Kommentar
Chor der Herzen

Wer solche Unterstützer hat wie die Young Voices – der kann ja gar nicht verlieren: Die Fans fuhren busweise nach Köln, Public Viewing fand vor der Kirche statt, und alle Alstätter haben heute dicke Daumen vom Wählen der Telefonnummer, mit der sie dem Frauenchor zum Sieg im Wettbewerb um den besten Chor im Westen verhalfen.

Sonntag, 17.12.2017, 18:12 Uhr

 
Martin Borck Foto: Frank Zimmermann

Und was machen die siegreichen Sängerinnen? Geben ihren gewonnenen Auftritt in der Kölner Philharmonie an die Zweitplatzierten ab, den Jazzchor der Uni Bonn! Eine absolut faire Geste. Das Rennen zwischen den beiden Chören war nämlich knapp. Und die Bonner waren, was musikalische Kunstfertigkeit und Arrangement angeht, den Young Voices voraus.

Die Alstätterinnen unter der Leitung der unermüdlichen und mitreißenden Martraud Leeners punkteten ihrerseits mit ihrer großen Authentizität, mit ihrer grandiosen Wucht, mit ihrer sympathischen Natürlichkeit, ihrem Zusammenhalt und ihrer Bodenständigkeit – Eigenschaften, die für einen Chor ebenfalls unerlässlich sind und die die Young Voices ja überhaupt erst bis ins Finale hatten kommen lassen. Ein Chor der Herzen sozusagen, dem der Erfolg wahrlich zu gönnen ist.

Mit ihrem Sieg haben die Young Voices dem Musikdorf Alstätte einen Platz auf der musikalischen Landkarte NRWs gegeben. Und mit dem Verzicht auf den Auftritt in der Kölner Philharmonie haben sie zudem menschliche Größe bewiesen. Chapeau!

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