Over de grens - Enthüllung am neuen Standort
Grenzstein als Mahnmal für Frieden

Alstätte -

Eine Vielzahl von Grenzbewohnern wurde am Samstag Zeuge der Enthüllung des historischen Steins Nr. 46 an seinem neuen Standort vor der Gaststätte Sandersküper.

Montag, 13.05.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 13.05.2019, 15:20 Uhr
Die Ahauser Bürgermeisterin Karola Voß und Enschedes Wethouder Arjan Kampman enthüllten am Samstag den Grenzstein aus dem Jahr 1756 vor der Gaststätte Sandersküper. Foto: Anne Rensing

„Ein Grenzstein ist auch heute von Bedeutung. Noch immer gibt es Grenzen, sowohl im Kopf als auch geografisch. Und doch sind Kontakte in unserer Grenzregion vielfältig“, sagte Bürgermeisterin Karola Voß mit Blick auf den schulterhohen Grenzstein, der jahrhundertelang die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden markiert hatte.

„Heute gibt es keine Schranken mehr. Die Grenze war schon immer von Bedeutung, auch wenn sich diese im Laufe der Zeit stark verändert hat“, sagte Harry van der Sleen als Vertreter der Stichting Historische Sociëteit Enschede-Lonneker. „Den Prozess der Verbindung und Verbrüderung müssen wir am Leben erhalten, sowohl Kinder als auch Erwachsene.“

Die quadratische Säule war bereits im Jahr 1756 auf der Grenze aufgestellt worden. Auch wenn selbst ein Steinmetz nicht für die Ewigkeit arbeiten kann und Schüsse von Soldaten in der oberen Steinhälfte eingeschlagen sind, ist doch der Löwe als Bestandteil des Wappens der Region Overijssel noch gut zu erkennen. Der Schriftzug Overijssel sowie die Jahreszahl 1756 sind dagegen nur noch zu erahnen. Nicht tragisch: In Zeiten der Digitalisierung geben künftig ein QR-Code sowie eine zweisprachige Tafel Auskunft über die Bedeutung des Steins.

„Ende 1957 verließ unsere Familie das Bauernhaus rund 700 Meter von hier, direkt vor dem Amtsvenn und ich verlor den Stein aus den Augen, der hinter meinem Elternhaus die Grenze markiert hatte“, sagte Hubert Feldhaus sichtlich bewegt. Er hatte den Stein auf einem Wüllener Privatgrundstück aufgespürt. Durch seine Nachforschungen trug Feldhaus wesentlich dazu bei, dass der stille Zeitzeuge nun wieder in direkter Grenznähe steht.

Als Feldhaus der Stein zu Privatzwecken angeboten wurde, verzichtete er. „Schließlich gehört der Stein nicht mir. Er gehört Deutschland sowie den Niederlanden“. In typisch deutscher Amtsmanier hatte ihm zuvor das Hauptzollamt in Dortmund Auskunft über die genaue Eigentumslage gegeben. Erst danach trat Feldhaus an den Kreis Borken, später an den Schützenverein Brook, die Stichting Historische Sociëteit Enschede-Lonneker sowie den Alstätter Heimatverein heran, die mit ihm das Projekt ins Leben riefen.

Zu Beginn der Feier war der Stein noch mit einem roten Tuch mit dem Wappen der Stichting Historische Sociëteit Enschede-Lonneker verhüllt. Bänder in beiden Landesfarben hielten das Tuch. Nach dem Wunsch der Initiatoren soll der Stein künftig sowohl historisches Monument der Grenzregion als auch Mahnmal des europäischen Friedens sein. Ganz im Zeichen der Verbrüderung wurde er gemeinsam von Kommunalvertretern beider Nationen enthüllt.

Die europäische Botschaft im Zeichen der Europawahl zog sich als roter Faden durch die Veranstaltung, musikalisch vermittelt vom Alstätter Musikverein, der sowohl die niederländische als auch die deutsche Hymne darbot. „In Zeiten des Brexit und eines wachsenden Nationalismus müssen wir entschieden denen entgegentreten, die das Rad der Zeit zurückdrehen wollen“, fasste es Christian Termathe als Vorsitzender des Schützenvereins Brook zusammen.

„Gehen sie bitte wählen“, richtete Bürgermeisterin Karola Voß einen Appell direkt an die Anwesenden „Für mich spielt die Partei dabei gar keine so große Rolle. Wählen Sie Menschen, die sich für Sie, für Demokratie und ein starkes Europa einsetzen.“ Passend dazu schloss der offizielle Teil der Feierlichkeit mit der Europahymne.

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