Kriminalität
Osnabrücker Polizei sucht Serientäter bei „Aktenzeichen XY“

Osnabrück -

Mehr als 20 Jahre nach der Vergewaltigung und dem gewaltsamen Tod einer jungen Frau hofft die Polizei aus Osnabrück über die Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ auf Hinweise auf den Täter.

Donnerstag, 16.05.2019, 13:14 Uhr aktualisiert: 16.05.2019, 15:57 Uhr
Symbolbild Foto: dpa

Dabei setzen die Ermittler darauf, Rückmeldungen von Frauen zu bekommen, die damals im Raum Osnabrück getrampt sind, wie Polizeisprecher Frank Oevermann am Dienstag sagte.

Die 22-Jährige arbeitete in Osnabrück und lebte bei ihrer Großmutter in Bad Rothenfelde . Am 10. August 1988 beobachteten Arbeitskollegen, wie sie in einen Bus in Richtung Rosenplatz stieg, wo sie oft als Anhalterin weiter fuhr. Sie kam aber nicht zu Hause an. Zwölf Tage später wurde die Leiche der jungen Frau in einem Wald bei Georgsmarienhütte gefunden. Sie war vergewaltigt und mit mehreren Messerstichen getötet worden.

Verbrecher aus Scham nicht angezeigt

Der Fundort ihres Leichnams war nur wenige Hundert Meter von einer Stelle entfernt, wo einige Monate zuvor eine andere junge Frau mit einem Messer bedroht und vergewaltigt wurde, nachdem sie in Osnabrück in ein rotes Auto gestiegen war. Aus Scham hatte sie das Verbrechen damals nicht angezeigt. Denkbar sei, dass es sich in beiden Fällen um denselben Täter handele, sagte Oevermann.

Möglicherweise melden sich nach der Sendung Frauen, die Hinweise auf den Täter geben können, sagte Polizeisprecher Oevermann. „Es ist durchaus möglich, dass sich Frauen melden, die in diesem Zeitraum getrampt sind, denen nichts passiert ist, die sich aber dennoch mulmig gefühlt haben.“

Zufriedenstellende Resonanz

Noch während der Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“, die am Mittwochabend im ZDF lief, gab es Hinweise aus der Bevölkerung. "Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz", erklärte Polizeisprecher Oevermann am Donnerstagnachmittag. "Auch das Internetportal, in dem es möglich ist, anonyme Hinweise zu geben, wurde genutzt." Zudem habe es insgesamt 35 Hinweise an die Polizeidienststelle in Osnabrück direkt gegeben. "Dabei war Einiges, was vielversprechend war. Das muss jetzt erstmal ausgewertet werden", betonte Oevermann. 

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