Generationswechsel beim Orgateam der Kinderkleiderbörse
Gemeinsam für die gute Sache

Alstätte -

In der Aula der ehemaligen Hauptschule herrscht reges Treiben, es gibt dutzende Tische mit Kinderkleidung in allen Größen. Vor allem Mütter sind es, die auf der Suche nach gut erhaltenen, gebrauchten Kleidungsstücken für ihren Nachwuchs sind. Geboten wird ihnen eine riesige Auswahl. Im Nebenraum warten Spielzeug, Bücher, Autositze, Fahrräder und vieles mehr. Am Ende wird jeder fündig und geht mit prall gefüllten Taschen nach Hause.

Mittwoch, 21.03.2018, 06:03 Uhr

Das alte und neue Orgateam der Kinderkleiderbörse traf sich jetzt für ein Erinnerungsfoto. Foto: Monika Haget

Sie ist eine Erfolgsgeschichte, die Kinderkleiderbörse in Alstätte. Seit 15 Jahren wird sie von einem Frauenteam organisiert. Entstanden ist die Idee damals im Sachausschuss Caritas der Pfarrgemeinde. Daniela Terstriep war von Anfang an dabei. „Wir haben vier Kinder, da war es für mich selbstverständlich, bei der Aktion mitzumachen. Mittlerweile haben ich, beziehungsweise meine Kinder, vielfach davon profitiert.“ Auch Brigitte Nacke war stets dabei. „Die Kleiderbörse ist in jeder Hinsicht ein Gewinn“, sagt sie. „Die Verkäufer bekommen Geld für ihre gebrauchten Waren, die Kunden kaufen zum ganz kleinen Preis ein, damit ist eine Nachhaltigkeit gegeben und zuletzt werden 15 Prozent von den Erlösen für einen guten Zweck einbehalten.“

Im ersten Jahr waren das 334 Euro, inzwischen liegt der Erlös fast immer über 1000 Euro. Die höchste Einnahme erzielten die Frauen mit der Frühjahrsbörse 2014, dort wurden 1701 Euro weitergegeben.

Brigitte Nacke hat alles akribisch notiert. „Wir konnten schon viele Organisationen unterstützen“, sagt sie. „Wir achten darauf, dass das Geld in Alstätte bleibt, oder eine enge Beziehung zu Alstätte hat.“ Profitiert hat schon mehrfach das Freibad. „Wir sind froh, dass wir es in Alstätte haben“, sagt Daniela Terstriep. Dann zählen die Frauen weitere Profiteure auf: Kinderchor, Messdiener, die Fördervereine der Schulen, Ferien auf Ameland und Zeltlager der KAB, Krabbelgruppen, Treff Behinderter und Freunde, Eine-Welt-Kreis, Bücherei. Auch das Orchester Kreuz und Quer wurde bedacht, deren Räume dürfen die Frauen für die Kleiderbörse mitnutzen.

Brigitte Nacke erinnert sich gut an die Anfänge. „Die erste Abrechnung haben wir noch handschriftlich verfasst. Heute geben wir die Zahlen in den Computer ein, das erleichtert die Arbeit etwas.“ Dennoch haben die Frauen viel zu tun, um die Börse auf die Beine zu stellen.

Damit alles reibungslos klappt, hat jede ihre bestimmte Aufgabe. Zunächst muss ein Termin bestimmt, die Räume reserviert, später die Schlüssel dafür besorgt werden. Plakate und Handzettel werden gedruckt, eine Pressemitteilung geschrieben. Tische und Kleiderständer müssen bestellt, Computer und Drucker für die Abrechnung organisiert werden. Zettelblocks, Umschläge und Wechselgeld sind weitere Utensilien, die gebraucht werden.

Drei Frauen nehmen Anmeldungen von Personen entgegen, die etwas verkaufen wollen. Jeder Verkäufer bekommt eine Nummer zugeteilt, die er dann auf die entsprechenden Kleidungsstücke zusammen mit dem gewünschten Preis klebt. Am Samstag vor der Kleiderbörse richten die Frauen die Räume her, bringen an den Tischen und Ständern die Größenangaben an, um dann, wenn am Nachmittag die Waren eintreffen, alles schnell ablegen zu können.

Wenn am Sonntag dann der Laden brummt, ist noch einmal jede helfende Hand gefragt. Die Nummern der verkauften Waren werden auf einen Zettelblock geklebt, damit sie später den richtigen Personen zugeordnet werden können. Das eingenommene Geld wandert in einen Umschlag, der wiederum mit der Verkaufsnummer gekennzeichnet wurde

Und als ob das alles nicht schon Arbeit genug wäre, bieten die Frauen im Eingangsbereich ein reichhaltiges Kuchenbuffet zum Mitnehmen an – natürlich selbst gebacken. Am Schluss der Börse, wenn übrig gebliebene Waren wieder abgeholt wurden, muss aufgeräumt werden. Erst dann stoßen die Frauen auf die gelungene Veranstaltung an.

Für Brigitte Nacke und einige anderer Frauen war es die letzte Börse, die sie mitorganisiert haben. „Wir stehen vor einem Generationswechsel“, sagt sie. Mehrere junge Mütter wollen die Arbeit fortsetzen. Einige sind seit dem vergangenen Jahr dabei, für andere war es nun der erste Einsatz.

28 Frauen engagieren sich demnächst gemeinsam für die gute Sache. Daniela Terstriep macht noch ein oder zwei Jahre weiter, um den Neuen das Einarbeiten zu erleichtern. Denn bereits im Herbst ist die nächste Kleiderbörse geplant.

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