, stimmte auch die CDU (teilweise) dem Beschluss zur Veränderung der Schullandschaft zu. Von einem „Gronauer Schulfrieden“, den Norbert Ricking (SPD) angesichts der Kompromissbereitschaft der CDU-Fraktion zu erkennen glaubte, wollte Michael Adamsky (CDU) in diesem Zusammenhang aber noch nicht sprechen: „Einen Konsens sehe ich, ehrlich gesagt, noch nicht.“

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