Rechtsmedizinisches Gutachten angefragt
Suche nach der Unfallursache für tödlichen Unfall bei Darup

Nottuln/Coesfeld -

Was war die Ursache für den tödlichen Unfall bei Darup im vergangenen Sommer? Bei der Beantwortung dieser Frage soll nun die Rechtsmedizin helfen.

Dienstag, 12.02.2019, 06:00 Uhr
Am Amtsgericht Coesfeld wird der tödliche Unfall vom Juni vergangenen Jahres verhandelt. Foto: Dieter Klein

Ein rechtsmedizinisches Gutachten soll jetzt Licht in das Dunkel bringen, was die Ursache für den tödlichen Verkehrsunfall im Juni des vergangenen Jahres auf der B 525 in Höhe der Ortseinfahrt nach Darup betrifft. Dr. Bernd Karger vom Institut für Rechtsmedizin an der Universitätsklinik Münster soll untersuchen, ob die plötzliche Bewusstlosigkeit, die der 24-jährige Angeklagte Fahrer als Grund für den Verlust über die Kontrolle seines Fahrzeugs angibt, eingetreten sein könnte.

Zweiter Verhandlungstag

Und wenn ja, ob der Coesfelder dann mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Ampelmast prallen konnte. Die Richterin am Amtsgericht Coesfeld machte am Montag am zweiten Verhandlungstag noch einmal deutlich, dass sie es für unwahrscheinlich halte, dass man weiter Gas geben könne, wenn man bewusstlos sei.

Der Angeklagte, der bei dem Unfall nach eigenen Aussagen seinen besten Freund, den Beifahrer, verloren habe, blieb dabei, dass er plötzlich das Bewusstsein verloren habe und mit dem Wagen wohl „ausgerollt“ sein müsse.

Einschätzung des Polizisten

Der Polizist, der das Unfallgeschehen unter die Lupe genommen hatte, sagte am Montag im Zeugenstand aus, dass das Auto des Angeklagten ein Tempo zwischen 111 und 154 Kilometern gehabt haben müsse. Das Gericht war bisher von 111 km/h ausgegangen. Außerdem sei der tödlich verunglückte 21-jährige Beifahrer im Gegensatz zum angeklagten Fahrer nicht angeschnallt gewesen. Der Polizist sagte auch aus, dass das alte Fahrzeug, ein Volvo, bei der hohen Geschwindigkeit in der langgestreckten Kurve wohl nicht die Spur halten konnte.

Hausärztin des Angeklagten im Zeugenstand

Die Hausärztin des Angeklagten betonte, dass ihr Patient keine Auffälligkeiten beim Blutdruck gezeigt habe. Der Angeklagte hatte sich deswegen nach dem Unfall in der Praxis untersuchen lassen. Bereits am ersten Verhandlungstag hatte er Blutdruckschwankungen als mögliche Ursache für seine Bewusstlosigkeit ins Feld geführt. In 98 Prozent der Fälle ließe sich für eine plötzliche Bewusstlosigkeit im Nachhinein keine Ursache finden, sagte die Ärztin.

Rechtsmedizin soll helfen

Sowohl die Richterin als auch der Staatsanwalt betonten, dass ihnen sehr an der Aufklärung des Falls gelegen sei. Das sei auch wichtig für den Angeklagten selbst. Man müsse sich des medizinischen Sachverstands bedienen. Schließlich müsse unter anderem die Frage geklärt werden, ob bei einer Bewusstlosigkeit die Muskelspannung nachlasse oder nicht und ob der Druck des Angeklagten auf das Gaspedal auch allein durch das Körpergewicht – also physikalisch – ausgelöst worden sein könnte. Bremsspuren habe es keine gegeben, wie der Polizeibeamte aussagte. Der Angeklagte selbst stellte die Frage in den Raum, welcher Autofahrer nicht gegenlenken würde, wenn sein Pkw aus der Kurve getragen würde.

Das Handy, das im Autowrack gefunden worden ist, sei seines gewesen, bestätigte der Angeklagte. Aber er habe während der Fahrt damit nicht telefoniert, betonte er, ohne danach gefragt worden zu sein. (Der Prozess wird fortgesetzt.)

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