Gewalttat am ersten Weihnachtstag
Antragsschrift gegen demente Dülmenerin erhoben

Dülmen -

Ihr Mann war dement, sie ist es auch, sagen die Sachverständigen. Weil sie möglicherweise schuldunfähig war, als sie ihren Mann getötet haben soll, könnte sie in einer forensischen Klinik untergebracht werden.

Dienstag, 05.03.2019, 15:08 Uhr aktualisiert: 05.03.2019, 15:48 Uhr
Das Landgericht könnte in dem Sicherungsverfahren die Unterbringung der Beschuldigten in einer psychiatrischen Klinik anordnen. Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft Münster hat gegen eine 86-jährige, demente Frau wegen des Verdachts des Totschlags „eine Antragsschrift im Sicherungsverfahren“ erhoben. Das hat die Behörde am Dienstag mitgeteilt. Die Dülmenerin soll ihren gleichaltrigen und ebenfalls dementen Mann am ersten Weihnachtstag mit Tritten sowie Schlägen mit einem Holzschrubber getötet haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie mit der Pflege ihres Mannes überfordert war und es deswegen zur Tat gekommen ist.

Zustand der Schuldunfähigkeit

Sachverständige schließen nicht aus, dass sie zum Zeitpunkt der Tat schuldunfähig war. Die Dülmenerin widerspricht der Darstellung der Anklage. Nach ihren Worten war ihr Mann alleine in der Küche und ist gestürzt. Dabei habe er sich leicht am Kopf verletzt. Da die Beschuldigte für die Allgemeinheit gefährlich sei, könnte das Landgericht in dem Prozess anordnen, dass sie in einer psychiatrischen Klinik untergebracht wird. Deswegen hat die Staatsanwaltschaft keine Anklage, sondern eine Antragsschrift erhoben, über die das Landgericht nun entscheiden muss.

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