Bilanzen der Polizei
So verliefen die Mai-Feiern im Münsterland

Münsterland -

Erhöhte Aufmerksamkeit ist am 1. Mai angesagt - an diesem Tag sind deshalb mehr Polizisten im Einsatz. Die Gründe: In der Vergangenheit liefen Feierlichkeiten aus dem Ruder, vermehrte Ruhestörungen sowie handfeste Auseinandersetzungen. Ein Überblick über die Feiern und Polizei-Einsätze im Münsterland am Mittwoch.

Donnerstag, 02.05.2019, 12:19 Uhr aktualisiert: 02.05.2019, 13:48 Uhr
Mehrere tausend Menschen versammelten sich den 1. Mai über in Münster am Aasee. Foto: Benjamin Witzel

In Münster waren rund 20 Polizisten am 1. Mai tagsüber bis 22 Uhr rund um den Aasee unterwegs. Mehrere tausend Menschen hatten sich bei bestem Wetter am beliebten Treffpunkt versammelt.

Angesichts dieses großen Menschenauflaufs überrascht das erste Fazit von Polizeisprecher Andreas Bode am Donnerstagmorgen: "Es war weniger los als an einem normalen Wochenende". Denn in der Summe waren es lediglich zwölf Vorfälle, die zur Anzeige gebracht wurden. Hierbei handelte es sich um Körperverletzungen, Sachbeschädigung, Diebstahl und Drogen-Vergehen. Außerdem mussten zwei Exhibitionisten aus dem "Publikumsverkehr" gezogen werden.

1. Mai 2019 rund um den Aasee

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  • 1.Mai WN-12 Foto: Christian Wischer
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Im Wasser gelandet...

Unangenehme Folgen hatte hingegen eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen zwei Männern für die Polizisten, die zwischen den Streithähnen schlichten wollten: Als die Beamten versuchten, die Kontrahenten, die sich an einem Abhang zum Wasser stritten, zu trennen, leisteten diese massiven Widerstand. Das Gerangel endete mit einem Domino-Effekt: Gleich mehrere Beteiligte landeten im Aasee - auch drei Polizisten. Ein Beamter wurde dabei leicht verletzt.  

So positiv wie die Polizei-Bilanz insgesamt ausfiel, so unerfreulich war jedoch am Donnerstagmorgen der Anblick des Areals rund um die Aasee-Kugeln: Die Wiese war übersät mit Müll. Die Stadt Münster hatte im Vorfeld angekündigt, die Reste der Feierlichkeiten am Tag nach dem 1. Mai bis zum frühen Nachmittag liegen zu lassen. Auf diese Weise soll das Bewusstsein zur Müllvermeidung geschärft werden

Müll am Aasee nach dem 1. Mai 2019

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    Nachdem am 1. Mai 2019 Tausende am Aasee den Feiertag verbrachten, sind am Morgen danach die Grünflächen rund um den See stark vermüllt.

    Foto: Oliver Werner
  • Leere Flaschen, Einweggrills, Plastikteller - am Aasee quollen die Müllbehälter am 2. Mai über.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Stadtwerke haben in diesem Jahr eine Aktion zur Sensibilisierung für das Müllproblem gestartet: Mit Absicht ließen sie den Müll zunächst liegen un reinigten die Grünflächen erst am Nachmittag, um den Menschen die Verschmutzung vor Augen zu führen.

    Foto: Oliver Werner
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  • Foto: Oliver Werner

Blick in die Münsterland-Kreise

Die Kreispolizei Steinfurt verzeichnete insgesamt 21 "feiertagsbedingte" Einsätze  wegen Ruhestörungen, Bedrohungen, Streitigkeiten und Körperverletzungen. In sechs Fällen wurden Ermittlungsverfahren wegen zumeist leichterer Körperverletzungen eingeleitet und zur Anzeige gebracht. Auch Grillen an verbotenen Orten zählte zu den Ordnungswidrigkeiten, mit denen sich die Beamten befassen mussten.  

"Die Delikte sind überwiegend im unterschwelligen Bereich einzuordnen. Es gab keine großen Ausschreitungen, nichts Gravierendes, sodass man zusammenfassend sagen kann, dass der 1. Mai aus Sicht der Polizei recht glimpflich verlaufen ist", sagte Polizeisprecher Reiner Schöttler.

Elf Anzeigen wegen Ruhestörung und Sachbeschädigung musste die Polizei im Kreis Warendorf schreiben. Als verhältnismäßig ruhig und entspannt beschreibt Polizeisprecherin Susanne Dirkorte-Kukuk im Rückblick die Lage am zentralen "Hotspot" in Warendorf - der Skateranlage im Emspark, wo rund 600 Menschen zusammenkamen. Auch der Verlauf der Veranstaltung "Tanz für die Tafel" mit zirka 30 bis 60 Teilnehmern - einer etwas andere Maikundgebung, die sich nach dem zunehmenden Kneipensterben in der Stadt für mehr Leben in der Feierszene stark macht - verlief ohne besondere Vorkommnisse.

Ebenfalls sehr ruhig war die Gesamtlage im Kreis Coesfeld: Die Polizei hatte im Vergleich zu den Vorjahren deutlich weniger Einsätze. Eine Polizeisprecherin nannte das schlechtere Wetter sowie die anstehenden Abitur-Prüfungen als Erklärungsansätze, dass insbesondere möglicherweise weniger junge Leute unterwegs gewesen seien.

Im Kreis Borken musste die Polizei bei Maifeierlichkeiten an den zentralen Treffpunkten beziehungsweise Ausflugsorten in zehn Fällen einschreiten. Es mussten aber nur zwei Strafverfahren wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung eingeleitet werden. Neben diesen Straftaten führten Randalierer, Streitigkeiten, und Fundsachen zu weiteren Einsätzen.

Am Donnerstagmorgen beklagte die Polizei in einer Mitteilung jedoch, dass nach den Mai-Ausflügen viel Müll - darunter auch viele zerbrochene Glasflaschen - hinterlassen wurde. Aber insgesamt fiel das Fazit von Polizeisprecher Frank Rentmeister positiv aus: "Es waren deutlich weniger Einsätze im Vergleich zu 2018, die Gesamtsituation am 1. Mai im Kreis Borken war zumeist freundlich, friedlich und ausgelassen."

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