Schöffengericht in Rheine
„Drama in drei Akten“: 49-Jähriger muss ins Gefängnis

Rheine/Gronau -

Ein 49-Jähriger aus Ochtrup ist vom Schöffengericht in Rheine unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. Noch während der Urteilsverkündung flippte der Angeklagte aus.

Dienstag, 12.02.2019, 08:31 Uhr aktualisiert: 12.02.2019, 08:38 Uhr
(Symbolfoto) Foto: colourbox.com

Zu drei Jahren und drei Monaten Haft ohne Bewährung hat das Schöffengericht in Rheine am Freitag einen 49-jährigen Mann aus Ochtrup verurteilt. Die Vorwürfe lauteten auf gefährliche Körperverletzung an einem 33-jährigen Mann aus Gronau, zwei Fahrten ohne Führerschein und eine Gefährdung durch Teilnahme am Straßenverkehr unter Drogeneinfluss. 

Der Staatsanwalt hatte vier Jahre beantragt, die Höchststrafe beim Amtsgericht . Nach der Urteilsverkündung flippte der Angeklagte aus, hielt sich die Ohren bei der Begründung der Richterin zu und schimpfte: „Ich will das dämliche Gelaber nicht hören“. Er musste sofort zurück in die Zelle, der Haftbefehl blieb bestehen.

Seit frühester Jugend stand er regelmäßig vor Gericht, oft wegen Drogendelikten. Er hatte schon als 19-Jähriger eine mehr als dreijährige Freiheitsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung verbüßt. Zwischenzeitlich gab es aber auch eine längere straffreie Zeit.

Als „Drama in drei Akten“, bezeichnete sein Verteidiger die Gewalttat zwischen den beiden Männern unter Drogen. Der Angeklagte sei das Opfer gewesen und habe in Notwehr zum Messer gegriffen. Dabei erlitt ein 33-jähriger Mann aus Gronau Schnittwunden an Hals und Schienbein sowie eine Prellung des Brustkorbs. Bevor er zusammenbrach, rief er selbst den Rettungsdienst.

Zur Tat: 

Morgens um 7 Uhr war ein heftiger Streit zwischen den bis dahin ziemlich besten Freunden ausgebrochen. Entweder ging es dabei um die Freundin des Angeklagten oder um einen geplanten Raubüberfall. Das konnte nicht geklärt werden. Beide standen unter einem Cocktail von Kokain und Methadon. Als der Streit eskalierte, griff der Angeklagte nach einem Messer im Auto und fügte dem Gronauer Schnittwunden zu. Später soll er ihn mit seinem Pkw angefahren haben, bevor er nach Ochtrup zurückfuhr. Das Messer warf er unterwegs aus dem Fenster, wie er sagte. Der Beschuldigte gestand den heftigen Streit, „weil ich dachte, er wollte mir meine Freundin abspenstig machen. Ich war nicht zimperlich und habe ihn schon ziemlich angemacht“.

Daraufhin sei der Beifahrer total ausgeflippt und auf ihn losgegangen. „Er hat mir mit einer Blechschere auf den Kopf geschlagen und mir mit seinem Knie eine Rippe gebrochen“, beschrieb er dessen Attacke. Weil er das Messer zu seinem Schutz ergriffen habe, sei der Freund bei dem Gerangel verletzt worden, aber nicht absichtlich. Als der endlich von ihm abließ und aus dem Auto flüchtete, hätte der Angeklagte mit dem Messer in der Hand bei K & K Hilfe holen wollen, wie er sagte. „Warum sind Sie da nicht einfach weggefahren?“ fragte der Staatsanwalt. Er glaubte nicht an Notwehr.

Eine Zeugin berichtete

Die Angriffe gingen auf dem Parkplatz weiter. Der 33-jährige Gronauer nahm einen Benzinkanister vom Boden, wie er als Zeuge sagte, um sich zu schützen. Er hatte blutende Schnittverletzungen. Schließlich sei der Angeklagte in sein Auto gesprungen, der Geschädigte schlug mit dem Kanister auf den Pkw, als der Fahrer zurücksetzte und seinen Kollegen mitriss. Der Verletzte habe sich kurz aufgerichtet und sei dann noch einmal angefahren worden. So hatte es eine Anwohnerin gesehen. Zwei Tage wurde er stationär behandelt.

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