6. IT-Strategie-Kongress
IT-Lücke in der Region

Münster -

Im Münsterland schwächelt der IT-Sektor. Beim 6. IT-Strategie-Kongress in Münster wurden am Mittwoch Ideen für eine grundlegende Verbesserung der Lage diskutiert.

Mittwoch, 22.05.2019, 14:10 Uhr aktualisiert: 22.05.2019, 20:59 Uhr
(Symbolbild) Foto: dpa

Das Münsterland hinkt in Sachen IT hinterher. „Die IT-Wirtschaft muss deutlich an Fahrt gewinnen und das vorhandene Potenzial besser nutzen“, forderte Dr. Fritz Jaeckel , Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen am Mittwoch beim 6. IT-Strategie-Kongress in Münster. „Es muss hier dringend eine neue Nachdenklichkeit entstehen.“

Zwar hat sich laut IHK-Statistik allein im Münsterland die Zahl der jährlichen Firmengründungen in der Informationstechnologie binnen drei Jahren auf 110 fast verdoppelt. Doch der aus verschiedenen Studien erstellte Digitalisierungskompass zeigt den Nachholbedarf in der Region: Vor allem die Kreise Warendorf, Steinfurt und Coesfeld liegen im bundesweiten Vergleich weit zurück. Unter den 401 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten lag der Kreis Warendorf 2018 lediglich auf Rang 330. Er hat damit gegenüber dem Jahr 2016 168 Plätze eingebüßt. Der Kreis Steinfurt sackte gleichzeitig um 86 Plätze auf Rang 259 ab, der Kreis Coesfeld von Platz 144 auf 249.

Ihre Positionen verbessern konnten der Kreis Borken (von 198 auf 154) und die Stadt Münster, die sich von Rang 41 auf 34 steigerte. „Ziel muss hier der Platz 20 sein“, forderte Jaeckel.

Empfehlung: gemeinsame Projekte

Veranstaltet wurde der Kongress vom IT-Forum Nord Westfalen gemeinsam mit der IHK und dem Digital Hub Münsterland. Im IT-Forum haben 60 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk zusammengeschlossen, die das Thema IT voranbringen wollen. Der Vorsitzende des Forums, Udo Braam, betonte es fehle in der Region schon an Grundlegendem. „So hängen wird zum Beispiel beim Breitbandausbau“, so Braam.

Als prominente Spitzenmanager der IT-Branche präsentierten sich Thorsten Hermann, Mitglied der Geschäftsführung bei Microsoft Deutschland, und Klaus Bürg, Geschäftsführer von Amazon Web Services Deutschland, den rund 350 Zuhörern.

Hermann appellierte an die Unternehmer und die Politiker gleichermaßen nicht nur die Risiken, sondern vor allem auch die Chancen der Digitalisierung zu sehen. „In der Realität ist Digitalisierung überall“, betonte der Microsoft-Manager. Er warnte davor, vor dieser Tatsache die Augen zu verschließen.

Die Unternehmen müssten sich, so Hermann, zu Allianzen zusammenschließen, um gemeinsam IT-Projekte zu stemmen – „auch wenn sie in anderen Bereiche Wettbewerber sind“. Hinzu käme: Software werde heute nicht für, sondern mit den Kunden entwickelt, betonte Hermann. In Deutschland müssten, so der Microsoft-Stratege, gesellschaftliche Grundentscheidungen getroffen werden, zum Beispiel, ob Maschinen alles machen sollen, was gehe.

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