Umbau der LBS West
Mehr Effizienz und Schnelligkeit

Münster -

Vermittlerplattform, Internetfiliale, digitales Beratungscenter – bei der LBS West ist man eifrig dabei, den klassische Bauspar-Vertrieb neu zu denken. Schlagworte wie „Omnikanalfähigkeit“ weisen auf Instrumente hin, die schneller und effizienter sein sollen. Passend dazu hat man die „Young Generation“ in den Kreis der Zielgruppen aufgenommen.

Sonntag, 10.02.2019, 16:15 Uhr
Jörg Münning (kl. Bild), Vorstandsvorsitzender der Bausparkasse LBS West, hat Geschäft der Marktführers – auch in den Filialen der Region – effizienter aufgestellt.

Auch 16- bis 29-Jährige, so betonte jetzt LBS-Vorstandschef Jörg Münning gegenüber dieser Zeitung, hätten mehrheitlich den Wunsch, in Zukunft in Wohneigentum zu leben. Doch den Weg dahin wollten sie flexibel beschreiten. Kurzum: Für sie muss ein passendes Angebot her.

Nachdem man das Zielbild „LBS 2020“ im Wesentlichen erreicht hat und pro Jahr 40 Mio. € einspart, rollt die Westdeutsche Landesbausparkasse jetzt ein strategisches Zukunftsprogramm aus. Bei „LBS 2023“ geht es um wertorientiertes Kundenwachstum und gleichzeitig um Nachhaltigkeit.

Investitionen in Wohnungsmarkt 

Inzwischen zeigt sich, dass 2018 für die LBS West trotz des Drucks durch den Dauerniedrigzins ein gutes Jahr war. Die Bausparsumme wuchs um 7,1 Prozent auf 7,5 Mrd. €. Die Finanzierungen erhöhten sich um 9,6 Prozent. Die Kunden der LBS West investierten rund 3,2 Mrd. € (plus zehn Prozent) in den Wohnungsmarkt – sie bauten, kauften, modernisierten oder schuldeten um. Der Marktanteil im Geschäftsgebiet, zu dem neben NRW auch das Bundesland Bremen gehört, erhöhte sich auf 40 Prozent.

Der Jahresüberschuss vor Steuern lag unter dem Vorjahresergebnis. Die LBS West rechnet laut Jörg Münning aber mit einer stabilen und ab 2021 steigenden Entwicklung. Die hohen Pensionsverpflichtungen aus der Zeit der WestLB drücken das Institut nicht mehr in dem Maße wie in der Vergangenheit.

Inzwischen bearbeitet die Westdeutsche Landesbausparkasse auch überwiegende Teile des Spargeschäfts der LBS Hessen-Thüringen. Die schrittweise Übernahme wurde bis Ende 2018 umgesetzt. 775 000 Sparverträge aus diesem Geschäftsgebiet werden in Münster betreut, zusätzlich zu den 2,5 Millionen eigenen Verträgen.

Gewappnet für Konsolidierungsprozess

Das Geschäft der 100-prozentigen Tochtergesellschaft LBS Immobilien NordWest, die auch in Niedersachsen und Berlin tätig ist, wuchs im vergangenen Jahr deutlich. Zwar blieb die Objektzahl mit 13 580 stabil, dafür erhöhte sich das Objektvolumen um 12,8 Prozent auf 3,017 Mrd. €. Die Vertriebscourtage stieg um 10,9 Prozent auf 141,7 Mio. €.

Erfolge verzeichnet auch die neue Vermittlerplattform Forum Direktfinanz GmbH. Die Online-Plattform hat 66 Sparkassen und rund 350 freie Vermittler als Partner an Bord. Das Transaktionsvolumen betrug im Startjahr eine Mrd. €. Ein Baufinanzierungsvolumen von 330 Mio. € wurde vermittelt – zumeist an Sparkassen. Münning geht davon aus, dass sich über kurz oder lang weitere Landesbausparkassen dieser Tochter der LBS West anschließen werden.

Jörg Münning, gleichzeitig Vorsitzender der LBS-Bausparkassenkonferenz, ist überzeugt, dass die LBS West, die in diesem Jahr auf 90 Jahre Bausparen in NRW zurückblicken kann, für einen Konsolidierungsprozess gewappnet ist. Bei der Frage nach der Zukunft verweist der Vorstandsvorsitzende auf die Eigentümer, den Rheinischen Sparkassen- und Giroverband und der Sparkassenverband Westfalen-Lippe. Nach wie vor gibt es in der Sparkassen-Finanzgruppe zwischen Kiel und Konstanz acht Landesbausparkassen. Die LBS West steht der Größe nach mit an der Spitze.

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