Flüchtlingshelferin erstochen
Urteil wegen Totschlags: Staatsanwaltschaft verzichtet auf Revision

Ahaus/Münster -

Es wird keine Revision geben nach dem Urteil gegen einen 28-jährigen Nigerianer wegen Totschlags in Ahaus. Zu diesem Schluss ist die Staatsanwaltschaft jetzt gekommen. Der Asylbewerber hatte im Februar 2017 eine Studentin erstochen.

Donnerstag, 11.01.2018, 06:55 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 10.01.2018, 16:24 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 11.01.2018, 06:55 Uhr
Der 28-jährige Nigerianer war im Oktober 2017 wegen Totschlags zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Foto: dpa

Nach dem gewaltsamen Tod einer 22-jährigen Flüchtlingshelferin aus Ahaus war ein 28-jähriger Asylbeweber aus Nigeria im Oktober vergangenen Jahres wegen Totschlags zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft Münster hat das Urteil in den vergangenen Wochen intensiv auf Rechtsfehler geprüft – und die Revision zurückgenommen. Das erklärte jetzt Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt, Pressedezernent der Staatsanwaltschaft Münster. „Nach intensiver Prüfung sind wir zu der Bewertung gelangt, dass das ausführlich begründete Urteil keine Rechtsfehler aufweist, die erfolgversprechend mit einer Revision geltend werden können“, äußerte sich Martin Botzenhardt.

21 Mal auf Studentin eingestochen

Das gelte insbesondere für die rechtliche Bewertung des Geschehens als Totschlag. Die Richter am Schwurgericht Münster sahen es als erwiesen an, dass der Mann im Februar 2017 auf offener Straße 21 Mal auf die 22 Jahre alte Studentin eingestochen hatte. Im Prozess hatte sich der 28-Jährige nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Mehr zum Thema

Prozess um getötete Flüchtlingshelferin: Richter verhängen 13 Jahre Haft

Prozess um getötete Flüchtlingshelferin: Staatsanwältin fordert lebenslange Haft

...

Mit ihrem Urteil waren die Richter am Schwurgericht Münster unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft geblieben, die lebenslange Haft wegen Mordes beantragt hatte. Auch die Nebenkläger – der Bruder und der Vater der Getöteten – haben ihre Revision zurückgenommen. Das teilte Dr. Daniel Stenner, Pressesprecher des Landgerichts Münster auf Anfrage mit. „Anhängig ist damit meines Wissens nach nur noch die Revision des Angeklagten.“

Verteidigung hat kein Interesse an Revision

Strafverteidiger Andreas Tinkl aus Münster, anwaltlicher Beistand des verurteilten Nigerianers, wollte die neue Entwicklung zunächst mit seinem Mandanten besprechen, äußerte am Mittwoch aber erneut, dass die Verteidigung kein Interesse daran habe, in Revision zu gehen.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5415012?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F146%2F
"Wilsberg"-Schauspielerin geht in Zwangspause
Rita Russek bei Bielefeld-Folgen außen vor: "Wilsberg"-Schauspielerin geht in Zwangspause
Nachrichten-Ticker