Exkursion der Naturfördergesellschaft
Artenvielfalt im Witte Venn

Alstätte -

Das Thema hätte die Naturfördergesellschaft für den Kreis Borken (NFG) kaum besser wählen können: Um Insekten und den Artenschutz ging es am Dienstagabend bei der Exkursion ins Witte Venn in Alstätte.

Donnerstag, 16.05.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 16.05.2019, 18:42 Uhr
Rund 50 Teilnehmer kamen zur Exkursion der Naturfördergesellschaft für den Kreis Borken ins Witte Venn. Geleitet wurde sie vom Biologen Friedrich Pfeifer. Foto: Mareike Meiring

Das Thema hätte die Naturfördergesellschaft für den Kreis Borken (NFG) kaum besser wählen können: Um Insekten und den Artenschutz ging es am Dienstagabend bei der Exkursion ins Witte Venn in Alstätte. Und wohl auch wegen der derzeit vielfach geführten Debatten zur Biodiversität stieß die Einladung auf reges Interesse im gesamten Kreisgebiet. Rund 50 Männer und Frauen schlossen sich der Tour an und folgten dem Biologen Friedrich Pfeifer vor der eigentlichen Mitgliederversammlung der Gesellschaft von Aussichtsturm zu Aussichtsturm durchs Witte Venn.

„Ziel bei der Schaffung des Naturschutzgebietes war es, Pflanzen, die auf nährstoffarme Böden angewiesen sind, eine Chance zu geben, wiederzukehren“, erläuterte Pfeifer zum Ursprung des Witte Venns. Seit 1939 ist das Witte Venn Naturschutzgebiet, auf deutscher Seite erstreckt es sich auf über 20 Hektar.

Entstanden seien die geschützten Flächen in Alstätte als Resultat von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, sagte Pfeifer. „Hier ist der Tisch für viele interessante Vogelarten gedeckt.“ Dazu gehören Graugänse, Nilgänse, Kibitze, Blaukehlchen – viele der Exkursionsteilnehmer griffen kurzerhand selbst zum Fernglas, um sich von der Artenvielfalt in dem Gebiet zu überzeugen. Und darunter sind nicht nur besondere Insekten- und Vogelarten, sondern auch besondere Pflanzenarten wie Wollgräser oder Schnabelried. „Von den Arten her ist es die schönste Fläche im Kreis Borken“, meinte einer der Exkursionsteilnehmer.

Einen großen Anteil daran haben die dort vorkommenen Insekten, wie Pfeifer sowie der Vorsitzende der Naturfördergesellschaft, Martin Hillenbrand, erläuterten. „Die Fläche wird nicht mit Dünger behandelt“, sagte Pfeifer. Eine wichtige Rolle für die Artenvielfalt im Witte Venn spielen zudem die Heckrinder, die dort vor sich hin grasen. Denn sie sorgen nicht nur dafür, dass die halboffene Weidelandschaft nicht zuwächst. Ihre Hinterlassenschaften sind gleichzeitig auch wichtig für das Leben weiterer Tiere, etwa Käfer, die ihre Kothaufen verwerten. Der Biologe Pfeifer hat sich unter anderem intensiv mit dem Dungkäfer beschäftigt. Dieser verwertet die Kothaufen der Heckrinder. So gibt es seinen Untersuchungen nach im Witte Venn mittlerweile eine Vielfalt von 20 Arten des Dungkäfers.

„Viele Arten kennt der Laie gar nicht. Daher kriegt er auch nicht mit, wenn einige fehlen“, sagte der Vorsitzende der Naturfördergesellschaft, Martin Hillenbrand. Daher sei es wichtig, der Natur Freiräume zu geben – auch vor dem Hintergrund, dass eine extensive Weidehaltung zwar wichtig für die Vielfalt der Arten sei, allerdings in Deutschland immer seltener vorkomme.

Naturfördergesellschaft

Die Naturfördergesellschaft für den Kreis Borken wurde 1990 gegründet. Mitglieder sind Vertreterinnen und Vertreter der Naturschutz- und Heimatvereine, Landwirte, Waldbauern, Jäger, Gärtner, Fischer, Imker, Sport- und Erholungsvereine sowie die Kommunen des Kreises. Daneben gibt es über 100 private Fördermitglieder. Ziel ist nach Angaben der Gesellschaft, gemeinsam nach Wegen zu suchen, um die Natur und Landschaft in der Heimat zu erhalten und zu entwickeln. Dabei unterstützt die Gesellschaft Aktionen, Projekte und Maßnahmen fachlich wie auch finanziell. Unlängst förderte sie etwa die Erweiterung des Naturlehrpfades in Nienborg.

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