Wie die Stadt Ahaus mit Bauminseln umgeht
Wurzeln drücken Pflaster hoch

Ahaus -

So schön sie sein mögen, an vielen Stellen in der Stadt und in den Ortsteilen machen die Bäume an den Straßen den Planern vom Tiefbauamt echte Sorgen. Hauptproblem: Die Wurzeln drücken das Pflaster hoch. Stellenweise kommt es zu kritischen Stolperfallen. Die Blumenstraße in Wessum hat die Verwaltung jetzt als Beispiel genommen, um den Umgang mit Bäumen in der ganzen Stadt zu erläutern.

Freitag, 03.02.2017, 10:02 Uhr

Aufgeworfenes Pflaster ist an vielen Bauminseln ein Problem. Wenn möglich, will die Stadt Bäume an der Straße allerdings erhalten.
Aufgeworfenes Pflaster ist an vielen Bauminseln ein Problem. Wenn möglich, will die Stadt Bäume an der Straße allerdings erhalten. Foto: Stephan Teine

Heinrich Lefert ( CDU ) setzte sich im Bauausschuss dafür ein, dass die Bäume insgesamt ausgetauscht werden sollen. „Das Pflaster ist an vielen Stellen gewaltig angehoben – nicht nur in der Blumenstraße“, sagte er. Sein Fraktionskollege Karl Heinz Terbrack stieß ins gleiche Horn: „Es wurden früher auch nicht-ideale Bäume in den Ortsteilen und in der Stadt gepflanzt“, sagte er. Und für einen Baum an einer Straße gebe es eben Grenzen. „Wenn diese Grenzen überschritten sind, dann muss der Baum weg“, sagte er.

Norbert Frankemölle (WGW) nannte Beispiele aus Wüllen, bei denen nicht nur die Baumscheibe, sondern auch das Straßenpflaster in der näheren Umgebung arg in Mitleidenschaft gezogen worden sei.

Ganz so einfach wollte es sich Richard Bömer vom Tiefbauamt der Stadt nicht machen. „Es geht uns um einen Mittelweg aus einer langfristigen Lösung und dem Versuch, die Bäume zu erhalten“, sagte er. Und am Ende stehe eben die Verkehrssicherungspflicht: Die Toleranz für Unebenheiten auf dem Gehweg liegt bei höchstens zwei bis drei Zentimeter.

Ludwig Niestegge ( SPD ) dankte für das Plädoyer zum Erhalt der Bäume. „Diesen Eindruck hatte man ja in Ahaus nicht immer“, sagte er. Dann wollte er wissen, an wie vielen Stellen in der Stadt denn nachgebessert werden müsse. Eine Übersicht, die Richard Bömer ihm nicht geben konnte. Es gebe einen stadtweiten Bedarf. „Das ist eine Daueraufgabe“, sagte er.

Bürgermeisterin Karola Voß lenkte den Blick noch einmal auf die Kosten. Bei den vielen Bäumen im Ahauser Stadtbild könnten die Bäume nicht regelmäßig ausgetauscht werden, sagte sie.

Wo es sich eben machen lasse, sollen die bestehenden Bäume erhalten bleiben. Nicht nur, weil es Jahrzehnte dauert, bis ein neuer Baum zu voller Größe gewachsen ist, sondern weil es sich schlicht um die günstigere Alternative handelt.

Zukünftig sollen bei beengten Verhältnissen keine neuen Baumscheiben angelegt werden, hieß es weiter.

Erst wenn sich die Sanierung der Straßenoberfläche in der Blumenstraße wie auch anderswo nicht als Dauerlösung erweise, sollen neue Baumscheiben angelegt werden.

Zwei Varianten und eine teure Option

► Wassergebundene Decke: Die herkömmlichen Decken einer Baumscheibe (Platten oder Pflaster) werden entfernt. Stattdessen wird die Baumscheibe mit einer wassergebundene Oberfläche, also etwa einem Schotterweg, gedeckt. Kosten pro Bauminsel: 800 bis 1500 Euro.

► Erneuerung der Einfas sung und Neuanpflan zung : Neue Baumscheiben sollen in einer Größe von zwei mal drei Metern angelegt und mit einer Steinkonstruktion eingefasst werden. So sollen neue Bäume ausreichend Platz zum Wachsen bekommen. Außerdem soll dann auch eine Schutzfolie mit eingebaut werden, die verhindert, dass Wurzeln direkt unter der Straßenoberfläche wachsen und so das Straßenpflaster beschädigen können. Kosten pro Bauminsel: 2200 bis 2300 Euro.

► Unterirdische Baumscheiben, wie sie etwa vor dem Hauptportal der Marienkirche gebaut wurden, seien außerhalb der Innenstadt nicht geplant. Zu kostspielig, hieß es.

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